Lange Wisch Plöner See 2026_04

Donnerstag

Endlich ist es wieder soweit.

Der erste Campingtrip des Jahres beginnt.

Wir fahren zum Plöner See, zum Campingplatz Lange Wisch. Dort waren wir bereits im letzten Jahr und es hatte uns richtig gut gefallen.

Nachdem ich das „Go“ für eine Anreise am Vormittag vom Campingplatzbetreiber bekommen hatte, habe ich für heute noch schnell Urlaub genommen.

So kommen wir gegen 11:00 Uhr ganz entspannt beim Platz an und sind schon fix und fertig aufgebaut, bevor der Trubel vor dem verlängerten Wochenende so richtig losgeht. Der Campingplatz ist nämlich ausgebucht. So ist der Plan.

Herrlich, wenn ein Plan funktioniert. Wir kommen gut durch und sind knapp nach 45 Minuten Fahrtzeit am Ziel. Es sind nur einzelne Touristenplätze besetzt. Ich gehe in die Rezeption, um uns anzumelden und erhalte auch die Zutrittskarten für das Sanitärhaus, in dem wir ein Privatbad mitgebucht haben.

Tina und Fila laufen dann schon zur Parzelle und ich fahre mit dem Wohnwagen hinterher. Wieder haben wir einen XL-Platz gebucht. Dekadent? Ja, klar. Wir mögen es Platz zu haben und nicht beim Nachbarn auf dem Schoß zu sitzen. Wobei – hier sind wirklich alle Plätze recht großzügig. Aber, warum mit den Traditionen brechen.

Der Wohnwagen ist schnell in Position gebracht, dem Mover sei Dank. Ausnevellieren, Stützen runter, Strom dran und der Wohnwagen ist fertig.

Was etwas nervt, sind die Schwarmmücken die zu Hauf in der Sonne herumfliegen. Zum Glück stechen diese kleinen Biester nicht. Sie mögen Feuchtigkeit und so ist es gut, dass wir nicht direkt am Wasser stehen.

Für das lange Wochenende haben wir unser Sonnensegel mitgenommen. Wir legen den Teppich aus, was erst einmal von Fila boykottiert wird. Sie legt sich stumpf auf den Teppich in die Sonne….  Dieser Hund!
Das Sonnensegel ist schnell eingezogen und aufgepumpt. Preiset den Erfinder der Luftvorzelte und -Sonnensegel.

Tina räumt schon einmal den Kühlschrank ein und kümmert sich ums Interieur. Ich spanne das Sonnensegel ab. Hierbei kann ich gleich meinen Akku-Schlagschrauber testen, den ich gerade günstig besorgen konnte. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es selbst mit Tellerkopfschrauben nicht immer einfach ist, diese in den Boden zu bringen. Zwar ist unser normaler Akku-Schrauber von der Leistung in der Regel ausreichend, aber wenn der Widerstand dann doch einmal zu hoch wird, muss man ihn ganz schön festhalten, damit er einen nicht das Handgelenk verdreht.

Der Schlagschrauber bringt die Schrauben souverän in den Boden und überwindet mühelos kleine Hindernisse. Prima, so habe ich mir das vorgestellt.

Draußen stellen wir zunächst nur einen kleinen Falt-Tisch und unsere faltbaren Stühle von Outwell auf. Natürlich erhält auch Fila ihre Liege, ist ja klar.
Die Temperaturen sind heute schon hochgeklettert. In den letzten Tagen war vor allem der Wind noch ganz schön frisch. Von dem ist heute aber fast nichts zu spüren und ich komme beim Aufbau in langer Hose und Hoodi etwas ins Schwitzen.

Nachdem Tina im Wohnwagen fertig ist, räume ich meine Sachen ein und ziehe mich gleich einmal um. Gut, dass ich auf Anraten meiner Holden noch ein paar kurze Sachen mehr eingepackt habe.

Dann gibt es unseren obligatorischen Aufbau-Kaffee zusammen mit Brötchen, die Tina mit all den leckeren Dingen belegt hat, die wir vor der Abfahrt noch besorgt haben. So kann man es aushalten.

Nach und nach kommen die weiteren Campinggäste an. In der Reihe links neben dem Sanitärhaus stehen bereits zwei Wohnwagen. Bei denen sind ebenfalls ein paar „Campinglightz“ aufgestellt. Schöne Windspiele mit LED-Beleuchtung, die man abends aktivieren kann. Diese werden von Gogo4Camper vertrieben. Auch wir haben so eines und ich habe unseres auch bereits aufgestellt.

Gogo4Camper ist ein Youtuber, der viel über Camping berichtet. Sei es Do it your self – Themen, Gadgets, Vorzelte, Markisen, Zubehör…und und und.  Es ist immer sehr informativ und unterhaltsam. Ich habe auch schon die eine oder andere Anregung aufgenommen.

Just auf der Hinfahrt unterhielten wir uns darüber, dass „Gogo“ auch schon auf dem Platz „Lange Wisch“ eines seiner Videos gedreht hatte.

Tina deutet auf den Knaus-Wohnwagen, der vorne in der Reihe steht und sagt: „Ich glaube, das ist Gogo.“ Sie wollte eh ins Sanitärhaus gehen und macht sich auf den Weg. Sie geht an dem Knaus-Wohnwagen entlang und entdeckt tatsächlich Gogo und seine Frau Stephi. Normalerweise bin ich es ja, der einfach alle Leute anquatscht und eher „peinlich“ für seine Frau ist. Aber ich konnte nicht einmal bis drei zählen, da ist sie bereits mit Gogo im Gespräch.

Ich schnappe mir Fila und wir kommen dazu. „Mein Held“, sage ich zur Begrüßung und Gogo lacht. Natürlich bekommt er erst einmal Komplimente für seinen Kanal. Ich bewundere diejenigen, die handwerklich viel selber machen. Vor allen, da mir diese Begabung komplett fehlt.

Gogo und Stephi sind sympathische Knaller und ich bekomme von ihm auch gleich noch ein, zwei Tipps mit auf den Weg. Natürlich machen wir auch noch ein Foto zusammen. So! Zusammenstellen! Lächeln! Daumen hoch! – die typische Gogo4Camper-Geste.

Seine Videos beendet er übrigens immer mit: „Wir sehen uns auf dem Campingplatz.“ Recht hat er!

Jetzt kommt Fila zu ihrem Recht und wir gehen eine Gassi-Runde. Im neuen Terrain gibt es soooo viel zu schnüffeln – so richtig vorwärts kommen wir teilweise nicht. Aber – Gassizeit ist ihre Zeit.

Zurück am Wohnwagen machen wir es uns wieder unter dem Sonnensegel gemütlich und schauen dem mittlerweile bunten Treiben auf dem Platz zu. Von überall her kommen die Aufbaugeräusche. Das „Klonk-Klonk-Klonk“ des Hering-Einschlagens hört man eher selten. Mittlerweile sind die Geräusche von Akkuschraubern und (Elektro-)Luftpumpen mehr zu hören.

Ein älteres Pärchen mit Hund nimmt auch gerade ihre Elektropumpe in Betrieb, um ihr Vorzelt am Wohnmobil aufzupumpen. Die Pumpe gibt alles (zumindest klingt es so). Als das Vorzelt dann straff genug ist zieht der Mann den Schlauch der Pumpe ab und PPFFFFFFFFFFFFFFFF….sofort entweicht die ganze Luft wieder. Seine Frau wird prompt unter Teilen des Vorzelts begraben und müht sich wieder heraus.

Da wurde wohl die Luft in den Auslass gepumpt. Der zweite Versuch funktioniert dann aber und auch die Pumpe scheint überlebt zu haben.

Unser Nachbar zur linken ist noch bei der Fraktion „Heringe“ und kniet vor seinem Vorzelt, um die Teile in die Erde zu treiben. Kennt jemand den Ausdruck „Maurer-Dekolleté´“? Es hätte nicht viel gefehlt und…..   Aber nein, lasser wird das.
Jetzt wisst ihr, wovon ich heute Nacht träume….

Wir lassen den Tag gaaanz entspannt ausklingen und freuen uns auf die nächsten Tage.

Freitag

Die Nacht war ziemlich kühl. Außerdem tat mir nachts irgendwann die Hüfte weh. Nanu? Was soll das denn? Entsprechend gerädert wache ich dann auf.

Wir gehen abwechselnd ins Sanitärhaus und starten dann mit Fila zur Morgenrunde. Auch sie wirkt ein wenig unfit heute morgen.

Das Wetter ist wieder königlich und wir können draußen alles zum Frühstücken decken. Tina backt im Nonna ein paar Brötchen auf, die wir gestern noch geholt haben. Dazu gibt es gekochte Eier und das, was der Kühlschrank hergibt. Natürlich darf auch der Kaffee nicht fehlen.

Nach dem Frühstück schaue ich mir die Einstellungen des Lattenrostes auf meiner Bettseite an. Tatsächlich war der Modus „harte Pritsche“ eingestellt und ich korrigiere dies wieder. Ein Probeliegen verheißt mir in der nächsten Nacht einen besseren Schlaf. Mal schauen.

Da sich unsere Abwaschschüssel so langsam füllt, gehe ich zum Sanitärhäuschen und mache den Abwasch. Wie in einer professionellen Spülküche gibt es hier Abwaschbrausen, wirklich prima. Auch Geschirrspüler gibt es, die man gegen Gebühr nutzen kann. Diese sind aber gerade außer Betrieb.  Für unsere paar Dinge hätte es sich auch nicht gelohnt, diesen zu benutzen.

Die Temperaturen klettern heute noch einmal weiter hinauf und so können wir den Tag in T-Shirt und kurzer Hose verbringen. Hätten wir so nicht erwartet, freut uns aber natürlich.

Wir holen beide unsere Bücher heraus und machen es uns unter dem Sonnensegel, bzw. in der Sonne gemütlich. Entschleunigung pur. Tatsächlich merken wir auch, wie die Anstrengungen der letzten Wochen so langsam von uns abfallen.

Am frühen Nachmittag und nach der Gassi-Runde lege ich mich mit Fila einen Moment aufs Ohr. Das tut uns beiden gut. Als Stärkung gibt es dann Kuchen, den wir noch von gestern übrig haben.

Thorsten und Markus, zwei ehemalige Nachbarn, die auch campen, befinden sich gerade auf der anderen Seite des Plöner Sees auf einem Campingplatz. Sie haben ihre Fahrräder dabei und fragen an, ob sie uns einmal besuchen kommen können.

Na klar! Sie können! Los, tretet in die Pedalen Jungs! Hopp, hopp!

Die Nachmittagssonne ist mittlerweile gewandert und der Schattenbereich unter dem Sonnensegel wird kleiner. Gestern haben wir einfach ein paar Tücher mit Wäscheklammern am Sonnensegel befestigt, um weiterhin Schatten zu erhalten.

Für unseren Besuch hole ich aber unser Schattentuch aus dem Deichselkasten, welches mit Krokodils-Klemmen oben und mit Karabinerhaken unten fix befestigt werden kann. So reicht der nun gespendete Schatten für alle.

Es dauert auch gar nicht lange und die Beiden radeln mit ihren kleinen E-Bikes den Weg entlang. Wir machen es uns gemütlich und haben viel zu erzählen. Natürlich geht es hauptsächlich ums Camping und die mitunter skurilen Erlebnisse, die jeder von uns schon einmal hatte. Unter anderen geht es um Wohnwagenfenster, die sich auf der Fahrt verabschiedet haben. Wir lachen viel und es ist einfach schön.

Viel zu schnell schreitet die Zeit voran und die Beiden müssen langsam wieder los. Ich animiere noch die Tochter unseres Campingnachbarn von uns ein Foto zu machen – diese Erinnerung musste sein – und dann radeln die Beiden von dannen. Sie haben ja schließlich 30 km vor sich……so ungefähr….

Nun bereiten wir alles zum Grillen vor. Aufgrund der Wetterprognosen hatten wir kurzfristig umgeplant und uns noch mit Grillgut vor der Abfahrt versorgt. Gehört ja schließlich auch zum Campen dazu.

Gut gesättigt gehen wir danach mit Fila die Abendrunde. Während sie den Tag über eher träge war, scheint sie nun erwacht zu sein und rennt, springt ums uns herum. Nach Müde kommt Doof.
Zurück am Wohnwagen verspeist sie ihr Futter in Sekunden und ist nun bereit für die Abendruhe. Sie hopst auf das Bett und 20….., 21……, 22…….schnarch!
Dieser Hund….

Samstag

Die Nacht habe ich tatsächlich besser geschlafen. Da bin ich wohl noch einmal um ein künstliches Hüftgelenk herumgekommen…

Wir spulen unsere Morgenroutine ab und sitzen dann bald vor dem schön gedeckten Frühstückstisch. Die Brötchen haben wir heute bei Aldi von der Backstation geholt. Fila schaut wieder Tennis, denn ihr Kopf geht von einem zum anderen. Da wird doch wohl etwas Käse für mich abfallen? Wer kann da schon nein sagen?

Den Vormittag verbringen wir ganz relaxed mit Lesen. Heute ist der Wind etwas stärker und bringt immer wieder eine frische Brise unters Sonnensegel. Da die Temperaturen abermals weiter hochgeklettert sind, ist dies mehr als willkommen.

Die meisten machen Siesta, es tollen nur ein paar Kinder über den Platz. Auch unsere Nachbarn zur linken haben es sich unter ihrem Pavillon gemütlich gemacht. Mit weit offenem Mund und interessant klingenden Geräuschen wird der Schlaf des Gerechten zelebriert. Sie haben wohl die Kraft der Sonne unterschätzt, denn sie verwandeln sich gerade in hummerartige Schalentiere – zumindest, was die Hautfarbe angeht. Frisch gekocht natürlich.

Gegen Mittag macht Tina einen Obstteller fertig und wir spielen noch etwas. Heute „das perfekte Wort“ – es ist kurzweilig und lässt sich ohne Aufwand spielen.

Die Mittagsrunde mit Fila fällt heute klein aus. Sie steckt gerade mitten im Fellwechsel und man merkt, dass sie bei den hohen Temperaturen schnell an ihre Grenzen kommt.

Nachmittags wird der Grill noch einmal angeschmissen und wir vergrillen den Rest, den wir im Vorwege besorgt hatten. Spieße mit Datteln und Baconstreifen, Kräuterseidlinge und ein paar Nackensteaks finden ihren Weg zum Grillrost.
Das Grillen ist schon eine tolle Erfindung.

Da es morgen wieder nach Hause geht, fangen wir nach einer Verdauungs- und Lesezeit mit dem Abbau an. Das Exterieur abzubauen ist recht schnell erledigt. Da es heute immer mal wieder etwas windiger ist, setzen sich auch nicht die Schwarmmücken am Sonnensegel fest. Glück muss man haben. Tina kümmert sich wieder im Inneren um das Verstauen, was etwas mehr Zeit benötigt. Aber dann ist alles untergebracht und wir machen uns auf die Abendrunde mit Fila.

Wir gehen wieder den Waldweg am See entlang. Herrlich. Die Temperaturen kommen jetzt auch unserer Fellnase entgegen und wir laufen parallel zum Ufer mit wunderschönem Blick auf den See. Ein paar Hundebegegnungen haben wir auch und kommen mit einer Hundebesitzerin etwas ins Gespräch.

Am Wohnwagen wird Fila abgefüttert, die sich gierig über ihren Napf hermacht. Innerhalb von Sekunden verschwindet der Inhalt in dem kleinen Hund. Mahlzeit!
Dann strebt Fila in den Wohnwagen. Sie ist der Meinung, dass ihr Tageswerk erledigt ist und springt aufs Bett. Zunächst „sortiert“ sie dort wieder alles um, indem sie die dort liegenden Kleider mit der Schnauze von A nach B stubst. Danach lässt sie sich erschöpft fallen und die müden Augen gehen bald zu.

Ich schreibe wie immer abends einen weiteren Teil unseres Reiseberichts und Tina surft etwas im Internet. Wir haben heute zu allen Seiten die Fenster auf, um etwas querzulülften und die Wärme aus den Wohnwagen zu bekommen.

So bekomme ich auch mit, wie sich unsere Nachbarn (Stichwort: Maurer-Dekolleté, Hummer-rot) es sich vor dem Vorzelt gemütlich machen. Es werden Zigarren gereicht und telefoniert – natürlich mittels Lautsprecher.  Die Umgebung soll ja schließlich erfahren, was die beiden Weltmänner von sich geben. (Ich habe daher auch keinerlei Skrupel, dies hier niederzuschreiben.).
Sätze werden durch herzhaftes Rülpsen unterbrochen. Prompt folgt die Gratulation des Anderen für diese tonale Glanzleistung.

Das ist wie Live-Comedy. Aber , lassen wir es mit den Beiden mal gut sein. Ich möchte ja niemanden Angst machen…

Die Temperaturen pegeln sich mittlerweile im Wohnwagen gut ein. Wir werden nachher noch etwas streamen und dann auch todmüde ins Bett fallen. Diese ungewohnte Wärme macht einen irgendwie auch breiig im Kopf.

Unser erster Campingtrip 2026 war wirklich großartig. Wenn das die guten Vorboten für unsere weitere Campingsaison sind, sage ich:  Auf gehts!

 

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