Het Winkel 2026_07

Der Wecker klingelt um 3:30 Uhr….

Ja, wir haben uns wieder für eine Frühanreise entschieden. Kai-Uwe wartet bereits in unserer Straße auf die Abfahrt.

Nach einer kalten Dusche geht es dann auch los. Wir fahren nach Winterswijk auf den Campingplatz Het Winkel. Dort waren wir bereits in der Vergangenheit schon einmal.

Wieder haben wir uns eine schönen Stellplatz mit Privatsanitärhäuschen am Platz gebucht. Der Platz hat uns damals gut gefallen. Ein Waldstück ist fußläufig schnell erreichbar und man kann prima in den Ort hinein laufen – perfekt für Fila.

Die Fahrt verläuft problemlos.
Wir halten schließlich auf der Spur für ankommende Gespanne und ich gehe zur Rezeption, um uns anzumelden. Ich erhalte den obligatorischen Platzplan, den Schlüssel für das Privatsanitärhäuschen und den Chip für die Schrankendurchfahrt.

Wir haben den Stellplatz „F10“. Auf genau diesem Stellplatz waren wir auch bei unserem ersten Het-Winkel-Aufenthalt.
Kai-Uwe wird in Position gebracht, ausnevelliert, die Stützen herunter gemacht und Strom angeschlossen. Der Stellplatz ist wirklich schön groß und gefällt uns wieder sehr gut.

Man merkt, dass wir gerade im Camping-Flow sind. Jeder von uns weiß um seine Aufbau-Aufgaben und wir haben (gefühlt) unser Lager in Rekordzeit aufgebaut. So steht dem Willkommens-Kaffee nichts im Wege.

Auf der Parzelle neben uns kommt auch ein Wohnwagen an. Ein älteres, sehr nettes Paar ist mit seiner Enkeltochter unterwegs. Die Kleine ist ganz stolz, dass sie beim aufbauen mithelfen darf.

Tina fährt noch zu „Jumbo“, um den Einkauf zu erledigen. In der Zeit räume ich meine Sachen in die Fächer und schließe die Technik an. Die Fußball-WM läuft ja gerade und wir, bzw. ich, möchten gerne noch ein paar Spiele mitverfolgen. Unsere Powerstation mit dem Solarpanel haben wir auch dabei. So können wir unsere Stromkosten etwas reduzieren.

Tina kommt mit vollen Tüten vom Einkauf wieder. Meine Einkaufsexpertin zu einem Laden wie Jumbo fahren zu lassen ist ungefähr so fahrlässig, wie einen Junkie ins Drogenlabor zu schicken. Aber, sie hat sich dieses Mal zurückgehalten, zumindest ein bisschen.

Mit im Gepäck hat sie zwei Pizzen, die wir auf dem Grillrost fertig backen. Klappt wirklich ganz gut.

Ansonsten hat sie noch alles für unser Wok-Gericht mitgebracht und auch schon ein bisschen Grillgut. In der „salzigen Abteilung“ hat sie mutig ein paar …., nennen wir es Experimente, mitgebracht zum probieren. So etwas wie Pringles mit Cheesburger-Geschmack. Die gibt es in Deutschland nicht. Nach dem abendlichen Probieren und uns auch klar warum….. Ich sage nur Würg!

Mit Fila gehen wir dann eine Runde. Sie soll nach der langen Fahrt ja auch zu ihrem Recht kommen. Wir laufen ein bisschen über den Platz und können schon erahnen, was sich hier in den letzten 3 Jahren so getan hat.

Zum Schwimmbad am Eingang ist ein großer Wasserspielplatz dazu gekommen sowie zwei weitere Schwimmbecken.

Auch die Tiny-Houses sind in kleinen Siedlungen entstanden – sowohl im alten als auch auf dem neueren Platzteil. Das schauen wir uns die nächsten Tage noch einmal genauer an.

Das Wetter ist übrigens heute mal wieder großartig. Die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel und es wird noch einmal wärmer als gedacht. Über die Wetter-App haben wir im Vorwege die Wetterentwicklungen beobachtet. Allerdings schwankten die Vorhersagen so dermaßen, dass darauf nicht so wirklich Verlass ist. Wir müssen es eh nehmen, wie es kommt.

Den Abend lassen wir ganz entspannt ausklingen und fallen nachher totmüde ins Bett.

Donnerstag

Die Nacht war ganz schön kalt. Gewohnt von zu Hause, habe ich nur mit einer Musselin-Decke geschlafen und bin dann früh morgens fröstelnd aufgewacht. Ein Blick zu meiner Holden hinüber sagt mir, dass sie anscheinend schlauer ist als ich. Sie ist noch in einer weiteren Decke eingekuschelt. Wo hat sie die denn her?
Ich falte mich bestmöglich in meine Decke, nehme die Embrionalstellung ein und versuche weiter zu schlafen, was auch irgendwann gelingt.

Um kurz nach neun werden wir wach. Tina streckt sich – sie hat gut geschlafen. Ich versuche es auch und ziehe reflexartig meine Beine wieder ein, als sich ein Krampf ankündigt. Na bravo.

In unserem kleinen Sanitärhäuschen ist es hingegen kuschelig warm, was mich wundert. Eine Heizung läuft zumindest nicht. Egal, nicht wundern, sondern dankbar annehmen, denke ich mir.

Mit Fila laufen wir eine kleine Morgenrunde und holen auf dem Rückweg noch die gestern bestellten Brötchen beim Kiosk ab.

Nachdem Fila abgefüttert ist, decken wir draußen unseren Frühstückstisch. Die Temperaturen sind sehr angenehm und es ist richtig schön, draußen sein Frühstück zu zelebrieren.

(„Werbung“ – dieser Hinweis ist leider verpflichtend, wenn Produkte benannt werden – egal, ob man sie alle selbst bezahlt hat und keine Kooperationen vorhanden sind, so wie in unserem Falle)

Eine Frau kommt zu unserer Parzelle und fragt, ob sie und kurz stören darf. Na klar darf sie.
Sie erkundigt sich nach unserem „Camplightz“, dem Windspiel, das wir wieder aufgebaut haben. Gerne geben wir ihr Auskunft.

Auch wir haben Lust auf neue Gadgets und fahren zu Obelink. Obelink ist einer der großen Campingausstatter in den Niederlanden. In Winterswijk ersteckt sich Obelink über mehrere Hallen und Etagen. Aufgrund der Größe ist auch (fast) alles, was man dort kaufen kann, als Ausstellungsstück vorhanden. Das betrifft auch Vorzelte, Zelte und größeres Zubehör wie Küchenschränke und Co.. So kann man sich alles 1:1 einmal anschauen und sich einen Eindruck davon machen. Wirklich prima.

Bei Obelink ist heute auch einiges los und der Parkplatz draußen ist bereits gut gefüllt. Tina hatte online noch entdeckt, dass es auch eine Tiefgarage gibt. Prima. Da heute noch Regen angesagt ist, fahren wir heute dorthin. So können wir Filas Buggy trocken auf- und abbauen und verstauen. In der Tiefgarage ist auch gar nicht so viel los. und wir bekommen gleich in der Nähe des Eingangs einen Parkplatz.

Fila kommt in ihren Buggy, wir schnappen uns noch einen Einkaufswagen und es geht los. Ein paar Dinge haben wir uns vorher auf die Merkliste gepackt. Selbstverständlich werden diese noch von spontanen „Oh, das ist ja prima“-Dingen ergänzt.

Shopping macht hungrig und wir kehren im Restaurant ein, um etwas zu essen. Eine Auswahl der typischen Schnellgerichte ist hier zu bekommen. Das muss uns heute genügen. Ich hole mir einen Burger mit Pommes. Der Burger schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig aber der Hunger prügelt ihn irgendwie hinein. Dafür sind die Pommes versalzen. Ganz großartig… Tina holt sich eine Currywurst mit Pommes, die ganz o.k. ist.

Unsere Merkliste konnten wir gut abarbeiten. Leider waren die größeren Dinge, die wir uns einmal live anschauen wollten, wie z.B. einen bestimmten Tisch und einen Küchenschrank nicht vorrätig. Schade. Aber trotzdem hat es wieder ein Mal Spaß gemacht in aller Ruhe durch dieses riesige Angebot zu stöbern. Fila hat alles wieder super mitgemacht. Aber auch ihr ist anzumerken, dass sie jetzt echt kaputt ist. Es geht uns nicht anders.

Zurück am Campingplatz ist daher erst einmal eine kleine Siesta angesagt. Später gehen wir mit ihr noch eine schöne Rund durch den Wald.

Abends schauen wir uns noch an, wie Österreich von Spanien deklassiert und nach Hause geschickt wird.

Freitag

Wir frühstücken natürlich wieder draußen. Unsere Nachbarin von Gegenüber, die gestern mit ihrem Partner mit dem Kastenwagen angereist ist, kommt zu uns herüber.
Nanu?
Noch jemand interessiert an dem Camplightz?
Nein, wie sich herausstellt, möchte sie sich dafür entschuldigen, dass ihre Alarmanlage heute früh anging. Sie haben den Wagen (samt Alarmanlage) noch nicht so lange und sind noch im Findungsmodus.
Wir sagen ihr, dass wir davon nichts mitbekommen haben – was zum einen ja gut für uns ist, aber nicht gerade den Sinn der Alarmanlage bestätigt…. Heute wollen sie noch zu Obelink, um sich ihre Erstausrüstung zusammenzustellen. Wir wünschen viel Spaß und reiche Beute.

Nach dem Frühstück laufen wir heute nach Winterswijk. Die wirklich schöne Strecke, die zum Teil auch durch den Wald führt, ist schön zu laufen. Der Buggy ist natürlich dabei, aber Fila läuft zunächst einmal munter drauf los. Bevor wir aber dann in die Stadt richtig hineinkommen, ist die Luft raus und Queen Fila die Erste nimmt in ihrem Buggy platz.

Winterswijk hat eine schöne (und große) Fußgängerzone, in der man schön flanieren kann. Das Stadtbild ist im Sommer viel lebendiger als im Herbst (wie wir es bislang nur kannten). Fila sitzt teilweise in ihrem Buggy und legt den Kopf auf der Umrandung ab. Neugierig beäugt sie die Umgebung und auch die Passanten, die sich lächelnd nach ihr unmsehen.

Die Niederlande erfüllen ihr Klischee. Überall sind Fahrradfahrer unterwegs. Und an den Fahrrad-Parkplätzen reihen sich die Drahtesel in großer Zahl aneinander. Auch hier haben die E-Bikes Einzug gehalten. Gerade die älteren Herrschaften fahren surrend, meist in voller Montur ausstaffiert, an uns vorbei.

Auf dem Rückweg kommt Fila auch noch einmal aus dem Buggy und läuft wacker bis zu unserem Stellplatz zurück.

Auf dem Campingplatz hat die Wochenend-Anreisewelle begonnen und immer mehr Gespanne und Wohnmobile befahren den Platz. Auch die beiden Stellplätze uns gegenüber werden bezogen. Zwei vollgepackte Autos mit drei Frauen und ihren Kindern sind im Anmarsch. Der Lautstärkepegel erhöht sich massiv. Warum?
Die bevorzugte Kommunikation dieser Familien ist BRÜLLEN. Die Kinder tun es ihren Müttern gleich und krakelen ordentlich zurück.
Man könnte meinen, die Horden Mordors sind hier eingefallen.

Meine Holde bekommt langsam Schnappatmung. Mit dem Messer in der Hand steht sie vor mir und sagt: „Ich glaube, ich schneide die Sachen für den Wok drinnen…“. Ich denke auch, dass das eine gute Idee ist…

Heute gibt es Asia-Wok-Gemüse mit Hähnchen. Im „Jumbo“ gab es in der Kühltheke Tüten mit fertig geschnippelten Wok-Gemüse. Das probieren wir doch einmal aus.

Zunächst wird das Hähnchen in der Wok-Pfanne angebraten, dann ist das Gemüse dran. Mit einer Teriyaki-Sauce wird dann gewürzt, etwas Salz dazu, fertig. Geht fix und ist sehr lecker. Auch das Wok-Gemüse ist prima. Ich muss direkt mal gucken, ob ich das in Deutschland auch bekomme. Bislang habe ich immer nur die TK-Variante gesehen.

Während wir es uns schmecken lassen, wird und von Gegenüber das Rahmenprogramm geboten. Der Zeltaufbau ist im Gange. Zwar rückwärts und bergab, aber im Gange. Zum Glück gehen die Kids dann bald zum Schwimmen und es kehrt etwas Ruhe ein.

Ich hole mir die Obelink-Einkäufe nach draußen und sortiere mein Kleinmaterial, bestehend aus Abspannleinen, Wurmis, Klemmen und anderen Dingen in mein Sortiment im Deichselkasten ein. Eine kleine, wiederaufladbare Lichterkette, die man in einen kleinen Behälter wieder aufwickeln kann, kommt auch zum Einsatz. Wir befestigen sie an der Umrandung unseres Sonnensegels.

Auch im Inneren gibt es Neues für die Beleuchtung. Diese haben wir allerdings von zu Hause mitgebracht. Aufgrund eines Aktionscodes haben wir uns verleiten lassen, ein paar Dinge bei „Silwy“ zu bestellen.
So halten jetzt zwei kleine Lampen bei unserer Sitzgruppe Einzug und auch zwei „Spottys“ – zwei kleine Lampen mit Kugelgelenk, die an kleinen Magnetpads praktisch überall angebracht werden können. Den Abschluss macht noch ein Windlicht.

Ich muss zugeben: Wenn es um Beleuchtung geht, bin ich der stark gefährdete Einkäufer. Licht ist für mich Harmonie, Stimmung und Emotion. Ein stimmungsvolles Setup, egal ob drinnen oder draußen, ist für mich ein Wohlfühlfaktor.

Für die Küche haben wir auch noch zwei Magnetleisten dabei, die wir auch schon anbringen. Sie müssen 24h aushärten und halten dann bombenfest. An ihnen kann man Gewürzgläser oder auch andere Dinge, die einen Magnetboden haben befestigen.

Unsere Nachbarn mit dem Kastenwagen kommen auch von ihrem Einkaufstrip wieder. Sie sind ein wenig erstaunt über das Zeltlager, dass sich neben ihnen aufgebaut hat. Sie steigt aus, eigentlich um ihn einzuweisen. Als ich frage, ob sie ihr Auto noch ein wenig durchgetestet haben, kommt sie mit einem „Eigentlich soll ich ja gucken, aber er packt das schon“ herüber. Die Masse der Dinge und Möglichkeiten bei Obelink hat beide erschlagen. Trotzdem haben sie die ersten Dinge gekauft und wollen morgen auch noch einmal hin. Beim Auto sind sie auch wieder schlauer geworden, was bestimmte Funktionalitäten angeht. Allerdings betreffen diese nicht die Alarmanlage und so drücken wir beide mal die Daumen für die nächste Nacht.

Als die Dämmerung einsetzt, mache ich die kleine Lichterkette an und bin freudig überrascht. Für so eine kleine Lichterkette verbreitet sie ein schönes Ambiente. Als dann noch das Camplightz leuchtet, die Fackeln und die Hundetapsen angehen, ist die Beleuchtung komplett.

Samstag

Da wir gestern vergessen haben Brötchen zu bestellen, gibt es heute morgen Müsli. Auch gut.

Nach dem Duschen laufen wir wieder nach Winterswijk. Heute ist Markttag. Auf dem Weg dorthin kommen uns immer wieder Fahrräder entgegen oder wir werden von selbigen überholt. Ganz schön was los heute.

Dieses Bild setzt sich auch in Winterswijk fort. Die Fußgängerzone ist heute noch voller und auch der Markt ist gut besucht. Es ist nicht der Wochenmarkt, wie wir ihn kennen. Bei uns werden die Erzeugnisse aus der näheren Umgebung, wie Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier….usw. hauptsächlich vertrieben. Der Markt hier gleicht einem Kaufhaus unter freien Himmel. Von Lederwaren über Klein-Elektroartikel, typische niederländische Spezialitäten wie Poffertjes wird hier fast alles vertrieben. Wir kaufen bei einem Bäcker ein Baguette für das Grillen heute und ein paar Macadamia-Cookies. In der Fußgängerzone gehen wir noch in den Käseladen und holen uns dort noch ein paar lecker Sorten heraus.

Dann laufen wir auch schon wieder zurück. Fila, die brav in ihrem Buggy sitzt und sich den Trubel anschaut, ist von den Massen, die hier heute in Bewegung sind, etwas überfordert. Und auch wir stellen mal wieder fest, dass wir nicht mehr die Freunde von großen Trubel sind.

Der Hin- und Rückweg läuft sich wieder sehr schön – gerade in dem Waldstück, das man durchquert – und so haben wir heute unser Schrittziel mal wieder früh erreicht.

Nach einer kleinen Ruhepause werfen wir den Grill an und es werden Minutensteaks, Würstchen, Kräutersaitlinge und Grillkäse zubereitet. Dazu gibt es Baguette und Hawaii-Butter, die Tina angerührt hat. Bis auf den Grillkäse (war halt einen Versuch wert) schmeckt alles gut und wir sind satt und zufrieden.

In dem Moment kommen die „Horden von Mordor“ vom Schwimmen wieder und unterhalten die Nachbarschaft.

Bitte nicht falsch verstehen. Auch unsere Tochter war einmal klein und bestimmt nicht immer die Bravste und Leiseste. Auch ist für Kinder ein Campingplatz natürlich ein super Areal, auf dem sie sich austoben sollen und können. Aber – alles hat seine Zeit und wir stellen fest, dass für uns die Zeit gekommen ist, zukünftig bei der Platzwahl vielleicht nicht Plätze zu wählen, die als besonders familienfreundlich beschrieben sind. Auch eine Lernerfahrung für uns.

Eine andere Familie kommt auf uns zu und erkundigt sich nach unserem Sonnensegel. Gerne geben wir Auskunft, müssen ihnen aber mitteilen, dass diese Version nicht mehr hergestellt wird. Die Familie ist auch mit einem Fendt unterwegs und sie haben sich bei Obelink ihre erste Grundausstattung gekauft. Wir nennen ihnen noch den Namen des Nachfolgemodels von Dometic und dann verabschieden sie sich auch schon wieder.

Ich persönlich finde es ja prima, wenn man bereitwillig Auskunft gibt. Da ich selbst zu denjenigen gehöre, die einfach fremde Leute anquatschen, wenn mich z.B. ein gesehener Ausrüstungsgegenstand interessiert, gebe ich (bzw. wir) immer gerne bereitwillig Auskunft. Ich habe mich auch immer gefreut, wenn jemand das Gleiche für mich getan hat.
Auch meine Holde hat hier eine gewisse Wandlung durchgemacht. Früher war ich immer „der Peinliche“, wenn ich jemanden angesprochen habe. Mittlerweile kennt auch sie keine Scheu mehr – sehr zu meinem Erstaunen.

Der Wind wird immer stärker und ich nehme sicherheitshalber das Camplightz herunter. Außerdem werden die Außenmöbel schon einmal regensicher drappiert. Dies macht auch Sinn, denn keine 30 Minuten später fängt es an zu regnen. Die Schauer sind aber nie von allzu langer Dauer und wir haben immer wieder trockene Phasen dazwischen. Trotzdem sieht man einige Camper im Laufschritt aus Richtung des Schwimmbads kommen, die wahrscheinlich noch fix ihre Luken oder Vorzelt schließen oder ihr Exterieur in Sicherheit bringen wollen.

Wir spielen noch ein bisschen „Hitster“, dieses Mal die Schlagerversion. Genau meine Musik…. Trotzdem ist es erstaunlich, oder sollte ich schreiben erschreckend, wie viele von den Liedern man kennt. Die Jahres-Zuordnung gelingt mal mehr mal weniger gut, aber wir haben unseren Spaß.

Abends schauen wir uns noch an, wie Marokko die WM für die Kanadier beendet.

Sonntag

Die Nacht war ziemlich warm und es wurde etwas stickig im Wohnwagen, so dass wir noch ein paar Fenster aufgemacht haben. Insgesamt haben wir beide aber nicht so gut geschlafen.

Die Laune steigt jedoch wieder etwas, als wir aus dem Wohnwagen treten und sehen, wie die Horden von Mordor ihr Lager abbauen. Heute kehrt wieder Ruhe ein. Bis es jedoch so weit ist, werden von den Müttern Befehle an ihre Kinder gebrüllt und laut diskutiert, wie man bestimmte Gegenstände denn noch in den Kofferraum gedrückt bekommt. Überall auf dem Platz sind die Camper mit dem Abbau beschäftigt. Heute startet wohl die große Abreise-Welle.

Unsere Nachbarn mit dem Kastenwagen schauen sich gerade die Funktionsweise ihrer Markise genauer an. Learning bei doing. Sie kommen noch kurz herüber und erzählen stolz, dass sie schon einmal den Bodenanker für die Markise gekauft haben. Bei der großen Auswahl an Heringen konnten sie sich nicht entscheiden und es war auch kein Verkäufer zu entdecken, der beratend zur Seite stehen konnte. Ich gebe Beiden die Empfehlung Tellerkopfschrauben mit Wurmis oder ähnliche Schraubheringe zu verwenden, die man mit dem Akkuschrauber in den Boden treibt. Mit den Peggy Peg haben wir damals auch angefangen, mussten aber die Erfahrung machen, dass sie bei härteren Böden schnell an ihre Grenzen kommen. Genau wie die Beiden haben auch wir am Anfang uns diverse Videos von Campern angeschaut, um die eine oder andere Anregung zu bekommen. Jeder fängt mal klein an und muss seine Erfahrungen machen. Wenn ich daran denke, was sich bei unseren Käufen im Nachhinein als unbrauchbar herausgestellt hatte…. Naja, sagen wir mal so: Das eine oder andere haben wir dann ganz schnell erneuert. Mittlerweile sind wir mit unserer Ausrüstung total zufrieden. Trotzdem wird es in Zukunft bestimmt wieder diese Ui-das-ist-ja-auch-toll-Momente geben.

Ich fahre noch einmal zu Jumbo. Dieser riesige Laden mit seinem großen Sortiment ist schon noch einen Besuch wert. Mit einer kleinen Einkaufsliste bewaffnet, laufe ich durch die Gänge. Mit dem Handy im Anschlag übersetze ich mir von einigen Produkten deren Inhalt, der nicht immer ganz eindeutig ist. Die Auswahl ist wirklich groß. In der „salzigen Abteilung“ kaufe ich noch ein, zwei Experimente. Man muss sich ja weiterbilden. Die Niederländer sind anscheinend Fans von kuriosen Geschmacksrichtungen, aber Pringles mit Geschmack „Cheesburger“ ist uns dann doch zu hart. Erstaunt bin ich über Medikamente, wie Paracetamol und Co, die hier im Supermarkt frei verkäuflich sind. Nachdem ich meine Liste abgearbeitet und mir noch ein paar Salz-Lakritz mitgenommen habe, geht es zur Kasse und dann zurück zum Campingplatz.

Das Wetter ist ganz schön durchwachsen und windig. Draußen zu sitzen, macht heute keinen Spaß. Wir nutzen am Nachmittag eine Regenpause und werfen den Grill an. Das restliche Grillgut will noch verbraucht werden.

Die letzten beiden Tage bis zur Abfahrt plätschern entspannt vor sich hin.

Am Montag kommen unsere Kastenwagen-Nachbarn noch kurz vorbei, um sich zu verabschieden. Wirklich nett die Beiden.

Ich nutze den Tag, um noch ein paar Bilder vom Platz zu machen. Laut Informationen eines anderen Campers sollen die Stellplätze, auf denen wir gerade stehen, bald weiteren Tiny-House-Siedlungen weichen. Schade eigentlich. Das Geschäft mit den Tiny-House-Vermietungen scheint sich wohl zu lohnen.

Zu schnell ist dann leider auch die Zeit zu kommen, die ersten Sachen wieder zu verpacken.

Da wir den Platz ja schon einmal vorgestellt haben, hier nur unser kleines Fazit:

Aufgrund der Nähe zum Wald, zum Ort und auch zu Obelink, ist Het Winkel immer mal wieder eine Reise für uns wert. Mal schauen, wie lange die Stellplätze für Wohnwagen noch überdauern. Wir werden das im Auge behalten. Für uns geht eine entspannte Woche zu Ende. Es war schön, die Niederlande einmal im Sommer zu bereisen. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

 

 

 

 

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