Havelberge und Luxoase

Campingplätze Havelberge und Luxoase (2020_07+08)

Es ist Abfahrtstag. 

Wir sind aufgeregt und noch etwas durch den Wind…

Die Suche nach dem neuen Zugfahrzeug habe ich ja hier schon beschrieben. Normalerweise haben wir bis zur Abfahrt die Zeit alles in Ruhe zu packen und selber noch ein bissel herunterzukommen, bevor es losgeht.

Natürlich ist gerade mal wieder alles anders.

Ich habe am Vortag der Abfahrt noch meinen Präsenztag in der Firma. Martina hat bereits frei und schlägt sich wacker bei der Chaosbeseitigung in der Wohnung und beim Packen der letzten Dinge.

Lea hilft nach Leibeskräften den Stresspegel nicht nach unten fallen zu lassen. Während wir gerade bei Kai-Uwe sind und die letzten Sachen verstauen, klingelt das Handy.

Lea teilt mit, dass sich ein Draht ihrer festen Zahnspange gelöst hat.

Fuck.

Es ist Freitag, 17:30 Uhr.

Double-Fuck!

Natürlich haben alle KFO-Praxen mittlerweile geschlossen oder sind im Urlaub.

Wir durchforsten das Internet nach Lösungen.

Und tatsächlich: Eine Praxis in Bad Segeberg hat noch bis 19:00 Uhr auf.

Wir rufen an und können tatsächlich noch vorbeikommen.

Also mit fliegenden Fahnen nach Hause, Kind einsammeln und mit rauchenden Reifen nach Bad Segeberg fahren. 

So waren wir dieses Jahr dann doch noch am Kalkberg…

(Normalerweise zu den Karl-May-Festspielen, die jedoch wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können)

Nun aber stehen wir mit unserem Bären also vor der Garage von Kai-Uwe. Was schon einmal super ist: Der riesige Kofferraum schluckt wirklich allerhand. So problemlos haben wir das Vorzelt und die anderen Sachen noch nie verstaut bekommen.

Es dauert dann auch gar nicht lange und Kai-Uwe ist das erste Mal am Haken unseres Bären.

Obwohl es total unnötig ist, beschleicht mich doch ein komisches Gefühl in der Magengegend, als ich das erste Mal mit der neuen Gespannformation anfahre.

Wir sammeln dann noch Lea und Fila ein und ab geht die Fahrt.

Erstaunlicherweise kommen wir sehr gut voran und liegen so gut in der Zeit, dass wir noch eine Pause einlegen. Ab 15:00 Uhr dürfen wir auf den Platz. Per E-Mail haben wir in der letzten Woche noch Unterlagen zum einchecken zugesandt bekommen und einen PIN für die Schranke. Wir können dann schon gleich auf den Platz fahren und die Anmeldeformalitäten anschließend machen.

Als wir von der Autobahn abfahren, haben wir noch ca. 40 km Landstraße vor uns.

Aufgrund einer Straßensperrung folgen wir der ausgewiesenen Umleitung, die sich als „Landpartie“ entpuppt. Sightseeing entlang von Dörfern und Felder…mit Wohnwagen am Haken….großartig…

Kurz vor dem Ziel fahren zwei Wohnwagengespanne vor uns, die anscheinend auch zum CP Havelberge wollen. So können wir die beiden gut als Anhaltspunkt nehmen, was enge Kurven, Gegenverkehr usw. angeht.

Auf der Zielstraße fahren die Gespanne rechts an die Seite. Wir tuen es ihnen gleich.

Parkend an der Seite zieht sich eine lange Schlange bis zur Rezeption. Der Nachteil, wenn man nur den Samstag als Anreisetag hat.

Ich komme mit einem der Gespann-Fahrer ins Gespräch. Dieser teilt mir mit, dass man wohl durchfahren könne, sofern man mit einem Schranken-PIN versorgt wurde. Wurden wir! Auf gehts!

Lea steigt mit Fila schon einmal aus, damit sie sich die Beine vertreten kann. 

Unser PIN funktioniert und wir passieren die Schranke. Nun geht es erst ein kurzes Stück geradeaus und dann eine Rechtskurve mit 10% Steigung hinauf. Ich schicke Stoßgebete zum Himmel, dass uns bitte niemand entgegenkommen möge.

Während am Anfang des Platzes die verschiedenen Wege und Straßen, die von der „Hauptstraße“ abgehen noch gut beschildert sind, ebbt dieses im weiteren Platzverlauf immer weiter ab. 

So verpassen wir die für uns richtige Abzweigung und fahren langsam auf ein Durchfahrt-Verboten-Schild zu – das Platzende.

Ich fahre erst einmal auf einen Wiesenabschnitt. Martina erkundigt sich dann bei einer Camperin nach dem richtigen Weg. Zum Glück können wir die letzte verbliebene Abzweigung nutzen und werden so im Bogen zu unserem Platz kommen.

Aber zunächst muss die verlorene Tochter samt Hund wieder eingesammelt werden. Martina macht sich auf den Weg Richtung Rezeption – und der Weg ist ein langer. 

Aber auch die Beiden finden sich wieder an und werden auf unser Parzelle platziert. Dann fahren wir die letzten Meter zu unserem Stellplatz.

Gut angekommen koppeln wir ab und movern Kai-Uwe in seine Endposition.

Danach bauen wir das Vorzelt auf.

Während Martina das „Innenleben“ des Vorzeltes weiter aufbaut, gehe ich zur Rezeption, um uns anzumelden. Der Weg zur Rezeption ist wahrlich kein kurzer. Vor der fiesen Anfahrtkurve geht dann ein Treppe hinab zur Rezeption, die den Weg etwas abkürzt. HavelBERGE halt… 

Mich erwartet eine fiese Schlange von Menschen (wie gesagt, einziger Anreisetag in der Woche). 

Es dauert dann auch eine ganze Weile, bis ich an die Reihe komme.

Die junge Dame an der Rezeption ist sehr nett und ich werde mit Duschkarten und Infomaterial versorgt. Außerdem gibt es noch eine Schrankenkarte.

Für die Warmwasserversorgung beim Duschen werden 0,5 Cent je Sekunde fällig. Dies entspricht rund 90 Cent für 3 Minuten.

Mit einer der Duschkarten können wir ein Mal am Tag den Geschirrspüler kostenlos betreiben. Ein Vorteil, wenn man einen Komfortplatz gebucht hat. Wie die Praxis zeigt macht der Geschirrspüler seinem Namen alle Ehre. Er spült, trocknet aber nicht. Der Spülvorgang dauert dann aber auch nur rund 3-5 Minuten. In der Zeit schafft er leichte Verschmutzungen, mehr aber auch nicht. 

Zurück am Platz bekomme ich einen Kaffee gereicht. Der kommt gerade richtig.

Danach verstauen wir noch die Klamotten in den Fächern und Schränken. 

Mein liebes Kind fordert vehement WLAN.

Zeit, dass unser Giga-Cube auch seine Premiere feiert. 

Wie sich herausstellt ist der Cube natürlich nur so gut, wie er auch selbst Empfang hat. Und dieser ist leider auf unserem Platz bescheiden.

Ich vertröste also meine Thronfolge auf den Abendspaziergang mit Fila. Dann gehen wir ein paar WLAN-Tickets an der Rezeption besorgen. Das WLAN-Signal ist laut meiner Anzeige einigermaßen o.k..

Zunächst aber einmal ein wichtiger Programmpunkt: HUNGER

Wir machen uns zwei Ofen-Käse warm und verdrücken diesen mit Baguette, Paprika und Gurke.

Bevor dann die endgültige Schnitzelstarre einsetzt, machen wir uns noch einmal auf den Weg zur Rezeption und besorgen die WLAN-Tickets. 

Den ersten Eindruck, den wir von dem Platz bekommen ist wirklich gut. Wir sehen u.a. den Kletterwald, die Showbühne neben dem Restaurant und können einen Blick auf den See werfen.

Unser Standplatz (L014) liegt dicht neben dem großen und komfortablen Sanitärhaus. Durch Buschwerk auf der einen und einem Wall auf der anderen Seite stehen wir in der hinteren rechten Ecke eines Vier-Parzellen-Verbunds und haben es dadurch schön ruhig.

Das Wetter könnte übrigens nicht schöner sein. 

Wir fallen alle total k.o. in die Betten. Fila quatiert sich einfach kurzerhand auf der Zwischenmatratze des Rollrostes ein. So what! Gute Nacht, mein Hund. Schnarch nicht so laut.

Am nächsten Tag lacht wieder die Sonne.

Martina dreht mit Fila die Morgenrunde und ich bereite schon einmal den ersten Kaffee vor. 

Als die Beiden wieder da sind, wird gleich erst einmal Autan mit auf die Einkaufsliste geschrieben. In dem Waldstück, in dem man schön spazieren gehen kann, wird man hinterrücks von militanten Stichzeugs attackiert. Aber auch auf dem Platz erschlugen wir schon die eine oder andere Bremse.

Nachdem Fila abgefüttert wurde, backen wir uns Brötchen auf. Das Frühstück ist mega lecker und wir lassen den Tag ganz in Ruhe angehen.

Fila verzieht sich alsbald wieder an ihren Lieblingsschattenplatz unter den Wohnwagen. 

Unser Teenager geruht dann auch gegen Mittag mal aufzustehen.

Der Platz wird heute noch einmal ausgiebiger erkundet. Am See ist ganz schön was los und auch ein paar behelmte Abenteurer sind im Kletterwald unterwegs.

Wir schauen auch kurz in den kleinen Shop des Campingplatzes. Dieser ist ganz gut sortiert und man bekommt auf jeden Fall das Nötigste, nebst Brötchen und Kuchen hier. 

Später holen wir unsere Stühle und unseren kleinen Hocker aus dem Vorzelt und platzieren sie unter einem kleinen, schattenspendenden Baum. Kaffee schmeckt hier auch. Filas Körbchen holen wir auch noch herbei und schon leistet sie uns Gesellschaft.

Fila kommt noch nicht so richtig zur Ruhe. Selbst wenn sie sich hinlegt sind ihre Ohren und auch ihre Nase immer in Bewegung. Manchmal springt sie urplötzlich auf und schnappt nach einer Fliege. Man kann sich schon mal erschrecken, wenn man vor sich hin döst und ein lautes „Klack“ von Filas aufeinander schlagenden Zähnen dicht neben einen ertönt.

Aber bereits heute, an Tag 3, als ich die letzten Tage für meine Aufzeichnungen noch einmal Revue passieren lasse, schlummert sie schon entspannt neben mir.

Zur Nacht stellen wir alle Fenster und Luken auf und können so gut schlafen.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen fängt es leicht an zu tröpfeln. Wir holen die Handtücher rein, die auf der Wäschespinne schön getrocknet sind und machen die Luken zu. Die Fenster lassen wir auf, da fast kein Wind geht. 

Martina verschwindet kurz ins Sanitärhaus. Als sie wiederkommt sagt sie, dass das Tröpfeln schon weniger wird. „Hört sich alles schlimmer im Wohni an, als es ist.“ Ich ziehe mir Shorts und T-Shirt über und gehe mit Fila die Morgenrunde. 

Wir gehen durch ein Waldstück, parallel zum Platz entlang, welches am Seestrand endet. Der Regen wird mehr….

Als wir den Schutz der Bäume verlassen, sehe ich erst, was da für eine schwarze Front gerade auf uns zukommt. Es fängt an zu donnern….

Der Himmel öffnet seine Schleusen jetzt so richtig und Fila und ich suchen Schutz bei einer Baumgruppe. Fila schüttelt sich und guckt mich vorwurfsvoll an…

Es nützt nichts, wir müssen irgendwann weiter. Gut durchnässt werden wir im Vorzelt von meiner Holden empfangen. Ein „Ich habe vorhin schon noch gedacht – hättest mal früher aufbrechen sollen“ hebt nicht gerade meine Laune. Der sehr trockene Boden nimmt zunächst kein Wasser auf, so dass sich punktuell wieder kleine Pfützen bei unserem Vorzeltteppich bilden. Diese versiegen aber wieder recht bald.

Nachdem ich mich trockengelegt habe, gibt es Frühstück.

Vor 12:00 Uhr fahre ich später noch das Auto auf den vorgelagerten Parkplatz des Campingplatzes. Wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen, kommen wir erst nach 15:00 Uhr wieder vom Platz aufgrund der Platzruhe und des dann herrschenden Fahrverbots.

So können wir dann später in aller Ruhe unsere Runde mit Fila laufen und dann Richtung Neustrelitz zum einkaufen starten.

In Neustrelitz fahren wir zu Kaufland und decken uns mit Proviant für die nächsten Tage ein. Wenn man hungrig einkaufen fährt, ist das in der Regel keine so gute Idee… Kennt ihr das auch?

Gen Nachmittag wird das Wetter dann auch wieder besser und die Sonne lässt sich auch noch blicken. Die Gelegenheit die nassen Sachen noch einmal auf die Wäschespinne zu werfen. Schietwetter ist schon blöd. Nicht, dass es uns etwas ausmacht, wir sind für jedes Wetter gerüstet. Die einzige Krux ist das Trocknen der Sachen. Sehnsüchtig denke ich dann an unser kleines Privat-Sanitärhäuschen in Het-Winkel. Das war für solche Gelegenheiten echt unschlagbar und wir würden auf unser alljährlichen Herbsttour immer wieder ein solches buchen, sofern der Platz das anbietet.

Noch vor Sonnenuntergang sind die Klamotten und Handtücher wieder trocken, prima.

Wir alle drei fühlen uns am späteren Abend wie erschlagen, obwohl wir gerade eigentlich nicht viel unternehmen. Das ist wohl der Stresspegel der letzten Monate, der jetzt langsam von uns abfällt. Uns gefällt es sehr gut, einfach nur in den Tag hinein zu leben.

Neustrelitz wollen wir uns aber schon auch noch einmal anschauen.

Am nächsten Morgen begrüßt uns wieder ein blauer Himmel und die Sonne. Es ziehen zwar im Laufe des Vormittags wieder ein paar Wolken auf, aber es bleibt trocken.

Martina geht auf der morgendlichen Runde mit Fila mal einen neuen Weg. Dieser entpuppt sich als ziemlich lang und die Beiden kehren hungrig und durstig zum Frühstück zurück.

Fila inhaliert ihre Mahlzeit und verschwindet dann ins Körbchen, welches unter dem Tisch liegt.

Wir holen den Cadac hervor und ergänzen unser Frühstück heute mit Rühreiern und Pan-Cakes.

Lecker.

Unser Teenager ist heute auch schon recht früh auf. Könnte daran liegen, dass ich, als ich in den Wohnwagen eintrat, etwas ins straucheln geriet und versehentlich die komplette Oberbeleuchtung angemacht habe, als ich mich abstützte…. Ich gehe Lea sicherheitshalber erst einmal aus dem Weg…. Rein prophylaktisch.

Nach dem Frühstück spulen wir unser vormittägliches Ritual ab: Duschen gehen, abwaschen…usw. 

Mittlerweile haben wir in fast jeder Hosen- oder Sweatshirttasche eine Maske. Die meisten halten sich auch an die Bestimmungen des Platzes. Ein paar Querschläger gibt es aber auch immer wieder zu sehen, die auf die Sicherheitsbestimmungen pfeifen. Hierfür fehlt mir das Verständnis.

Die Mittagsrunde begehen wir wieder alle zusammen. Wir schlagen den Weg in den benachbarten Wald ein und testen mal eine der Abzweigungen. Also – meine Mädels testen, ich laufe nur brav mit. Da ich einen Orientierungssinn wie eine Bockwurst habe, wären wir hoffnungslos verloren…. Zum Glück kommt Lea da nach ihrer Mutter. Die Beiden lassen aber auch keine Gelegenheit aus, sich darüber lustig zu machen. 

Wie sich herausstellt, laufen wir den Wöblitzer Radwanderweg entlang. Dieser führt an schönen Mais- und Gerstenfeldern entlang, durchsetzt mit einigen Wildblumenwiesen. Schön.

Am Platz spielen wir noch zusammen eine Runde „Wizzard“. Ein Spiel, das wir eigentlich immer mit auf die Reise nehmen. Der Tipp kam natürlich von unseren Campingexperten Heike und Peter.

Am späteren Nachmittag wird gegrillt. Bei unser Einkaufstour haben wir ein paar schöne Steaks erworben. Neben Geflügel-/Gemüsespießen und ein paar Würstchen landen diese dann auch auf dem Grill. Lecker. Wir lassen es uns schon gutgehen. Zum Glück sorgt Fila immer für den Bewegungsausgleich.

Die Mücken haben es heute Abend wieder auf mich abgesehen. Obwohl ich mich auch mal mit dem Anti-Mückenzeugs einsprühe, haben diese Mistviecher doch schon einige Treffer gelandet. Die müssen mich an der Stimme erkannt haben…

Jetzt am späteren Abend wird gelesen, gechattet oder -so wie ich- Reisetagebuch geschrieben. Ich habe mir vor einiger Zeit eine Bluetooth-Tastatur für das Ipad gegönnt. So kann ich, wenn ich Lust habe, schon während der Reise das Erlebte niederschreiben, anstatt meine fast unleserlichen Notizen dann zu Hause in Worte zu fassen.

Heute hatte ich Lust.

Aber jetzt wünsche ich eine gute Nacht!

Am heutigen Morgen lacht wieder die Sonne. In der Morgensonne ist so eine Gassi-Runde doch wesentlich schöner… Fila liebt es im Wald auf Schnüffel-Tour zu gehen. Ich könnte mich manchmal beömmeln, wie sie im Zick-Zack mit der Nase am Boden durch die Gegend läuft und dabei ordentlich Staub aufwirbelt.

Unser Frühstück angereichert mit frischen Pancakes und Frühstücksei ist mal wieder saulecker.

Heute machen wir uns alle zusammen noch einmal auf den Weg nach Neustrelitz. Wir wollen dann doch noch etwas anderes sehen als den Campingplatz. Wir drehen eine gemütliche Runde und kaufen zum Schluss noch ein paar Kleinigkeiten ein. Auch Fila wird nicht vergessen und staubt ein paar Kauknochen ab.

Zurück am Platz sehen wir auch mal wieder unsere Nachbarin, die mit Wohnmobil und zwei Kindern unterwegs ist. Ihr sehr gesprächiger Filius wusste schon zu berichten, dass sie mittlerweile zwei Mal den Standort gewechselt haben, um noch länger bleiben zu können. Gestern Abend rückte eine Truppe von rund 15 Leuten an, bepackt mit Ballons und Alkohol. Kurz darauf wurde nicht schön aber dafür sehr laut Happy Birthday performed. Die lustige Geburtstagstruppe zog dann mit der Hauptperson aber noch weiter. 

Trotz vermeintlich großem Gelage sieht unsere Nachbarin aber recht fit aus. Fix gratulieren wir noch nachträglich zum Geburtstag.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Lesen oder Kartenspielen. Natürlich sind wir auch wieder auf unsere Fila-Runde aufgebrochen. Lea geht immer wacker mit, was uns sehr freut. Die schlimmsten Pubertätskrisen scheinen überwunden zu sein. Auf der Gassi-Runde kam uns einmal ein junges Mädel entgegen, ganz in schwarz gekleidet, die Kapuze tief im Gesicht. Sie grüßte Lea ganz nett. Das Mädel war wohl noch in der „akuten Phase“. Unsere Tochter lässt zumindest schon einmal die Kapuze unten…

Beim Abendessen beschließen wir mit Blick auf die Wetter-App den Abbau des Vorzeltes bereits morgen zu machen und nicht am Freitag, da wir gerne trocken abbauen möchten. Somit ist ein Teil des Tages morgen auch schon verplant.

Bei der Gelegenheit stellen wir (mal wieder) fest, dass wir immer noch sinnloses Zeugs mit uns schleppen, welches wir wahrscheinlich mal wieder nicht brauchen werden. Dabei haben wir beim letzten Ausräumen schon einmal genau darauf geachtet, was wir wirklich wieder mitnehmen wollen. Naja, spielen wir das Spiel halt im Herbst nach der letzten Fahrt noch einmal…

Der folgende Tag ist wirklich sehr schön und wir können in aller Ruhe das Vorzelt und den darin befindlichen Inhalt verstauen. Zum Schluss liegt nur noch der Vorzeltteppich dort und auf ihm drei Stühle und unser kleiner Tisch. Geht bei dem Wetter auch.

Mit dem Cadac wird das Essen zubereitet. Meine Holde liebäugelt mal wieder mit dem Omnia…. Dieses Mal scheint es ihr ernst zu sein. Sie lässt ein paar Mal die Bemerkung fallen, dass das auch ein schönes Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk sein kann…  Jaaaaaaa, ich habe verstanden. Fatalerweise erwähnte sie auch noch ein paar Mal, dass der „große“ Cadac ja auch ganz dufte sei…. Oh weia.

Der Tag vergeht wie im Flug und schon ist er da – der letzte Urlaubstag auf dem CP Havelberge. Schon am Vormittag wurden wir in unser Entscheidung bestätigt, was den Abbau des Vorzeltes angeht. Es regnet immer mal wieder. 

Einen Tag im Raum des Wohnwagens mit drei Personen zu verbringen geht schon mal, wäre aber sicher nicht als Dauerlösung geeignet.

Wir fahren noch einmal nach Neustrelitz um ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt zu kaufen und noch Geld zu holen.

Als wir zum Auto zurück kommen, ist eine Parkscheibe hinter dem Wischerblatt festgemacht – zusammen mit einer Bußgeldstrafe….

Der Parkplatz, der sich in privater Hand befindet duldet parken mit Parkscheibe bis zu einer Stunde (wohl um Dauerparker abzuschrecken). Kleine Hinweisschilder deuten in den Reihen auf die Verwendung einer Parkscheibe hin. Wir haben sie schlichtweg übersehen.

20 Euro dürfen wir nun berappen. Die teuerste Parkscheibe, die ich je hatte…

Am Abfahrttag stehen wir relativ früh auf. Während Martina mit Fila die Morgenrunde geht, gehe ich schon einmal duschen. Nachdem meine Holde dann auch geduscht hat, gehe ich mit unseren Duschkarten zur Rezeption, um die Abmeldeformalitäten zu erledigen. Heute ist ja wieder -der- An- und Abreisetag und man sieht auch immer wieder, wie sich Gespanne auf den Weg machen.

Die Abmeldung geht schnell von statten. Das Restguthaben der Duschkarten wird mit den WLAN-Gebühren verrechnet und so gehe ich mit einem Plus von 5 Euro wieder zurück.

Martina ist auch schon in den Endzügen, was das Verstauen und Sichern angeht.

Ich gehe noch einmal mit eine leicht mulmigen Gefühl nach vorne zur Straße. Unsere beiden vorderen Nachbarn haben ihr Autos am Weg stehen und ich knobel mir aus, wie ich mit dem Gespann möglichst kollisionsfrei auf die Straße komme.

Zunächst movern wir Kai-Uwe heraus und koppeln an. Jetzt gilt es.

Unsere vorderen Nachbarn lassen sich blicken und gucken, ob ich gut um die Kurve komme. Alles klappt perfekt und ich bin ein bisschen stolz auf mich.

Uns hat es hier gut gefallen und so machen wir uns ein kleines bisschen wehmütig auf den Weg. Aber, wir freuen uns auch auf die kommenden Tage. Wir fahren ja nicht nach Hause sondern zum nächsten Campingplatz. „Luxoase“, wir kommen.

Ziehen wir mal ein kleines Fazit zum Campingplatz Havelberge:

Die Anfahrt war problemlos. Vor dem CP gibt es genug Gelegenheiten, wo ankommende Gäste sich an die Seite stellen können (sofern ihnen nicht wie bei uns der Schrankencode für die Erstdurchfahrt bereits übermittelt wurde). Direkt vor der Rezeption gibt es einen PKW-Parkplatz und zwei Parkbuchten für Wohnmobile oder Gespanne. 5 Sterne

Die Orientierung auf dem großen Platz durch „Straßennamen/-Schilder“ wird schlechter je weiter man in den Platz hinein fährt. Sie sind nachher einfach nicht mehr vorhanden. Auch gibt es keine Hinweise, wo z.B. der SB-Shop zu finden ist. 2 Sterne

Die Mitarbeiter des Platzes, egal ob Rezeption, Reinigungspersonal oder die Männer vom dortigen Bauhof waren uns ggü. immer sehr freundlich und zuvorkommend. 5 Sterne

Das Freizeitangebot, welches man nutzen kann ist wirklich gigantisch. 5 Sterne

Die direkte Umgebung bietet ein paar schöne Spazierwege oder Fahrradstrecken. 5 Sterne

Animations- und Showprogramm wird angeboten, wurde von uns aber nicht in Anspruch genommen. Auch die Kulinarik am Platz können wir nicht beurteilen.

Der kleine SB-Laden hält das Nötigste neben Brötchen und Kuchen bereit. 3-4 Sterne

Unsere Parzelle war trotz der Nähe zum Sanitärhaus schön ruhig gelegen und ausreichend groß. Der Graswuchs war leider fast nicht mehr vorhanden (dort wurde wohl vor uns eine Plane ausgelegt) und es befand sich noch Restmüll (altes, kaputtes Spielgerät)  von den Vormietern dort – nicht so schön. 3-4 Sterne.

Das Sanitärgebäude war stets sauber und prima in Schuss. 5 Sterne

Insgesamt bekommt der Campingplatz Havelberge von uns gute 4 von 5 Sternen.

Nun geht es aber weiter Richtung Dresden.

Wir fahren zunächst wieder länger „über Land“, u.a. auf der B96 (Silbermond lässt grüßen), später dann über die Autobahnen. Stau sehen wir glücklicherweise nur auf der Gegenspur und so kommen wir gut nach rund 4,5 Stunden inklusive Pause an.

Es stehen bereits einige ankommende Gespanne vor der Einfahrt des Campingplatzes. Die Spur für die „Ankommer“ ist voll und so bleiben wir an der Straßenseite zunächst stehen. 

Die Anmeldung an der Rezeption geht zügig und nett vonstatten.

Wir fahren dann zu unserem Platz im Bereich des „Blauen Wunders“, der gut zugänglich ist.  Wir sehen schnell, dass es hier alles etwas enger zugeht als auf dem vorigen CP.  Trotzdem haben wir ausreichend Platz. 

Premiere – nachdem wir Kai-Uwe in Position gebracht haben und das Vorzelt eingezogen ist, baue ich mit Lea den Rest auf. Sie ist fleißig mit dabei und so haben wir das Vorzelt recht schnell stehen.   Nachdem auch das nötigste Interieur aufgebaut ist, fahren Martina und Lea noch zum einkaufen. Und ich? Ich tue es Fila gleich, die ausgestreckt auf ihrem Kissen döst und lasse mich in meinen Stuhl fallen…

Eine erste, kleine Entdeckungstour haben wir schon gemacht und dabei den See, den Hundesportplatz und einen Teil des Campingplatzes in Augenschein genommen. 

Mit Hot Dogs im Bauch setzte dann auch die nötige Bettschwere ein. 

Der neue Tag begann mit Regen. Pünktlich zum Gassi-Gang wurde der Regen mehr…

Immer wieder öffnete der Himmel seine Schleusen. Uns störte dies jedoch nicht, da wir den Tag gaaaanz gemütlich begannen. Ein sehr ausgedehntes Frühstück wurde zelebriert. Danach ging es dann zum Duschen. Das Sanitärgebäude, welches in unser Nähe ist, ist wirklich top. Ich vermute, die letzte Renovierung ist noch nicht lange her. Man kann es vom Ambiente wirklich als geschmackvoll bezeichnen und auf dem neuesten Stand. Wirklich prima. Auf dem Platz ist alles etwas dichter beisammen und gefühlt etwas enger. Trotzdem haben die Parzellen eine gute Größe und sind gut zugänglich. Es gibt natürlich auch die etwas größeren Komfortplätze. Auch das große Sanitärhaus auf der anderen Platzseite ist wirklich top in Schuss. Hier befinden sich auch mietbare Privatsanitärbäder.  Ein Spielplatz, eine Minigolfanlage und einen Fahrradparcour (Dirt-Track) gibt es hier auch.

Der Himmel bricht langsam wieder auf und die Sonne lässt sich blicken, die gleich mit ziemlicher Kraft herunter scheint. Martina kann eine Waschmaschine ergattern und eine Stunde später trocknet die frisch gewaschene Wäsche auf unser Wäschespinne. 

Wir öffnen unsere Vorzeltwände und auch eine der Dachluken, um etwas durchzulüften. Der Himmel präsentiert sich jetzt fast wolkenfrei. Wir machen uns mit Fila auf zur (Nach-)Mittagsrunde und wollen um den See herum gehen. Auf der gegenüberliegenden Seeseite ist ein großes Kornfeld. Am Horizont sieht man sich langsam dunklere Wolken bilden, die sich immer mehr auftürmen.

Fatalerweise gucken wir uns etwas zu spät eine der Navigations-Apps etwas genauer an.  Der Weg, der vermeintlich am See herum führt, entpuppt sich als Bahntrasse. Die Fußgänger müssen um einen weiteren Stausee herumlaufen. Wir beschließen dann doch umzukehren. Zu etwa der selben Zeit öffnet der Himmel donnernd seine Schleusen. Wir sind schnell nass bis auf die Haut. Nur unsere Tochter, die bei gefühlten 30 Grad Abmarschtemperatur noch ihren Hoody überwarf, ist einigermaßen geschützt und findet es anfangs noch ganz witzig. 

In Erahnung, dass nicht nur unser Vorzelt aufgrund der heruntergelassenen Frontwände mittlerweile ziemlich nass sein dürfte, sondern wir aufgrund der geöffneten Dachluke wohl auch ein nasses Bett haben werden, versuche ich beim Campingplatz anzurufen. Vielleicht kann ich jemanden überreden unser Vorzelt und die Luke zu schließen. Aber – ich erreiche niemanden. 

Es bleibt uns also nichts anderes über als einen Gang zuzulegen. 

Klatschnass kommen wir beim Campingplatz an. Die Betten sind zum Glück trocken geblieben und das Wasser im Vorzelt war auch sehr überschaubar. Nochmal gut gegangen.

Nur die Wäsche auf der Wäschespinne hat nochmal eine Spülung erhalten….

Nachdem wir uns trocken gelegt haben, gibt es erst einmal einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen. Den Reste des Tages verbringen wir mit dem Trocknen unser Sachen und spielen wieder Wizzard. Überflüssig zu erwähnen, dass die Sonne genau in dem Moment wieder hervorkommt, als wir total durchnässt am Wohnwagen ankommen…. Den Rest des Tages blieb es dann auch trocken.

Morgen wollen wir zum Aschenbrödel-Schloss Moritzburg. 

Als wir spät alle in den Betten liegen, fängt es wieder an zu tröpfeln. Mir fällt ein, dass wir die Frontwände unseres Vorzeltes nicht hochgemacht haben. Ich stehe noch einmal auf, denn, nachdem auch das Vorzelt wieder durchgetrocknet war, muss es ja nicht gleich die nächste Spülung erhalten. Ich eiere durch den Wohnwagen. Warum? Meine Schlafshorts, die ich frisch angezogen habe, hat fast keinen Zug am Bundgummi mehr. Ist halt nicht das neueste Modell. So muss ich immer aufpassen, dass sie mir nicht versehentlich herunter rutscht. 

Draußen bei Fenster Nummer zwei passiert es dann auch – zack, einmal blank gezogen. Da stand ich nun, in der einen Hand die Zeltvorwand, in der anderen Hand den Reißverschluss und die Hose war bei den Knöcheln angekommen. Oben macht es „zipp“, unten „Dingdong“. Zum Glück ist es schon sehr spät und so bleibt die Hoffnung, dass kein Nachbar einen irreparablen Schaden bei dem Anblick erhalten hat. Als ich am nächsten Morgen meinen Mädels davon erzähle, können sie mehrere Minuten nicht aufhören zu lachen. Diese Weiber….

Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir dann zum Schloss Moritzburg. Unser Navi leitet uns aufgrund der akuten Verkehrssituation noch um und so fahren wir erneut eine Landpartie. Fila findet das alles andere als lustig. Ihr wird leider auf den Autofahrten immer übel und hat sich auch schon einmal übergeben müssen. Seit dem erhält sie vor längeren Fahrten Tabletten gegen die Reisekrankheit und bei kurzen Strecken Globuli. Die haben wir leider vor der Abfahrt vergessen. 

Aber, sie hält tapfer durch. Als wir beim Parkplatz ankommen und uns abschnallen, gibt es für Fila dann auch kein halten mehr. Nichts wie raus! 

Wir gehen am See entlang auf das Eingangsportal des Schlosses zu und ergattern die ersten imposanten Anblicke. Das Schloss ist wirklich sehr schön. Kein Wunder, dass es als Kulisse für „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ ausgewählt wurde. Dies ist, glaube ich, mittlerweile unser vierter Besuch im Laufe der Zeit. Aber es ist auch immer wieder einen Abstecher wert, wenn man mal in der Nähe ist. Wir laufen um das Schloss herum, durch den Schlossgarten und auch entlang der anderen Seeseite. Natürlich machen wir wieder diverse Fotos und ich lasse auch zum Schluss meine Drohne auf der Seeseite steigen, bei der keine Flugverbotszone mehr ausgewiesen wird (zur Orientierung kann man gut die App der Deutschen Flugsicherung verwenden). Die Mavic Mini schießt auch nur einmal in die Höhe und macht drei, vier Luftaufnahmen. Zu gerne würde ich einmal über das Schloss hinweg fliegen, die Bedingungen wären heute ideal. Aber, darf man ja leider nicht. 

Die Mädels bewundern noch ein paar Hengste, die gerade zum nahegelegenen Zucht-Gestüt geführt werden. Wirklich prachtvolle Tiere. Möchte nicht wissen, wie die gehandelt werden.

Zurück am Platz erwischte es unseren Tisch der Rundsitzgruppe des Wohnwagens. Die Sitzgruppe ist in der Regel als Kingsize-Bett für unsere Tochter umfunktioniert. Leider brach die Halterung an einer Seite der Tischplatte. Das hatte den Effekt, dass der Hubtisch sich nicht mehr unten halten wollte. Wir spannten kurzerhand ein paar Elastikbänder drum herum… Um die Neuanschaffung des Gestells werden wir wohl nicht drum herum kommen. Allerdings hat das auch noch Zeit, bis Lea keine Lust mehr hat, mit ihren Eltern in den Urlaub zu fahren. Die Sitzecke nutzen wir zu dritt eh nicht. Da spielt sich alles im Vorzelt ab. Wir müssen nur noch herausfinden, wie man die Hubfunktion komplett außer Kraft setzt.

Als wir abends die Fila-Runde gehen, gehen wir auch einmal beim Agility-Platz vorbei und sind positiv überrascht. Der Platz ist wirklich gut ausgestattet und macht einen guten Eindruck. Fila scheint diese Abwechslung ganz spannend zu finden und hatte viel Freude daran, sich hier ein bisschen austoben zu können.

Der darauffolgenden Tag war ein „Platz-Tag“. Es wurde Wäsche gewaschen und eingekauft. U.a. holten wir auch aus dem Dänischen Bettenlager eine Rollmatratze, die nun das King-Size-Bett komplettiert.  Wir sind froh, dass der Campingplatz Waschmaschinen hat, da wir uns dieses Mal tatsächlich bei den mitgenommenen Sachen eingeschränkt haben. Als ich an die Rezeption ging, um Geld in 50-Cent-Stücke einzutauschen, wurde ich von der Dame gefragt, ob ich hier schon einmal gewaschen habe. Dies verneinte ich wahrheitsgemäß und erhielt daraufhin erst einmal eine Anleitung für die Maschinennutzung „für Männer“ – also sehr ausführlich und für Kleinkinder geeignet. Im Waschraum mussten wir dann feststellen, dass es leider auch immer wieder Egoisten gibt, die die Maschinen in Dauerbeschlag nehmen oder die vor der Waschmaschine positionierten Sachen („anstellen“) einfach in die Ecke pfeffern. Letztendlich schnappte ich mir mein Handy, ging zum Waschraum und wartete dort die letzten 10 Minuten ab, bis die Maschine fertig war. Ich kann mir auch etwas schöneres vorstellen.

Für den nächsten Morgen stellten wir uns dann einen Wecker. Wir sind nach Dresden aufgebrochen und wollten nicht allzu spät los. Martina hat leider die Vibrationsfunktion des Handy-Weckers nicht ausgestellt. Kennt jemand den Krach, den ein Handy machen kann, welches auf einer „Leichtbauweise-Ablage“ gelegt wurde….? Frrrrrrrrrrrrrrrrrr – und wir standen förmlich im Bett.

Es war schön diese Stadt einmal wieder zu sehen. Sie hat eindeutig Flair. Zuletzt waren wir dort, als die Frauenkirche ihre Glocke nach der langen Renovierungszeit wiederbekam. Da war ordentlich Tamm-Tamm los.

Auch jetzt wird viel gebaut und in Schuss gesetzt, was leider das Stadtbild etwas trübt. Andererseits natürlich gut, dass in die Erhaltung der schönen Gebäude investiert wird.

Lea lässt sich nicht so für die Schönheit von Dresden begeistern („Naja…Gebäude halt…“). Teenager halt! Fila markiert am Zwinger (piiiiesch) noch schnell ihr Revier – Fila-Land.

Auch einen Abstecher in die Münzgasse machen wir noch. Hier hatte meine damals schwangere Frau in einem Tapas-Lokal die halbe Karte bestellt. 

Ja, Dresden ist auch immer wieder eine Reise wert.

An den letzten Tagen unseres Aufenthaltes auf dem CP Luxoase lassen wir ordentlich die Seele baumeln. Einen Abstecher machen wir noch ins Elbsandsteingebirge – zur Bastei und den Schwedenlöchern.

Während beim ersten Mal meine damals schwangere Frau und ich dort hochgekraxelt sind, wählen wir nun doch einen der näheren Parkplätze.…

Auf den Weg zur Bastei kommen wir an der vorgelagerten Imbissbude vorbei. Ein kleines Mädchen erzählt ihrer Mama traurig, dass diese jetzt zumacht und es kein Eis mehr für sie gibt. Jetzt schon? Es ist 17:00 Uhr…. Hier scheint die Marktwirtschaft noch nicht angekommen zu sein. Es sind noch diverse Touristen unterwegs, die gerne bereit wären die teils überteuerten Preise zu zahlen.

Die Schönheit der sächsischen Schweiz kann man nur schwer in Worte fassen. Unser Teenager ist mal wieder eher gelangweilt („Steine halt…“). Unter anderen hat dies zur Folge, dass wir Eltern am Folgetag auch noch einmal alleine her fahren, um den Anblick in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Gemeinsam begehen wir aber dann noch die Schwedenlöcher. Wir dachten zunächst es sei ein Rundweg, der irgendwann den Bogen wieder hoch macht. Stattdessen geht es stetig bergab. Nach einem Blick auf Google Maps wird uns bestätigt, dass wir irgendwann im Tal ankommen würden. So drehen wir nach einer ganzen Weile wieder um. Der Anstieg ist dann natürlich wieder schweißtreibender als der Abstieg, trotzdem kann ich jeden empfehlen hier einmal entlang zu laufen. Auch unsere Fila ist emsig unterwegs und kraxelt mal auf den einen oder anderen Felsstein hoch.

Und schon sind sie da, die letzten beiden Tage, die wir auf dem Campingplatz verbringen. Wir entschließen uns dazu, das Vorzelt jetzt schon abzubauen, da die Wetteraussichten für den letzten Platztag nicht so rosig aussehen. Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt haben, verstauen wir das Interieur des Vorzeltes und machen uns dann an den Abbau. Schon bald stehen nur noch die Stühle und unser kleiner Campingtisch auf dem Vorzeltteppich.

Tatsächlich fängt es Nachmittags auch an zu regnen. Traditionell holen wir uns von der Gaststätte am Platz unser Abendmahl. Es gibt Pizza und Burger. Beides sehr lecker und zu empfehlen.

Dann ist er da, der Tag der Abfahrt. Durch unsere Vorarbeiten ist nicht mehr allzu viel zu verstauen, auch wenn man immer wieder denkt: „Wie sollen wir das alles unterkriegen“ (Der Wille zur Reduzierung ist eindeutig da, ich erzählte es bereits…). Während meine Frau die letzten Sachen verstaut, gehe ich zur Rezeption und checke aus. Danach werden Auto und Wohnwagen in Position gebracht, angekoppelt und es geht los.

Wir legen noch einen kleinen Zwischenstopp in Thüringen ein. Schwiegervater hat Geburtstag und seine Kinder zu sich gebeten. Danach geht es auf die etwas über 500-km-Strecke nach Hause. Wir kommen erstaunlich gut durch und sind nach knapp 6,5 Stunden am Ziel angekommen.

Wehmütig bringen wir Kai-Uwe in seine Garage und die diversen Taschen anschließend nach Hause. Gerne wären wir noch auf weitere Plätze gefahren. Hoffen wir mal, dass Corona uns nicht wieder ein Schnäppchen schlägt und wir noch die eine oder andere Fahrt dieses Jahr machen können.

Fix noch unser Fazit zum Campingplatz Luxoase:

Die Anfahrt ist wirklich problemlos und es ist genügend Platz für ankommende Gespanne vorhanden: 5 Sterne

Die Orientierung auf dem Platz ist kein Problem (allerdings hinkt der Vergleich zu Havelberge, da der Platz wesentlich kleiner ist. Trotzdem…): 5 Sterne

Das gesamte Personal war immer sehr freundlich und zuvorkommend: 5 Sterne

Freizeitangebot/Umgebung – Durch den direkten Seeanschluss kommen Wasserratten auf ihre Kosten, auch gerne mit Schlauchboot oder SUB. Spielplätze, Dirt-Parkur, Hundsportplatz… sind auch vorhanden. Die Umgebung lädt zu diversen Ausflügen ein, der Campingplatz liegt hierfür wirklich schön zentral: 5 Punkte

Animation hat auf dem Platz für die Kinder auch stattgefunden. Natürlich kann das Angebot mit Havelberge nicht mithalten, ist aber für die Platzgröße ausreichend: 3 Sterne

In der Rezeption befindet sich ein Mini-Laden, in dem man wirklich nur das Nötigste bekommt: 2 Sterne

Das Restaurant haben wir am letzten Abend getestet (wenn auch nur to-go). Es hat schöne Möglichkeiten draußen zu sitzen oder halt bei schlechtem Wetter drinnen. Hier herrschte meist reger Betrieb, was auch für das Restaurant spricht (die Corona-Regeln wurden vom Personal gut im Auge behalten): 4 Sterne

Unsere Parzelle hatte guten Rasenbewuchs und der Hauptteil war mit Rasenpflastersteinen ausgelegt (optional buchbar): 5 Sterne

Die Sanitäranlagen waren wirklich exzellent. Ich hatte schon im Internet gelesen, dass das große, neue Sanitärhaus der Hammer sein soll. Aber auch in unserem kleinen Sanitärhaus wurde schon ordentlich renoviert und es gab hier wahrlich nichts zu meckern. Ein kleiner Abschnitt ist noch am Entstehen: 5 Sterne

Das einzige Manko, was wir an dem Platz feststellten, war die Anzahl der zur Verfügung stehenden Waschmaschinen. Zwei Maschinen (nebst Trocknern) sind für diese Platzgröße doch etwas zu wenig. Sehr ärgerlich war auch das Verhalten einiger Camper, die Taschen, die sich „in der Warteschlange befanden“ einfach zur Seite kickten und die wenigen Maschinen in Dauerbeschlag nahmen. Für diese egoistischen Idioten kann jedoch der Campingplatz nichts. Wir lassen dies daher unbewertet.

Insgesamt kommt der CP Luxoase bei uns auf gute 4 Sterne

Ein kleines PS: Ich habe zwei kleine Videos vom Campingplatz Luxoase in der Rubrik „Fotos“ eingestellt.

 

2 Antworten auf „Havelberge und Luxoase“

  1. Hallo,
    Habe euren Beitrag über den Campingplatz LuxOase mit großem Interesse gelesen und bewundere diejenigen die soviel Zeit und Lust damit verbringen das alles zu dokumentieren. Wir waren selber vor Jahren dort und der Platz hat uns sehr gut gefallen.
    Es war sehr schön euren Bericht zu lesen, hat mir sehr gefallen.
    Danke dafür und ich freue mich schon auf die nächsten Berichte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.