2019/05 Campingplatz Blank-Eck

Kai-Uwe muss reisen….

…dieses Mal nach Blank-Eck.

Der Campingplatz liegt in der Nähe von Oldenburg in Holstein und Heiligenhafen.

Eigentlich wollten wir das Pfingstwochenende nutzen und mit unseren Nachbarn nach Dänemark fahren. Hier hat uns dann die Schule unserer Tochter einen Strich durch die Rechnung gemacht. In der Woche vor Pfingsten fand ein Projekt mit finaler Aufführung am Freitag-Abend statt. Anwesenheitspflicht. Spuck, vielen Dank auch.

Es musste also eine Alternative her und so folgten wir der Empfehlung einer Kollegin von mir und besuchten den Campingplatz Blank-Eck.

Die Anfahrt verlief problemlos. Das letzte Stück ging es dann „die romantische Strecke“ entlang, also quer durch die Feldmark. Keine Panik, trotzdem auf geteerten Straßen. Allerdings waren wir froh, dass wir keinen Gegenverkehr hatten. Dies wäre sonst eine Herausforderung geworden…

Wir stellten uns auf einen kleinen Parkstreifen vor dem Platz und gingen zur Anmeldung. Die Damen von der Anmeldung waren fröhlich und herzlich. Danach machten wir uns zunächst zu Fuß auf dem Weg zum Platz, um den Weg dorthin zunächst einmal anzuschauen, z.B. ob man arg rangieren muss. Der Platz ist von der Größe „kuschelig“ und so gibt es nur eine Zufahrtstraße für Ankommende und Wegfahrende. Wir gingen also den Weg hinunter zum Sanitärhaus, einmal herum und dann gleich den ersten Weg nach rechts.

„Das ist machbar“, denke ich mir und wir gehen zu unserem Gespann zurück.

Zunächst brauchen wir die Schrankenkarte nicht zu nutzen, denn es wird uns von der Rezeption aus aufgemacht – Danke!.

Wir schaffen auch dann den Rest der Strecke ohne Büsche zu entpflanzen oder irgendwo gegenzudeppern.

Unsere Parzelle ist ausreichend groß, kommt uns anfangs trotzdem etwas eng vor. Aber wir sind wohl noch die Maße aus Strukkamp noch gewohnt, wo wir ein Wochenende im April verbracht haben. Letztendlich passen aber Wohnwagen, Vorzelt und Auto problemlos drauf.

Im Aufbau haben wir mittlerweile schon eine Routine entwickelt, auch was die Aufgabenverteilung angeht und so geht dieser recht flott von statten. Ich ärgere mich, dass ich nicht auf die Uhr geschaut habe, um zu gucken, wie lange wir eigentlich dafür brauchen. Naja, das nächste Mal halt…

Als wir fertig sind, schauen wir nochmal Richtung Rezeption. Mal gucken, was der kleine Laden für ein Sortiment bereithält. Wie sich herausstellt ein Kleines aber feines. Das Nötigste bekommt man dort. Auch Brötchen kann man hier für den nächsten Tag ordern.

Spontan entschließen wir uns, bei benachbarten Griechen etwas zum Essen mitzunehmen.

Die Portionen waren groß und lecker und auch der Preis war o.k..

Dann gehen wir noch unsere Abendrunde mit Fila. Der Platz wird sehr von Dauercampern dominiert. Es gibt nicht allzu viele Touristenplätze. Wenn man durch die Reihen der Dauercamper läuft, kommt man zur Wiese an der Steilküste, wo diejenigen ihr Lager aufgeschlagen haben, die autark unterwegs sind. Es windet zwar ziemlich, aber der Blick Richtung Ostsee ist großartig.

Es führt ein kleiner Weg Richtung Strand hinunter, den wir einschlagen. Am Strand entlang gelangt man wieder zum Campingplatzeingang.

Genau gegenüber ist ein Standortübungsplatz der Bundeswehr. Militärisch abgezäunt und mit Warnschildern versehen, die sagen „Nicht betreten, sonst Bumm“ fügt sich das BW-Gelände in die Landschaft ein. Als wir vor Ort waren, war dort nichts los. Berichten aus dem Internet zu Folge, finden dort wohl aber auch mal Schießübungen statt, außer in ein paar Wochen in der Hauptsaison.

Ähnlichen Lärm verursachen ein paar nachbarschaftliche Dauercamper. Die jungen Pseudoväter feiern den Vatertag. „Heiiiiidiiiiiii, Heiiiiiidiiiiiii“ schallt es herüber. Jep, da scheint wohl schon jemand an der Promilleuhr gedreht zu haben…  Aber, und da war ich dann doch erstaunt, gegen 22 Uhr war nicht mehr viel von ihnen zu hören. Später, am mittlerweile sehr frühen Morgen, hörte man die letzten in ihre Wohnwagen oder Zelte trotten, vertieft in laute Gespräche mit geradezu philosophischen Inhalt – gefolgt von einem Pschsssssst!

Kchkchkch!

Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück gehen wir duschen. Das Sanitärhaus gehört nicht zu den modernsten, die wir bislang gesehen haben, ist aber stets sauber. Vor dem Sanitärhaus ist eine Entsorgungsstation für die Wohnwagentoilettentanks, was mitunter zu etwas Landluft führt. Hätte man vielleicht anders lösen können.

Wir machen uns dann auf zum Wallmuseum, in dem Gebäude aus der Slawenzeit nachgestellt sind. Auch kann man mittelalterliche Bewohner bei ihrem Schaffen sehen. Das Freilichtmuseum hat uns gut gefallen und bekommt von uns den „Daumen hoch“ als Ausflugtipp.

Am nächsten Tag stellen wir fest, dass das Wetter sich erfreulicherweise noch weiter gebessert hat. Die Sonne lacht.

Heute wollen wir noch einmal nach Burg auf Fehmarn fahren.

Natürlich steht u.a. wieder ein Besuch im Teekontor an – Traditionen soll man nicht brechen.

Apropos Tradition… Beim Rathaus hat sich eine kleine Menschenmenge versammelt. Da scheint wohl jemand 30 geworden zu sein. Das Geburtstagskind wird dann mit einem Damenbody samt künstlicher Oberweite und einer Perücke versorgt. Die Kronkorken klirren über die Treppe und das Pflaster, als diese ausgeschüttet werden. Zum auffegen erhält der Jubilar gnädigerweise eine Zahnbürste…

Meine Shoppingexperten schlagen dann wieder gut zu und später holen wir uns noch Grillgut für den Nachmittag. Wir haben uns nämlich den kleinen Cadac Safari Chef geholt, mit Gaskartusche zum aufschrauben. Den ersten Praxistest hat er bereits zu Hause bestanden und auch am Nachmittag enttäuscht er uns nicht. Die Größe ist für drei hungrige Wölfe ausreichend.

Zurück am Platz und nach einem ausgedehnten Mahl drehen wir mit Fila noch eine Verdauungsrunde. Danach nutzen wir das trockene Wetter und bauen unser Vorzelt ab – morgen geht es leider wieder nach Hause.

Bis auf Tisch, Stühle und Vorzeltteppich ist dann bald alles verstaut.

Abends gehen wir noch an den Strand zum Sundowner. Wir sind nicht die einzigen mit dieser Idee. So langsam füllen sich die Bänke und andere Sitzgelegenheit am Strand. Der Sonnenuntergang ist dann auch wirklich bilderbuchmäßig.

Der Tag der Abreise ist dann leider viel zu schnell da.

Wir rödeln unsere letzten Sachen zusammen. Nach dem Duschen hole ich uns noch die vorbestellten Brötchen ab. Als wir gerade darüber sprechen, dass wir jetzt die Stützen hochfahren können, kommt unser Nachbar auf uns zu. Er bittet darum, „dem Moverlosen“ zu helfen. Machen wir natürlich gerne.

Zusammen mit seiner Frau schieben wir den Wohnwagen auf den gegenüberliegenden, mittlerweile leeren Platz. Meines Erachtens steht der Wohnwagen noch zu nah an der Hecke, was ich auch kundtue. Mein Einwurf wird jedoch leichtfertig abgetan – seine Frau „guckt ja“. Er bedankt sich vielmals und bringt seinen Wagen in Position.

Mit einem mulmigen Gefühl gehe ich langsam zurück zu unserem Wohnwagen. Es dauert auch nicht lange und ich höre das Geräusch entlangschrammender Zweige… Ich drehe mich um und sehe den Wohnwagen die Hecke rasieren, während die holde Gattin guckt…aber nichts sagt. Irgendwann wird das Geräusch echt unangenehm und dies ist der Zeitpunkt, wo ich mit einem lauten „Stopp“ unseren Nachbarn zum Anhalten bewegen will. Dieser hat indes wohl im Rückspiegel gesehen, dass sich die Hecke „bewegt“. Er springt wie das HB-Männchen aus seinem Auto und fängt sofort an seine Frau anzupöbeln. Sie guckt ihn mit einer stoischen Gelassenheit an und meint, dass das schon passen würde. Er ist irgendwie anderer Meinung…..

Ein weiterer Campingnachbar wird aufgrund des Tumults auf den Plan gerufen. Wir versuchen zusammen die Gemüter zu beruhigen und schlagen vor, den Wohnwagen noch einmal abzukoppeln und in eine bessere Ausgangslage zu bringen.

Gesagt getan. Jetzt steht einer Abreise nichts mehr im buchstäblichen Wege. Es wird sich noch vielmals bedankt und verkündet, dass eine Scheidung nochmal abgewendet werden konnte.

Unsere Abfahrt verlief glücklicherweise problemlos. Ich hatte zwar Muff, um das Sanitärgebäude herum zu zirkeln. Dies klappte aber gut. Auch hatten wir keinen Gegenverkehr (Puh!) bis wir den Platz verlassen haben. So erreichen wir dann auch erfolgreich die Autobahn und werden nur später aufgrund eines Staus, inklusive brennenden Fahrzeugs auf eine harte Geduldprobe gestellt. Glücklicherweise konnten wir auf eine andere Autobahn ausweichen. Dies war zwar ein Umweg, aber es ging vorwärts. Zwar hatte sich letztendlich unsere Fahrzeit fast verdreifacht, aber wir sind gut und sicher angekommen – ist doch auch etwas.

Und so ging unser Kurztrip mit einer neuen Campingplatzerfahrung zu Ende.

Der Platz hat uns insgesamt gut gefallen und ist sicherlich auch mal wieder eine Reise wert.

 

 

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