2012 hat alles angefangen….

Tag 1 unseres Campingabenteuers.

Heute gehen wir mit unserem Zafira auf letzte Urlaubsfahrt.
Ab gehts nach Fehmarn.
Zum Camping.
Zum Camping?
Ja, der findige Leser, der mich kennt, liest richtig.
Meine Familie hat beschlossen: Das müssen wir unbedingt mal ausprobieren.

Und was tut ein guter Ehemann und Vater?
Richtig.
Die Klappe halten,
innerlich sterben
und mitfahren.


Der Trailer, den mein holdes Weib ausgesucht hat, entspricht allerdings ganz unserem Standard. Um ehrlich zu sein – mit Camping hat das nicht mehr allzu viel zu tun…
Ein doch komfortables Eigenheim nennen wir die nächsten drei Nächte unser eigen.

Am Campingplatz angekommen, können wir den Surfern bei ihrem Ritt über die Wellen zuschauen. Es weht ein starker Wind, der den Könnern unter den Surfern sehr entgegen kommt. Sie fetzen über die Wellen als wären ihre Frauen hinter ihnen her.


Nachdem wir an der Info unseren Wohnwagenschlüssel und die ca. 300 Seiten starke Platzordnung in Empfang genommen haben, fahren wir zu unserem Mobilheim. Der Wohnwagen ist echt schön. Wir merken aber schnell, dass man mit modernen fotografischen Mitteln durchaus die räumlichen Größe des Wohnwagen-Inneren – sagen wir mal – „günstig beeinflussen kann“. Oder mit anderen Worten: Alles ist etwas enger als gedacht. Martina brüllt vor Lachen, als ich mich versuchsweise in die Toilette schäle. Die Betten sehen auch….interessant aus. Die kommende Nacht wird wahrscheinlich ebenso…

Wir packen schnell aus, machen eine Bestandsaufnahme von Tellern, Gläsern, Putzlappen und Co (ja, die deutsche Campingobrigkeit verlangt das) und machen uns dann auf den Platz zu erkunden. Lea führt uns zielsicher zum Spielplatz. Dieser ist wirklich sehr schön. Es dauert keine fünf Minuten und Lea tollt mit „einer neuen Freundin“ durch die Gegend. Prima. Die Wasch-, Toiletten- und Duschhäuser sind sehr gepflegt und sauber. Bin auf morgen früh gespannt, wenn wir den Praxistest machen.

Die Wohnwagen der Dauercamper sind schnell zu erkennen. Größenteils komplett umzäunt und mit allen möglichen Tinneff versehen, reihen sich die Mobilheime aneinander. Wette, die Camper waren öfter im Baumarkt als am Strand. Jeder Wagen hat natürlich auch seine Sat-Schüssel. Auf das gepflegte RTL-Programm wollen die „Naturburschen“ natürlich auch nicht verzichten. Zurück im Wohnwagen schaffen wir es auch die Gasheizung in Gang zu kriegen. Sogar ohne uns in die Luft zu jagen. Der Trailer heizt sich zum Glück schnell auf, denn die Temperaturen gehen schon merklich zurück. Martina setzt beim Öffnen der Spülenabdeckung fast unsere Essecke unter Wasser, als diese sich unter den Wasserhahnhebel verkeilt. Egal, drehen wir die Heizung einfach etwas mehr auf. Mit Pasta gestärkt lassen wir den Abend ausklingen.

Camping, Tag 2

Die Nacht war…..LAUT und KALT. Der Regen trommelte Nachts gegen den Wohnwagen und wurde zeitweise noch von Graupel abgelöst. Zudem haben wir, also Martina und ich, in der Nacht ziemlich gefroren. Es könnte daran gelegen haben, dass ich, aufgrund meines fehlenden technischen Verständnisses, es nicht geschafft habe, mein Seitenfenster wieder ganz zu verschließen – ist aber nur eine Vermutung… ICH WILL NACH HAUSE ! Bibbernd stehen wir auf und ich falle auf die Knie und lobpreise den Erfinder der Gasheizung.

Lea und ich gehen dann zum Einkaufsladen des Campingplatzes um Brötchen und Zeitung zu kaufen. Die Brezeln, die wir auch für unseren Hansapark-Ausflug gekauft haben sind teuer, schmecken dafür überhaupt nicht. Nach einem dann doch leckeren Frühstück, gehen wir in die Waschhäuser zum Duschen. Alles sehr gepflegt und sauber. Das gefällt. Der Wind geht nach wie vor sehr stark und wir beschließen, unsere mitgebrachten Drachen steigen zu lassen. Also auf Richtung Spielplatz und zum großem Fußballfeld. Im Schutze eines Baumknickes bauen wir die Himmelsstürmer zusammen…. ….um schnell feststellen zu müssen, dass der doch üppige Wind unsere Drachen völlig überfordert. Das Gestänge biegt sich so dermaßen durch, dass wir ganz schnell den Rückzug antreten müssen. Schade. Discounterware ist halt manchmal doch nur billig. Enttäuscht treten wir den Rückzug an.

Ein paar Minuten später fahren wir Richtung Hansapark und die Stimmung hebt sich wieder. Heute wollen wir uns vor allem die Lichterparade samt Abendshow und Feuerwerk ansehen. Den Jahreskarten sei dank, können wir bei schlechtem Wetter ja auch jederzeit abbrechen. Das Wetter wird jedoch, je weiter der Tag voran schreitet, immer besser. Zum Abend haben wir einen fast wolkenlosen Himmel. Beste Voraussetzungen also. Wir bekommen die Zeit im Park gut herum und haben viel Spaß. Die Lichterparade ist wirklich großartig. Dieses Jahr ist der Höhepunkt ein feuerspuckender Drachen.

Danach gehen wir zur Abendshow. In der schön beleuchteten Mexiko-Stadt starten die Trommler auf den Dächern die Show. Sieht großartig aus, finde ich. Meine Tochter weniger. Sie hat es mit der Angst bekommen und startet den geordneten Rückzug. Es gibt für sie kein Halten mehr. Wir fahren mit dem Holstein-Turm noch nach oben und gucken uns das gesamte Lichterspektakel von oben an. Das Feuerwerk sehen wir dann auch noch….vom Autoparkplatz aus… Egal, wir müssen eh bis 22.00 Uhr zurück sein, um noch mit dem Auto auf den Platz zu kommen – die bereits erwähnte Platzordnung duldet keine Verspätung. Zurück im Wohnwagen also schnell Heizung an und „bettfertig“ machen. Die Mario-Barth-Kenner wissen wovon ich schreibe… Ach ja, und heute Fenster richtig schließen!

3. und letzter Campingtag

In der Nacht hat es mal wieder in Strömen geregnet. Es ist allerdings nicht mehr so bitter kalt und wir haben auch besser geschlafen – könnte am geschlossenem Fenster liegen… Ich schäle mich aus meinem Bett und muss die Toilette aufsuchen. Rumms! Mein Knie kracht an die Waschstelle gegenüber. Bong! Die aufgemachte Tür scheppert gegen die Wand. Päng! Mein Kopf hämmert gegen die Schräge!
Camping ist toll !

Der Regen will heute morgen nicht so recht aufhören. Zum Glück ist Martina mit Brötchenholen dran 🙂 Sie macht sich mit Lea auf den Weg und ich kämpfe mit dem Gasherd und bereite das Frühstück vor. Gestern hat Tina den Kühlschrank noch richtig eingestellt (ich glaube, ich erwähnte das noch gar nicht) und so sind die Tomaten und der Aufschnitt heute nicht steif gefroren… Prima.

Während unseres leckeren Frühstücks lässt der Regen dann doch allmählich nach. Nach dem Duschen und Zähneputzen wollen wir nach Burg fahren. Lea schwärmt seit ihrem letzten Fehmarn-Ausflug mit ihrer besten Freundin von einem Pralinenladen, den es dort geben soll. Müssen wir uns angucken! In Burg angekommen führt uns Lea zielstrebig zu ihrem Pralinenladen. Zum Glück hat sie die Orientierung ihrer Mutter. Böse Zungen behaupten ja, ich könne nicht mal die Toilette finden ohne Navi…
Total übertrieben, finde ich.

Im Laden zeigt uns Lea das sehr umfangreiche und leckere Sortiment. Wir kommen mit der Verkäuferin ins Gespräch. Als sie hört, dass unsere Tochter für den Laden ordentlich Werbung gemacht hat, staubt Lea gleich eine selbst gemachte Praline ab. Meine darauf hin ständigen Beteuerungen, dass ich den Laden auch ganz toll finde, bringen mir leider nichts ein… Mist. Wir stellen uns eine schöne Auswahl zusammen und verlassen den Laden mit dem Versprechen bald mal wieder rein zu gucken.

Jetzt geht es erst einmal auf Caching-Tour. Natürlich habe ich mich gut vorbereitet und ein paar Caches aus der Umgebung heraus gesucht und – Martina findet sie alle!! Ich weiß nicht, wie sie das macht. Sie scheint einen eingebauten Sensor zu haben. Es ist schon fast frustrierend. Zurück auf der „Mainstreet“ finde ich meinen neuen Lieblingsladen: Ein Geschäft, in dem man Drachen in jeder Größe und Preisklasse kaufen kann. Lea entscheidet sich für einen Pocket-Drachen, ich für einen Lenkdrachen. Wenn nicht der Kauf unseres neuen Autos gerade hinter uns liegen würde, hätte ich sicherlich noch mehr zugeschlagen. Ich ´ durfte´ übrigens nur unter der Bedingung kaufen, wenn ich anschließend mit meinen Lieben nach Puttgarden fahre. Was gibt es da? Den sogenannten ´ Boarder-Shop´ . Hierbei handelt es sich um ein an der Pier festgemachtes Schiff, auf dem man zollfrei einkaufen kann. Und das, wo gerade unser Konto den Begriff LEER neu definiert… Also auf nach Puttgarden. Auf dem dortigen Gelände sehen wir diverse Leute Einkaufswagen voller Alkoholika zu ihren Autos karren. Ja, Alkohol ist teuer in Dänemark. Denn die zukünftigen Schnapsleichen kamen meist aus diesem Land. Wir gehen an Bord. Der Traum eines jeden Alkoholikers wird wahr: Drei große Etagen mit sämtlichen Fusel-Sorten, die es so gibt. Manch einer kennt bestimmt die abgewandelte Fassung von Otto Waalkes von „We didn´t start the fire“ von Billy Joel (in seiner Version: „Wir haben Grund zu feiern“). Die aufgezählten Spirituosen waren hier alle vorhanden und noch viel mehr. Uns interessiert aber nur das oberste Stockwerk: Naschis in XXL-Format. Wer sich hier komplett durchfressen würde, käme übrigens mit diesem Format nicht mehr aus. Einen vollen Tragekorb später fahren wir zurück zum Campingplatz.

Auf dem Platz möchte Lea, nein besser: sie verlangt s o f o r t ihren Drachen auszuprobieren. Soviel Charme können wir nicht widerstehen und wir machen uns auf zum Fußballfeld. Etwas mitleidig gucke ich ihr kleines Bündel an und lege mir schon in Gedanken ein paar tröstende Worte zurecht. Wir packen aus, schnüren zusammen und….. ….das kleine Drecksding für 5 Euro fliegt wie Hulle. Wahnsinn. Lea hat einen riesigen Spaß und ist stolz wie Oskar. Mehrfach betont sie, dass sie ja gleich gewusst habe, dass sie die richtige Kaufentscheidung getroffen hat.
Jaaaa, mein Kind.

Im Anschluss wollen wir noch ein paar Caches in Campingplatznähe suchen. Wir machen uns auf und werden vom Navi quer über den benachbarten Golfplatz geführt. Das dieser elitäre Kreis überhaupt Spaziergänger zulässt, wundert uns und wir trauen der Sache anfangs nicht recht. Zur Sicherheit schlage ich vor, einfach drauf los zu marschieren… Im nächstem Moment werden wir auch schon von einer Gruppe Golfer darauf hingewiesen doch besser auf dem gekennzeichneten Wegen zu laufen anstatt auf der Bahn – könnte sonst etwas gefährlich werden. Dank Martinas ´Sonar´ finden wir, bzw. sie, alle Caches und loggen diese. Naja, bis auf Einen. Dieser hing nämlich gut befestigt in 5-6 Metern Höhe in einem Baum. Ich habe zugegebenermaßen nicht die sportlichen Voraussetzungen, um den Cache zu erklimmen und meine Mädels, naja… Wie sagt man so schön: Kurze Arme, keine Kekse Als wir zum Campingplatz zurück kommen, neigt sich der Tag zum Ende. Die Temperaturen gehen wieder merklich zurück. Wir freuen uns schon auf unsere Kartoffelsuppe mit Würstchen, die wir uns gleich machen werden. Schräg gegenüber haben sich unsere Nachbarn auch zum Essen zusammen gefunden. Draußen. Bei den Temperaturen. Die spinnen, die Camper. Morgen werden wir dieses illustre Völkchen verlassen. Kommen wir wieder?
Ja, werden wir (als ob ich eine Wahl hätte).

Camper von Fehmarn seid gewarnt:

We´ll be back!!

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