Nordseecamping Norddeich 2026_10

Freitag

Der Wecker klingelt früh, obwohl wir ab heute frei haben.

Ein paar Besorgungen sind noch zu machen, bevor wir Richtung Nordsee starten.

Von unser Tochter verabschieden wir uns dann auch in der Früh. Sie macht sich auf den Weg zu ihrer Ausbildung in der Tierarztpraxis.

Der Wohnwagen ist bereits gepackt und wir bringen die restlichen Dinge im Auto unter.

Auf dem Weg zu Kai-Uwe fahren wir noch zu Famila und holen uns unsere geliebten Ciabatta-Brötchen heraus (Sauerteigbrötchen, die richtig knackig und lecker sind).

Kai-Uwe wird aus der Garage gemovert und wir machen uns auf die Fahrt nach Norddeich. Rund 4 1/2 Stunden Fahrtzeit werden uns angezeigt.

Die erste Autobahnhürde erwartet uns meist ab Hamburg-Moorfleet. Hier ist eigentlich immer Stau. Heute jedoch kommen wir zwar mitunter etwas langsamer, aber erstaunlich gut durch.

Aber, es erwartet uns ja auch noch das Autobahn-Teilstück bei Bremen. Schon das Navi sagt, dass die „Extraminuten“, die man dort auf der Autobahn verbringt, stetig steigen. Und so ist es dann auch. Aufgrund einer Baustelle verengen sich die Fahrstreifen von drei auf zwei. Der Weg dorthin ist mal wieder total nervig.

Irgendwann haben wir es dann geschafft und es geht wieder flotter voran. Als wir in Friesland von der Autobahn fahren und den Rest auf der Bundes- oder Landstraße zurücklegen müssen, wird unsere Geduld noch einmal auf die Probe gestellt.  Zunächst ist ein Ape (dreirädriges Rollermobil) vor uns, der mit Tempo 40 eine lange Schlange hinter sich herzieht.  Nachdem wir zum Überholen kommen, dauert es nicht lange und wir hängen hinter einem Trecker samt Ladung fest. Nach einer gefühlten Ewigkeit fährt der Trecker dann rechts ab aufs Feld und wir kommen beim Endspurt gut durch.

Es sind mittlerweile 5 Stunden vergangen und unsere Laune ist irgendwo im Kellergewölbe verschwunden.

Besonders hart trifft es meine Holde, die kräftig am Nöhlen ist.

Das wir dann auf dem Campingplatz auch noch unseren Wunschstellplatz nicht bekommen, hebt die Laune nicht gerade. Im Gegenteil, im Fond des Wagens wird laut über Abreisegedanken sinniert.

Der Urlaub fängt ja gut an…

Wir fahren zu unserem Stellplatz. Auf Rasengittersteinen stellen wir Kai-Uwe ab und richten ihn aus. Der übliche Ablauf beginnt: Stützen runter, Strom anschließen, Sonnensegel aufbauen…usw.

So langsam (sehr langsam) beruhigt sich auch Tina wieder. Wir gehen mit Fila gegenüber der Campingplatzeinfahrt auf den Deich und werfen einen Blick auf die Nordsee und den vorgelagerten Salzwiesen. Vor, auf und hinter dem Deich kann man schön Spazierengehen.

Zurück am Wohnwagen verstauen wir unsere Klamotten in den Schränken und bauen den Rest auf. Dann gibt es erst einmal unseren Willkommens-Kaffee und gleich die Brotzeit hinterher. Wir haben Hunger!

In einem Obstladen, der bei uns in der Nähe ist, haben wir uns noch mit verschiedenen Obstsorten eingedeckt. Auch zwei Gläser mit Gewürzgurken wurden gekauft.

Eines dieser Gläser beäugt Tina gerade akribisch. Ich frage, was sie denn dort schaut. Sie sagt nur: „Einen Moment.“, greift sich das Handy und guckt mich stolz an.

„Kannst du dich noch an den Hofladen in der Nähe vom Campingplatz Heidewald erinnern?“, fragt sie. Ich überlege und mir kommt ein großer Hofladen in den Sinn, dessen Zufahrt mit einer großen Reihe von Kürbissen dekoriert war und bei dem ich damalig Kuchen für uns besorgt hatte.

Ja, genau diesen meint sie. „Das Glas mit den eingelegten Gurken stammt von dort.“

Sie sah das Logo und den Namen des Hofes und konnte gleich die Verbindung herstellen.

Ja, manchmal macht sie mir Angst.

Zum Sonnenuntergang gehen wir noch einmal zum Deich. Auf die Idee kommen auch einige andere Camper und es tummeln sich so einige Menschen auf oder neben dem Deich, um sich das schöne Naturschauspiel anzuschauen. Kleine Gruppen haben es sich auch mit Decken oder ein paar mitgebrachten Stühlen bequem gemacht. Wir alle werden mit den schönen Farben der Natur belohnt.

Während wir heute meist im T-Shirt draußen unterwegs waren, ist es ganz gut, dass wir uns jetzt noch unsere Hoodys übergezogen haben. Die Temperaturen ziehen so langsam an. Heute ist uns auch nicht danach, noch draußen zu sitzen. Wir gehen lieber in den gemütlichen Kai-Uwe und streamen noch ein bisschen eine Serie. Alt werden wir jedoch nicht und fallen dann auch bald in die Betten.  Fila liegt längst oben auf der Zwischenmatratze und schlummert.

Samstag

Die Nacht war ziemlich kühl. Als ich Nachts einmal auf Toilette gehe, konnte ich die sternenklare Nacht bewundern. Zum Glück ist der Weg zum Lokus nicht weit, da wir ein kleines Privatsanitärhäuschen am Stellplatz haben.

Als wir am Morgen wach werden, streckt Fila sich nach allen Regeln der Kunst und hat ihre drolligen zwei Minuten. Wir klettern langsam aus der Koje und machen uns für die morgendliche Gassirunde fertig.

Relativ viele Hundebesitzer sind unterwegs, gerne auch die, die eine Vorliebe für diese Flexi-Leinen haben. Besonders eine Frau sticht hier heraus. Die Flexileine macht stetig „Ritsch“, wenn ihr Hund Geschwindigkeit aufnimmt und „Ratsch“, wenn sie den Leinenlauf stoppen lässt. Tina verdreht genervt die Augen. Sie ist kein Freund von diesen Leinen und bemerkt, dass dieser (anscheinend noch junge) Hund vielleicht auch mal ein bisschen Freiraum an der langen Leine bekommen sollte. Stattdessen werden Kommandos in unpassenden Situationen „trainiert“.

Wir gehen über den Deich und laufen den Weg an der Salzwiese etwas entlang. Nachdem wir ein gutes Stück gelaufen sind, wollen wir wieder über den Deich, um den Rückweg an der Straße zu laufen. Tina mahnt etwas zur Eile, da „Ritsch-Ratsch-Bärbel“ gerade auf dem Deich in unsere Richtung geht….

Zurück beim Campingplatz gehen wir zum Campingladen, um die Brötchen zu kaufen. Der Laden überrascht durch (fast) gähnende Leere. Ein paar Getränke, Zeitschriften und wenige Dinge für den täglichen Bedarf sind am Rande des recht großen Raumes untergebracht. An der Stirnseite befindet sich die Brötchen-Selbstbedienung. Merkwürdig.

(Tina wusste dann zu berichten, dass der Pächter wohl dieses Jahr aufhört, daher die stark reduzierte Auswahl).

Ich hole eine Auswahl an Brötchen und gehe zur Kasse. Der Kassierer kommt auf 4,60 Euro. Als ich mit Karte zahlen möchte, weist er mich darauf hin, dass dies erst ab 5,- Euro Warenwert möglich ist – ansonsten lohnt sich der Brötchenverkauf ja nicht.

Ah ja….

Ich stopfe noch ein Croissant in die Tüte und zahle dann mit Karte. Bitte sehr.

Die Brötchen schmecken dann aber gut und wir lassen uns das Frühstück munden. Fila sitzt oder liegt wie immer vor dem Tisch und macht manchmal durch aufstampfen auf sich aufmerksam. Nicht, dass wir sie vergessen!

Nach dem Frühstück gehen wir duschen. Mit einem „Hoch mit dem zarten Körper!“ springt meine Holde aufs Bett, um sich ihre Sachen aus dem Hängeschrank zu holen. Sie ist wohl heute besser drauf als gestern…

Komischerweise funktioniert heute morgen im Sanitärhäuschen weder Licht noch der Luftabzug. Ich frage unseren Nachbarn, der meint, dass es für das Licht einen Sensor gäbe, jedoch der Luftabzug funktionieren sollte. O.k., gehe ich nachher noch einmal bei der Rezeption vorbei.

Nach dem Duschen baue ich noch fix Filas Buggy zusammen. Zwar läuft Fila auf neuem Terrain immer noch erstaunlich weit, aber wir müssen trotzdem auf ihre Gelenke ein wenig aufpassen.

Wieder machen wir uns auf den Weg zum Deich, laufen einmal herüber und gehen den Weg an der Salzwiese entlang nach Norddeich. Das Wetter ist wieder herrlich und die Sonne hat noch Kraft. Gut, dass meine Holde mir geraten hat, nicht mit dem Hoody loszulaufen, sonder noch schnell ein kurzärmeliges Hemd anzuziehen.

Wir erreichen den Strandbereich. In einem großen, eingezäunten Bereich, dürfen sich die Hunde austoben, was einige sich nicht zwei Mal sagen lassen. Sie pesen über den Sand hintereinander her.

Für die Nebensaison sind erstaunlich viele Menschen auf den Beinen. Alle genießen das schöne Wetter und das laue Lüftchen, das von der See kommt. Es ist gerade Ebbe und immer wieder sieht man Menschen durch den Schlick stapfen.

Wir laufen weiter am Wasser entlang und dann in einem Bogen zu unserem Ziel: dem Laden „Frieseneis“.

Dessen Bewertungen überschlagen sich geradezu vor Begeisterung. Wollen wir doch mal schauen, ob wir dem zustimmen können.

Um es kurz zu machen: Wir können!

Während Tina uns ein Eis holt, nehmen Fila und ich auf einer nahegelegenden Bank Platz. Alsbald kommt Tina mit zwei großen Eisbechern zurück. Vanille-Eis, genannt „Omas Vanillepudding“ mit karamellisierten Zwetschgen ist ein Hochgenuss. Ich habe lange nicht mehr so leckeres Eis gegessen.

Die Kugeln waren riesig im Vergleich zu denen, die man sonst so bekommt.

Den Laden können wir nur empfehlen!

Wir machen uns wieder auf den Rückweg. Fila verschnauft jetzt im Buggy. Erst kurz vor dem Ziel kommt sie wieder heraus und läuft, anfangs noch ein bisschen steif, den Rest der Strecke bis zum Stellplatz. Sie hat heute auch ein ganz schönes Pensum absolviert.

Das macht sich dann auch bemerkbar, als sie auf ihrem Platz unter dem Sonnensegel recht schnell auf der Seite liegt und anfängt zu schnarchen.

Wir machen es uns auch gemütlich. Tina hat sich ein Rätselheft vor der Fahrt besorgt und macht ein wenig Gehirnakrobatik. Ich lese meine digitale Zeitung. Entspannung und Entschleunigung können herrlich sein.

Nach einer Weile gehe ich den ersten Abwasch machen. Tina bereitet derweil ein paar Dinge zum Grillen vor.

Praktischerweise hat auch dieser Campingplatz einen Geschirrspüler, den man kostenlos nutzen kann. Das Modell kennen wir schon von anderen Plätzen. Mit leichten Verschmutzungen kommt der Geschirrspüler gut klar, ansonsten sollte man entweder vorarbeiten oder gleich per Hand spülen. Mit unserem Geschirr gestern sollte der aber klar kommen und so baue ich den Inhalt der Waschschüssel dort ein. Lediglich ein paar Vorratsdosen spüle ich von Hand in der Zeit, wo er läuft. Es dauert dann irgend etwas zwischen drei und fünf Minuten und ich kann das Geschirr entnehmen, noch abtrocknen und fertig.

Tina hat schon Kartoffeln aufgesetzt und Dips gemacht. Ich baue den Grill auf und hole die kleine Gasflasche aus dem Deichselkasten. Der Grill wird auf Temperatur gebracht und bald landen Rinderfilet- und Nackenfleisch sowie Hähnchenfilet, Würstchen und Mais auf dem Grillrost.

Grillen – I love it.

Satt und zufrieden machen wir es uns wieder zum Lesen und Rätseln gemütlich.

Rechtzeitig zum Sundowner starten wir mit Fila wieder Richtung Deich. Heute ist nicht ganz so viel los wie gestern. Es ist ingesamt auch etwas diesiger und der finale Sonnenuntergang ist nicht ganz so spektakulär anzusehen wie gestern. Aber, immer noch schön.

Zurück bei Kai-Uwe wird Fila abgefüttert. Man, war sie heute fleißig unterwegs. Mal schauen, wie es ihr morgen geht. Nach dem Fressen springt sie dann auch aufs Bett und macht sich lang. Sie hat für heute fertig.

Auch wir werden nicht alt. Die Bewegung an der frischen Nordseeluft macht glücklich aber halt auch müde. So folgen wir Fila dann auch bald in die Kojen.

Am späten Abend geht noch ein kurzer, heftiger Schauer nieder, der ordentlich auf das Wohnwagendach trommelt. Nanu? Das war ja nun gar nicht in der Wetter-App angesagt. Aber egal, unsere Sachen stehen trocken unter dem Sonnensegel und alles andere wird morgen in der Sonne getrocknet. Es soll wieder ein richtig schöner Tag werden.

Sonntag

Heute haben wir etwas länger geschlafen. Die Nacht war auch milder als die Letzte.

Wir krabbeln langsam aus den Betten. Fila nutzt gleich die Gelegenheit sich auf dem noch warmen Bett auszubreiten. Aber auch sie treibt der Drang nach Bewegung und Futter bald hoch.

Wir gehen wieder Richtung Deich. An der Straße entlang des Deiches ist eine Sportlertruppe, aufgeteilt in zwei Gruppen zugange. Sie blockieren die Fahrbahn, während sie sich irgendwelche Gegenstände hin und her rollern lassen. Als wir näher kommen sehen wir, dass es sich anscheinend um Gummibälle handelt, die mit viel Schwung zwischen den beiden Gruppen ihren Zielort wechseln. Tina hat es später einmal ausgegoogelt. Hier wurde „Boßeln“ trainiert.

Boßeln ist ein traditioneller Volkssport, bei dem zwei Mannschaften versuchen, eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke (meist 4 – 9 Kilometer) zu befördern.

Wieder etwas gelernt.

Auf dem Rückweg sehen wir die Norddeicher Bimmelbahn beim Campingplatz vorfahren. Auch eine, gerade für die Kinder, lustige Art der Beförderung hinein nach Norddeich.

Während Tina für das Frühstück schon einmal Kaffee und Frühstückseier vorbereitet, scooter ich heute einmal zum Bäcker nach Norddeich. Die Campingplatz-Brötchen waren zwar ganz lecker, aber wir müssten auch wieder einen Preis von 5 Euro übersteigen, damit mit Karte (oder Handy) gezahlt werden kann. Außerdem probieren wir gerne mal etwas anderes aus. So düse ich also zum Wikingerbäcker nach Norddeich. In der Straße, wo der Bäcker ansässig ist, gibt es ein Stück weiter noch einen weiteren Bäcker. Der wird auch noch getestet werden.

Nach dem wieder einmal sehr leckeren Frühstück lässt sich feststellen, dass die Brötchen auch gut waren, aber die Brötchen des Campingplatzes aktuell geschmacklich führen.

Nach dem Frühstück geht es wieder duschen. Wieder einmal funktionieren weder Licht noch Abzug. Gestern, als wir unterwegs waren, waren noch Techniker vor Ort. Diese meinen, dass die Licht- und Abluftfunktion sensorgesteuert ist. Wenn morgens die Sonne auf das Sanitärhäuschen scheint, springen die Funktionen nicht an.

Was für ein Quatsch.

Das keine Energie für Beleuchtung verschwendet wird, verstehe ich ja. Wenn man jedoch (nicht mal heiß) duscht, verwandelt sich die Luft im Sanitärhäuschen schnell in eine Dunstglocke.

Dann packen wir wieder unsere Sachen zusammen und laufen nach Norddeich.

Das Wetter ist wieder fantastisch. Wir hätten wahrlich nicht gedacht, dass wir hier noch so viel kurzärmelig herumlaufen. Eine leichte Brise weht. Heute haben wir beide unsere Cappys mit, da die Sonne doch noch ziemlich Kraft hat. Bei der leichten Brise merkt man das nur immer zu spät.

Entlang des Deiches kommen uns wieder viele Fahrradfahrer*innen entgegen. Ein Pärchen fällt uns besonders auf.

Sie krakelt lautstark zu ihrem Mann herüber: „DAS IST SCHON GUT SO! DIE LEUTE WOLLEN DOCH AUCH IHRE RUHE HABEN! UND DU AUCH!! HÖÖÖRST DUUUUU??!!??“

Ja, Ruhe ist etwas feines….

Geschichten, wie sie das Leben nicht schöner schreiben kann. Wir gucken uns nur an und können nicht mehr vor Lachen.

Fila läuft heute erstaunlicherweise wieder in einem flotten Tempo. Unsere Omi ist gut drauf, erstaunlich nach der Strecke gestern.

Als wir in Norddeich ankommen, geht ihr aber doch die Luft aus und sie freut sich, im Buggy Platz nehmen zu können.

Wir laufen heute auf der anderen Deichseite und schauen uns einmal die Touri-Läden an. Unser erstes Ziel ist ein Laden, in dem Windspiele verkauft werden. Der ist uns gestern schon aufgefallen. Natürlich finden wir hier auch etwas für uns.

Tina greift anderenorts bei reduzierter Ware in Form von Pullovern zu. Auch im Teekontor wird noch etwas mitgenommen.

Nachdem wir die Shoppingmeilen von Norddeich inspiziert haben, zieht es uns wieder zu „Frieseneis“ hin. Das Wetter schreit förmlich nach dieser Leckerei. Die Schlange ist heute noch einmal länger als gestern. Allerdings ist das Personal auf Zack.  Wir können nur jedem, der Norddeich einmal einen Besuch abstattet, empfehlen, dort einzukehren. Es lohnt sich.

Nach der Tour gestern und der noch längeren Tour heute, schreien meine Füße nach Erholung. Die Rücktour steht uns nun aber noch bevor. Es nützt ja nichts.

Zurück bei Kai-Uwe sind wir erst einmal froh, kurz die Beine hochzulegen und wir fletzen uns in die Stühle.

Fila lässt sich auch in ihre Liege fallen.

Tina geht heute noch zum Abwaschen. Während sie weg ist, klöppel ich das Windspiel zusammen und stelle es auf. Auch unser Campinglightz platziere ich bei dieser Gelegenheit.

Danach wird wieder alles zum Grillen vorbereitet. Gut, dass wir uns vor der Abfahrt für das Wochenende dafür eingedeckt haben und auch das Wetter so toll mitspielt.

Unser Bewegungsapparat beschwert sich etwas über die ungewohnte Anstrengungen der letzten Tage, was wir mit entsprechender Geräuschkulisse beim Aufstehen und Setzen auch durchaus untermauern.

Unsere Grill-Gelage ist wieder sehr lecker.

Es braucht echt nicht viel, um Geselligkeit und Gemütlichkeit herzustellen.

Mit den Nachbarn kommen wir auch etwas ins Gespräch. Sie treffen allerdings schon ihre Abreisevorbereitungen.

Zum Abend gehts natürlich wieder auf den Deich zur abendlichen Gassi-Runde und zum Sundowner.

Montag

Heute haben wir uns einen Wecker gestellt. Wir wollen nach Emden und uns dort einen Bäcker oder Cafe zum Frühstücken suchen.

Nach knapp einer 3/4 Stunde Autofahrt sind wir am Ziel. Das haben wir in Friesland auch gelernt: Es gibt selten „Direktverbindungen“, sondern man schlängelt sich über diverse Straßen zum Ziel.

Wir parken im Parkhaus am Wasserturm. Das hat schmale Preise (Tageshöchstpreis: 3,50 €) und man kann online die Parkgebühr bezahlen.

Von dort ist es nicht weit zum „Backboord“, einem Bäcker/Cafe, mit Außenplätzen und der durch sehr gute Bewertungen auffällt.

Dat Backboord ist, wie wir dann mitbekommen, ein Ausbildungscafe und ein Inklusionsbetrieb. Alle Mitarbeiter*innen waren sehr freundlich und zuvorkommend. Und unser Frühstück (wir haben das Frühstück für zwei Personen geordert, von dem auch noch eine dritte satt werden würde…) war großartig und wirklich schön angerichtet.

Wer einmal in Emden ist, den können wir Dat Backboord nur empfehlen.

Nach dem Frühstück gehen wir weiter in die Innenstadt. Leider dominiert hier gerade der Bau-Betrieb. An/in vielen Straßen wird teils mit schweren Gerät gearbeitet. Sicherlich werden hier erforderliche Arbeiten ausgeführt, das Stadtbild wird dadurch natürlich in Mitleidenschaft gezogen.

Wir kommen zum „Otto-Huus“. Otto Waalkes, der prominenteste Sprössling der Stadt Emden, hat hier eine kleine Sammlung ausgestellt, die man besichtigen kann. Sie erstreckt sich über zwei schmale Stockwerke, ist aber die 4 Euro Eintritt durchaus wert. Allein die Kindheitserinnerungen, die sie auslöst, machen Spaß. So ergeht es anscheinend auch anderen Besuchern, die sich auch gegenseitig ihre Erfahrungen „von damals“ mit Otto Waalkes teilen.

Danach tingeln wir noch etwas, zunächst am Binnenhafen entlang, durch die Innenstadt und beschließen dann noch einmal nach Aurich zu fahren.

Aurich kennen wir bereits von einer unser vorherigen Touren. Die schöne Fußgängerzone der Innenstadt lädt zum verweilen ein. Wir flanieren in aller Ruhe entlang der zahlreichen Cafes und Geschäfte, Queen-Fila hat in ihrem Buggy wieder Platz genommen und genießt die Sonne im Liegen. Tatsächlich sahen wir in den letzten Tagen relativ viele Fahrradanhänger, Buggys oder Hundekörbchen am Fahrrad. Was vor einiger Zeit noch Aufsehen erregte, ist mittlerweile gang und gäbe. Aber trotzdem werden wir vereinzelt von verzückten Touristen noch auf Fila angesprochen.

Zurück auf dem Campingplatz sehen wir, dass sich heute ein Imbisswagen im Eingangsbereich positioniert hat. Da wir noch keinen Plan gemacht haben, was wir heute Essen wollen, kommt er nicht ungelegen.

Zunächst bauen wir jedoch unser Sonnensegel ab. Die Wetterprognosen sagen, dass es mit dem schönen Wetter ab morgen vorbei sein soll. Zwar ändern sich diese auch gerne regelmäßig, aber unsere letzte Erfahrung am Plöner See hat gezeigt, dass ein Umbau auf ein Tarp doch eine gute Idee ist. Im Falle eines Falles bekommen wir dies wesentlich besser getrocknet als das sperrigere Sonnensegel mit den Luftschläuchen.

Der Abbau geht recht flott und auch der Aufbau des Tarps dauert nicht lange. Da der Wind sehr aufgefrischt hat, ziehen wir die Alu-Stangen des Tarps nicht aus und stellen es erst einmal mit großer Neigung nach vorne auf. So verfängt sich der Wind nicht so leicht darunter – auch eine Erfahrung vom Plöner See.

Während ich die letzten Abspannleinen anbringe, holt Tina uns vom Imbisswagen Currywurst mit Pommes. Fila schläft in der Zeit den Schlaf der Gerechten und erholt sich von den Lauf-Anstrengungen der letzten Tage.

Neben uns kommen neue Nachbarn an. Ich höre die Frau ihrem Mann beim Rangieren Hinweise zurufen. Ich schaue einmal hinaus, ob ich helfen kann. Als ich zu ihr komme, spricht sie gerade mit sich selbst: „Der hört eh nicht auf mich…!!“.

Das merkt ihr Mann auch und steigt aus. Als er abkoppelt frage ich, ob ich beim Schieben behilflich sein soll. Er lehnt dankend ab. „Der Wohnwagen ist leicht, das schaffen wir gut alleine“.

Ihr Sohn fängt im Wagen an zu brüllen und fordert vehement herausgelassen zu werden. Der ebenfalls mitfahrende Hund, fällt bellend in das Gebrüll mit ein. Das kann ja lustig werden.

(Der kleine Quengelprinz von nebenan)

In Google-Maps haben wir gesehen, dass hier in der Nähe ein Bahlsen-Outlett ist. Da müssen wir mal hin. Praktischerweise wird eine Fahrzeit von 8 Minuten angezeigt. So lassen wir Fila weiter an der Matratze horchen und fahren abwechselnd einmal hin. Ja, was soll ich sagen? Natürlich hat sich der Abstecher gelohnt und wir wurden fündig. Nicht immer sind die Waren so viel günstiger als im Einzelhandel, da muss man aufpassen. Bei dem sogenannten „Bruch“, also Ware mit kleinsten Macken (z.B. abgebrochene Ecken o.ä.), die in meist großen Beuteln oder Dosen angeboten werden, kann man nicht viel falsch machen.

Als wir abends wieder auf dem Deich unterwegs sind, hat der Wind noch mehr aufgefrischt. Das Wasser ist auch ziemlich in Bewegung und die Wellen, die auf die Salzwiesen treffen, sind zu hören. Das ist schon eher Nordsee-Feeling, wie wir es kennen. Sich von der Nordseeluft einmal ordentlich den Kopf freiblasen zu lassen, ist auch etwas schönes.

Dienstag

In der Früh um 7:00 Uhr krakelt das Kind von nebenan seine Eltern aus der Koje. Für Tina war es das – sie ist wach.

Ich kann tatsächlich noch einmal wegdösen. Als ich gegen 8:30 Uhr dann wach werde, hat Tina schon die Amazon Prime Days nach den Dingen durchforstet, die wir auf unserer Merkliste „für später“ hinterlegt haben.

Wir gehen mit Fila die Morgenrunde und anschließend am Campingladen vorbei, um Brötchen zu holen. Auf dem Weg dorthin begegnen wir unser Nachbarfamilie, die auf den vom Junior eingeforderten Weg zum Spielplatz sind. Wir kommen kurz ins Gespräch – solange, bis Junior seine Mutter erfolgreich hinter sich her zerrt.

Die Brötchenauswahl ist heute sehr eingeschränkt, bzw. praktisch kaum noch vorhanden. So hole ich mir den Scooter hervor und roller nach Norddeich zum Bäcker. Tina bereitet in der Zeit schon einmal Kaffee und Frühstückseier vor.

Heute haben wir eigentlich einen Platz-Tag geplant. Das Wetter ist entgegen der letzten Prognosen jedoch wieder als sehr schön für heute angesagt. Auch der Wind hat merklich nachgelassen.

So bringen wir dann auch unser niedrig abgespanntes Tarp wieder in eine aufrechte Position.

Obwohl wir uns gedanklich auf Entspannung am Platz vorbereitet haben, beschließen wir, heute wieder nach Norddeich zu laufen. Das Wetter muss genutzt werden und auch wenn mir langsam die Socken qualmen – es ist auch einfach zu schön an der See entlang zu laufen.

Bei Fila werden wir heute etwas aufpassen müssen, dass sie sich nicht übernimmt, aber den Buggy haben wir ja dabei.

So machen wir uns auch dann auf den Weg. Fila marschiert wieder in einem guten Tempo voran. Bevor wir aber die Promenade erreichen, wird sie merklich langsamer. Die letzten Tage zollen halt dann doch ihren Tribut. So kommt Queen-Fila wieder in den Buggy und schaut sich von dort interessiert ihre Umgebung an.

Wir laufen dieses Mal weiter am Deich entlang zum „Haus des Gastes“. Dort treffen wir auf Steffi und Roland. Einige werden sie aus der Fernsehsendung „Hot oder Schrott – die Allestester“ kennen.  Sie haben hier heute einen kleinen Stand, auf dem man sich mit einem Laser sein Lieblingsfoto auf einem kleinen (Frühstücks-)Brett gravieren lassen kann. Das ist doch eine nette Erinnerung, denken wir uns und lassen uns unser Logo auf eines der Brettchen gravieren. Eine schöne Erinnerung, die bei uns im Wohnwagen natürlich einen Ehrenplatz bekommt.

Mit Steffi und Roland kommen wir auch ins Gespräch. Beide sind sehr sympathisch.

Auf ihrem Instagram-Kanal wird immer angekündigt, wo sie mit ihrem Gravur-Stand wieder unterwegs sind. Wer die Gelegenheit hat – schaut doch mal vorbei.

Wir laufen weiter am Deich entlang, denn wir haben Appetit auf Fischbrötchen. Dummerweise haben wir gerade unser letztes Bargeld bei Steffi und Roland gelassen. Denn: Wirklich alle Imbiss- und Fischbuden nehmen nur Bares. So ein Mist.

Was soll´s, gibt es heute wohl keinen Fisch.

Richtung Strand entdecken wir ein paar große Drachen, die in der Luft stehen. Auch dort schauen wir vorbei. In der Luft schaukeln sanft Haie, Chipmunks, Orcas und weitere Wasserbewohner im Wind hin und her. Ein schöner Anblick.

Langsam laufen wir dann wieder zum Campingplatz zurück. Die Wolkendecke will heute nicht so richtig aufbrechen, aber es ist zumindest trocken. Es ist wirklich wieder schön an der See bei aufgefrischtem Wind entlangzulaufen.

Bei Kai-Uwe machen wir uns noch jeder eines der vom Frühstück übriggebliebenen Brötchen. Dann holen wir noch eines unserer Spiele hervor und versuchen in einem Adventure-Game aus dem Verlies zu entkommen.

Abends geht es natürlich wieder auf den Deich. Aufgrund der Wolken, die zwar etwas aufgebrochen sind und dadurch, dass wir etwas später dran sind, sehen wir heute keinen Sonnenuntergang. Wir laufen noch etwas auf dem Deich entlang. Tina und Fila laufen vor mir. Mit einem Mal wird Tinas Rücken von hinten beleuchtet. Ich drehe mich um, weil ich dachte, dass vielleicht ein Fahrrad oder Scooter von hinten angefahren kommt. Aber nein, es ist vielmehr das Restlicht des Tages, welches doch noch ein farbliches Spektakel in den Himmel zaubert. Fein aufgereihte Reihen von kleinen Wolken werden in einem dermaßen sattem rot angestrahlt, dass man denken könnte, der Himmel brennt. Wirklich spektakulär, Respekt, Natur!

Mit diesen schönen Eindrücken im Kleinhirn, lassen wir den Abend im Wohnwagen dann sanft ausklingen und machen es uns wieder richtig gemütlich.

Mittwoch

„PAPAAAAA, AUFSTEHEN JETZT!!!““““

Es ist 7:30 Uhr….

Die ersten Gedanken des Tages sollten nicht einen kleinen, störrischen, geknebelten Jungen beinhalten…., aber was soll ich machen?

 

Ich bin müde und die schlechte Laune von Junior nebenan, ist anscheinend auch bei mir angekommen.

Auch Tina und Fila wachen auf. Nach deren Blick zu urteilen, geht ihnen ähnliches durch den Kopf.

Na bravo, der Tag fängt ja gut an.

Ich krabble aus dem Bett und stoße mir als erstes den Zeh an dem Inhalt einer Tasche, die vor dem Bad liegt.

Das wird mein Tag heute…

Heute im Laufe des Tages wollen wir noch unser Fischbrötchen nachholen und wie wir gelernt haben, brauchen wir Bargeld. Ich fahre zu einem nah gelegenen Netto-Markt, an dem man sich an der Kasse auch Bargeld auszahlen lassen kann. Das verbinde ich gleich mit dem Brötchenholen und dem Wegbringen des Leerguts. Also…, ich wollte das damit verbinden. Als ich bei Netto angekommen bin, denke ich: „Irgendwas fehlt doch…“.

Ja, das Leergut liegt immer noch im Wohnwagen.

Ich sage ja, das wird mein Tag heute.

Zumindest mit Brötchen und Bargeld in der Tasche kehre ich zurück zu Kai-Uwe.

Heute fahren wir ganz in die Nähe, nach Norden. Dort laufen wir ein bisschen die Fußgängerzone entlang und schauen uns das bunte Treiben an.

Beim „Zum Backfisch“ kehren wir später ein. Hier finden sich auch ein paar Außenplätze. Da das Wetter sich heute wieder von der sonnigen Seite zeigt, nehmen wir Platz und ordern Fish & Chips und ein paar Knuspergarnelen.

Puh. Was uns dann erwartete, war der Tod auf Raten. Um es kurz zu machen: Der Fisch fand mehrfach den Tod. Erst als er gefischt wurde und dann noch einmal, als die Friteuse ihm ebenfalls mehrfach den Rest gab. Von außen trocken, von innen würg. Die Knusperpanade der Garnelen stand dem nicht nach. Dafür waren die Garnelen innen noch nicht durchgegart. Ein großer, ärgerlicher Reinfall.

Wir fahren zurück zum Campingplatz. An der Platzeinfahrt steigen Fila und ich aus und laufen zurück zu Kai-Uwe. Tina nutzt die Zeit und möchte noch bei zwei in der Nähe befindlichen Outlets vorbei schauen.

So komme ich wieder ein bisschen zum Schreiben des Reiseberichts und Fila kann ihren Pflichten als Wachhund nachkommen, indem sie laut schnarchend auf der Seite liegt.

Für die Nacht, bzw. den frühen Morgenstunden sind Windgeschwindigkeit mit Böen von bis zu 70 km/h angesagt. Sicherheitshalber senken wir am Nachmittag die Tarp-Stangen wieder auf die kleinste Stufe hinab, so dass sich der Wind nicht so schnell darunter verfangen kann. Jede Stange ist mit drei Abspannleinen gesichert, das sollte halten.

Als wir ins Bett gehen zurrt der Wind schon ganz schön am Tarp, aber alles ist gut befestigt.

Gegen 3:00 Uhr wache ich auf. Die Sturmböen sind da. Ich ziehe mir die Jogginghose über und schaue nach dem Tarp. Tatsächlich hält bislang unsere Konstruktion stand. Der Wind ist jedoch so heftig, dass ich es auch nicht riskieren möchte, dass sich das Tarp aus der Kederschiene reißt. Also löse ich an der Ratsche zum Abspannen die Leinen und mache die Befestigung an den Stangen ab. Prompt rutscht mir das Tarp aus der Hand und der Wind verabreicht mir mit dem Tarp ein paar saftige Ohrfeigen.  Zum Glück bekomme ich das Tarp schnell wieder zu fassen und raffe es etwas zusammen, um dann an der nächsten Stange die Befestigung zu lösen. Ich komme mir teilweise vor, als hätte ich einen Lenkdrachen am Schlafittchen.
Stangen und Leinen lasse ich liegen, das Tarp ziehe ich aus der Kederschiene und stopfe es in die Dusche unseres Privatsanitärhäuschens.

Als ich – mittlerweile hellwach und ein wenig nass – , denn natürlich hatte es noch angefangen zu regnen, wieder ins Bett klettere, höre ich nur ein Schnarchen von Fila und ein (nennen wir es) lautes Atmen meiner Holden. Das nennt man wohl einen gesegneten Schlaf….

Donnerstag

Die Nacht war weiter mit Regenschauern durchsetzt. Es ist nach wie vor sehr windig.  Der Morgen ist grau und ungemütlich.

Aber es nützt ja nichts, Fila verlangt ihr Recht.

Also raus aus den Betten und ab zum Deich. Auf dem Weg dorthin holen wir uns noch einmal Brötchen aus dem Campingladen.

Wir überqueren dann die Straße und laufen die Treppe zum Deich hinauf. Kaum lugt Filas Kopf über die Deichspitze, legt sie auch schon die Ohren an, denn sie wird vom Wind ordentlich begrüßt.

Wir laufen unsere Runde und kehren dann zum Frühstücken zurück. Zum Glück ist gerade Regenpause, so dass wir trocken zum Wohnwagen zurückkommen und auch Fila ihr Fressen draußen bekommen kann.

Danach frühstücken wir in aller Ruhe und gehen den Tag ganz entspannt an.

Entgegen der Wetterprognosen reißt der Himmel immer wieder auf und auch die Sonne lässt sich temporär blicken. Wir beschließen noch einmal in Norddeich an der Promenade etwas zu laufen. Fila ist heute jedoch nicht so gut drauf und so fahren wir mit dem Auto zu den vorgelagerten Parkplätzen.

Die Surfer und Kite-Surfer donnern heute über die Wellen. Es ist schon ein toller Anblick, wie sie über das Wasser jagen und teilweise am Kite hängend abheben.

Zunächst läuft Fila noch ganz munter mit, doch der Wind macht ihr zusehends zu schaffen. So wechseln wir dann auch alsbald auf die andere Deichseite. Tina ist immer noch auf der Suche nach einer vernünftigen Regenjacke mit einer Wassersäule von 15000 aufwärts. Bei ihrem Shoppingtrip war sie leider nicht erfolgreich. Entlang der Läden am Deich ist auch noch ein Klamottenladen („Watt n Laden“), der gerade auch seine reduzierte Ware anpreist.

Gucken kann man ja mal.

Die Auswahl ist überraschend groß und die Verkäuferin sehr nett. So dauert es gar nicht lange, bis Tina ihre neue Jacke in den Händen hält. Geht doch.

Als wir wieder im Auto sitzen, um zum Platz zurückzufahren, setzt der Regen wieder ein. Gutes Timing.

Nachmittags testen wir noch das „Cotto e Crudo“, den am Platz ansässigen Italiener. Wir ordern zwei Pizzen to go.

Das Personal ist sehr freundlich und die Pizzen sehr lecker. So, wie man es sich bei einem guten Italiener wünscht. Eine klare Empfehlung.

Satt und zufrieden verstauen wir noch ein paar Sachen und spielen dann noch ein bisschen.

Natürlich gehen wir abends auch noch einmal zu einer abendlichen Abschlussrunde auf den Deich. Heute ist es aber so bewölkt, dass es keinen schönen Sonnenuntergang gibt. Macht nichts, wir konnten das Spektakel ja ein paar Mal genießen.

Freitag

Der Abreisetag ist gekommen.

Wir holen uns noch einmal Brötchen beim Campingladen heraus und bereiten unseren Reiseproviant vor. Gefrühstückt wird heute auf der Autobahn.

Der Wettergott ist gnädig und wir können den restlichen Abbau und das Movern und Ankoppeln trocken hinter uns bringen.

Die Rückfahrt verlief glücklicherweise ereignislos. Selbst im Bremer Nadelöhr und bei der altbekannten HH-Stillhorner Ecke, kamen wir recht passabel durch.

Hier noch ein paar Platz-Impressionen:

 

Hier geht es in den Bereich, in dem Hunde nicht erlaubt sind.


Kommen wir zu unserem Fazit:

Unsere Campingplatzbewertung

(Wir vergeben 1 bis 5 Sterne. Es handelt sich natürlich um unseren, subjektiven Eindruck)

Anreise: Parkplatz, Anreisespur, Weg zur Parzelle

Bei der Campingplatzzufahrt gibt es zwei Anreisespuren. Die Schrankendurchfahrt hat eine Kennzeichenerkennung. Durch eine gute Beschilderung findet man sicher zu seiner Parzelle

Unsere Sternebewertung: ★★★★★

Parzellen- / Stellplatz

Stellplatznummer: 316 mit Privatsanitär

Der Stellplatz hat eine schöne Größe. Wohnwagen, Tarp (oder auch Sonnensegel / Vorzelt) und Auto passen gut drauf.  Strom – und Wasseranschluss waren direkt am Sanitärhäuschen. Auch ein Abwasseranschluss war vorhanden. Das Sanitärhäuschen ist funktional und hat auch eine Heizung. Bei Bedarf hätten wir also auch z.B. mal eine Regenjacke dort trocknen können.
Was bei unserem Sanitärhäuschen genervt hat: Je nach Lichteinfall (z.B. durch die Vormittagssonne) gingen die Beleuchtung samt Lüftung nicht – zumindest wurde uns das als Grund dafür verkauft. Allerdings gingen auch mal nur die Beleuchtung oder Lüftung an. Von jetzt auf gleich, ohne ersichtlichen Grund…
Das nervte etwas, gerade wenn man morgens hintereinander duschen geht.  (Daher hier ein Stern Abzug)

Unsere Sternebewertung: ★★★★

Orientierung auf dem Platz

Die Orientierung ist problemlos. Alles ist gut ausgeschildert.

Unsere Sternebewertung: ★★★★★

Sanitäranlagen

Die Sanitäranlagen habe ich mir nur einmal kurz angeschaut. Im Hundeverbotsbereich ist ein neueres Sanitärgebäude, vorne, nahe der Rezeption ein Älteres. Beide waren sehr sauber. Wasch- und Abwaschmöglichkeiten (mit Camper-Waschmaschine, wie man sie von anderen Plätzen kennt, die kostenfrei genutzt werden kann) waren ebenfalls sauber und gepflegt.

Unsere Sternebewertung: ★★★★★

Einkaufsmöglichkeiten / Restaurant am Platz

Der Campingladen war sozusagen auf Notbetrieb gestellt. Das Sortiment war sehr reduziert – macht jedoch auch zum Saisonende Sinn, da hier wohl ein Pächterwechsel ansteht.  Der Italiener, der sich am Platzeingang befindet, hingegen ist hervorragend.

Zum Einkaufen sind wir zu Netto oder Edeka gefahren, die nicht weit weg sind und mit dem Auto schnell erreicht werden können.

Unsere Sternebewertung: ★★★★

Freizeitangebote

Spielplätze und Tischtennisplatten sind vorhanden. Eine Fahrradvermietung liefert anscheinend auch Räder, E-Bikes oder Lastenräder auf den Platz – zumindest haben wir das einmal mitbekommen.

Unsere Sternebewertung: ★★★★

Freundlichkeit des Personals

Freundlich ist das Personal durchweg, jedoch leider nicht auskunftsfreudig. Zwar wurde ich bei der Anreise gefragt, ob wir schon einmal zu Gast waren, dann jedoch gab es nur den Platzplan ohne weitere Worte in die Hand. Nach dem Motto: Bitte sehr und viel Glück
Nicht falsch verstehen: Ich erwarte keine stundenlangen Einführungsmonologe, aber ein paar kleine Informationen machen die Anreise dann doch viel persönlicher. Es war zu dem Zeitpunkt in der Rezeption auch nichts los, so dass man deswegen hätte Abstriche machen mögen.
Schade, das haben wir bei anderen Plätzen besser erlebt.

Gleiches galt übrigens auch bei der Abreise. Eine gute Fahrt wurde mir gewünscht, es erfolgte jedoch keine Nachfrage, wie es uns gefallen hat.
Schade.

Unsere Sternebewertung: ★★★

Direkte Umgebung

Highlight war für uns die Nähe zu Norddeich, das fußläufig gut erreichbar ist – mit dem Fahrrad erst recht.  Es hat uns immer viel Spaß gemacht, entlang der Nordsee dorthin zu laufen – egal ob auf oder neben dem Deich.

Weitere Ausflugsziele wie Emden oder Aurich sind nicht weit weg.

Unsere Sternebewertung: ★★★★★

An die Nordsee fahren wir immer gerne wieder. Wahrscheinlich werden wir jedoch andere Campingplätze in Zukunft besuchen. Unsere tollen Tage an der Nordsee waren vor allem dadurch geprägt, dass wir so viel unterwegs waren, was uns wieder viel Spaß gemacht hat. Der Campingplatz konnte zumindest bei uns seinen Charme nicht in der Form entfalten, dass wir sagen: „Da müssen wir wieder hin.“.

 

 

 

 

Eine Antwort auf „Nordseecamping Norddeich 2026_10“

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