Donnerstag, 3:00 Uhr morgens…. der Wecker klingelt.
Sind wir eigentlich bekloppt? Irgendwie schon.
Gestern abend haben wir den fertig gepackten Kai-Uwe aus der Garage geholt und in unserer Straße abfahrbereit abgestellt.
Wir wollen heute tatsächlich zu einer unmenschlichen Zeit starten, um vor Beginn des Berufsverkehrs die berühmten Nadelöhre Hamburg und Bremen hinter uns gelassen zu haben.
Tina geht als erstes ins Bad und dann mit Fila auf die sehr morgendliche Gassirunde. Vorher bekommt Fila ihre Reisetablette mit etwas Leberwurst verabreicht. Auf die Gefräßigkeit unseres Hundes ist mal wieder Verlass. Schwups und drinnen ist sie.
Ich stelle mich unter die kalte Dusche – irgendwie muss man ja wach werden. Dann bringe ich die letzten Sachen zum Wohnwagen und nehme dort Tina und Fila in Empfang.
Gegen 4:00 Uhr geht die Fahrt los.
Nach den ersten Autobahnkilometern bin ich voll des Lobes für meine Frau, die den Wohnwagen gepackt hat. Kai-Uwe läuft wie auf Schienen hinterher, wirklich prima. Dies orakelte auch schon die Wohnwagen- und Stützlastwaage, die am Wochenende vorher zum Einsatz kam.
Auf der Hälfte der Strecke fahren wir ab und zu einem Autohof – Sprit nachfüllen. Wäre wahrscheinlich gar nicht erforderlich, aber wir beide sind kleine Sicherheitsfanatiker, was das angeht. Bemerkenswert ist, dass der Diesel-Preis fast 50 Cent je Liter günstiger ist, als bei Tankstellen „auf der Autobahn“.
6 1/2 Stunden später haben wir unsere erste Etappe erreicht. Wir kommen beim Eifelcamp Freilinger See an.
Dank Kennzeichenerkennung fahren wir direkt zu unserem Stellplatz durch. Nachdem der Wohnwagen abgestellt, so einigermaßen in Waage gebracht und mit Strom versorgt wurde, sind wir auch schon fertig. Aufzubauen haben wir ja nichts. Wir holen nur unsere Stühle und einen kleinen Klapptisch heraus – fertig.



Der Platz wurde noch weiter ausgebaut. Eine Neuerung an unserem Stellplatz ist auch, dass man an der Strom- und Wassersäule nun auch eine Klappöffnung für das Entleeren der Toilettenkassette hat. Praktisch.

Nach der langen Fahrt ist der Bewegungsdrang natürlich groß und wir drehen mit Fila eine schöne Runde. Wir gehen zum See hinüber. Die Gastro, die am See ist, war in den letzten Jahren auch nicht untätig und hat ihren Standort schön ausgebaut.
Am See entlang zu laufen ist bei dem tollen Wetter einfach schön. Das Wasser ist schön klar. So kann man auch in Ufernähe hunderte von Kaulquappen herumschwimmen sehen. Holla die Waldfee! Wenn die alle durchkommen, dann gibt es im Spätsommer hier ein richtiges Froschkonzert.






Tina fährt später noch einmal tanken und bringt vom Amerikaner gleich noch etwas zu essen mit. Das Navi von Google Maps hat sie allerdings wieder herausgefordert. Nach etwas wirren Anweisungen befand sie sich tatsächlich auf einem Autobahnzubringer – ohne Möglichkeit der Umkehr… Ähnliche Erlebnisse hatte ich in jüngster Vergangenheit auch mit Google gehabt.
Zurück am Platz machen wir uns dann über Burger und Pommes her. Tina möchte danach den kleinen Abwasch gleich erledigen und geht mit dem bisschen Geschirr zum Spülen.
Den Gesichtsausdruck, den sie an den Tag legt, als sie zurückkommt, kenne ich. Jezt heißt es gaaaanz vorsichtig nachfragen. Sie erzählt, dass sie beim Wasserabstellen den Mischhebel des Wasserhahns auf einmal in der Hand hatte. Das Wasser lief munter weiter. Irgendwie hat sie ihn dann wieder rangebemst bekommen und konnte auch eine Überflutung vermeiden.
Abends fallen wir alle ganz schön müde in die Betten. Die Nacht ist wieder recht kühl, so dass wir uns alle ordentlich einmümmeln.
Freitag
Wir wachen bei fast wolkenlosen Himmel auf. Die Luft ist herrlich klar. Mit Fila starten wir zur morgendlichen Gassirunde und holen auf dem Rückweg die online bestellten Brötchen ab.
Als erstes wird natürlich Fila abgefüttert. Tina und ich machen unsere Frühstücksteller im Wohnwagen fertig und setzen uns dann nach draußen. Jetzt noch Kaffee und der Tag kann starten.
Wir können es heute ruhig angehen, da wir erst gegen 13:00 Uhr weiterfahren werden. Der Einlass an unserem Mosel-Campingplatz ist erst ab 15:00 Uhr. Zudem hat der Campingplatz eine enge Zufahrtsstraße, auf der keine Autos nebeneinander herfahren können. Gegenverkehr durch Abreisende wollen wir somit gerne vermeiden.
Um 13:15 Uhr starten wir. Beim Eifelcamp wird man praktisch durch die Kennzeichenerkennung „ausgecheckt“. Die Rechnung über die Stromkosten bekommt man dann per E-Mail zugeschickt. Auch praktisch.
Unser Navi leitet uns über die „romantische“ Strecke. Hügel hoch, Hügel runter, durch mehrere kleine Städtchen hindurch, bis wir endlich wieder auf der A1 sind. Ansonsten läuft der Verkehr ganz flüssig und wir kommen gut voran. So schaffen wir dann auch die Punktlandung um 15:05 Uhr beim Campingplatz.
Die Zuffahrt ist wirklich ein kleines Abenteuer und ich bin froh, dass unser Wohnwagen keine Überbreite hat.
Wir halten vor der Rezeption und ich gehe uns anmelden. Zum Glück hat die große Anreisewelle noch nicht so richtig begonnen (später stapelten sich die Fahrzeuge entlang der Zugangsstraße).
Als wir zu unserem Stellplatz kommen, hat meine Frau wieder „dieses Gesicht“.
„Da passen wir unmöglich parallel zur Mosel drauf“.
Tatsächlich sind die Plätze enger als gedacht, aber dank Youtube-Berichten, die ich mir angeschaut habe, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass es passt. Wir movern Kai-Uwe über einen noch leeren Platz an seinen Bestimmungsort. Als der Wohnwagen dann steht und meine Holde sieht, dass sowohl das Vorzelt auf der einen Seite und unser Wagen auf die andere Seite passen, entspannt sie sich wieder.



Die Entspannung hält jedoch nur ein paar Sekundenbruchteile an. Nachdem Kai-Uwe ausgerichtet und mit Strom versorgt wurde (wir sind übrigens einer Empfehlung eines Youtubers gefolgt und haben uns noch rechtzeitig ein 30m-langes Stromkabel zugelegt – eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Danke noch einmal für den Tipp!!), müssen wir nun das Vorzelt einziehen.
Unser Volleinzug-Luftvorzelt von Dometic verdoppelt praktisch unseren Wohnraum ist schon ein kleiner Tanzsaal. Das Einziehen des Vorzelts ist allerdings immer ein Kraftakt. Mit Silikonspray bearbeite ich noch einmal die Kederschiene und dann gehts los. Mit vereinten Kräften gelingt es uns dann natürlich – auch ohne einen Ehekrach zu provozieren. Das Schlimmste ist überstanden, der Rest ist Routine. Die E-Pumpe erledigt für uns das Aufblasen der Tubes. Ein interessierter Nachbar kommt noch vorbei, um sich das Geschehen anzuschauen. Danach zippen wir die Seiten- und Vorderwände ein. Jetzt noch abspannen, fertig.

Wie immer übernehme ich das Abspannen und treibe einen Schraubhering nach dem anderen in den Boden. Tina kümmert sich schon um das Interieur.
Es ist wieder ordentlich warm und die Temperatur im Vorzelt steigt. Nachdem ich alle Schraubheringe im Boden habe und auch die Sturmbänder (man weiß ja nie) verankert sind, setzen wir die Verandastangen vorne ein und lassen die Vorderwände herunter. Die Vorderwand ruht nun hälftig auf der Stange und man hat gleich mehr Luft im Vorzelt. Dank eines Baumes, der neben unserem Wohnwagen steht, ist unser Platz ab dem Nachmittag, ungefähr zu unserer Ankommenszeit heute, teils beschattet. Da die Temperaturen in den nächsten Tagen noch weiter hochklettern sollen, ist das natürlich prima.
Im Vorzelt hat Tina schon begonnen den Tisch und Stühle aufzubauen. Filas Liege folgt und auch unser kleiner Küchenschrank. Hinzu kommt noch ein kleines Schuhregal und ein länglicher Klapptisch sowie unsere beiden Mülleimer. Die Abwaschschüssel noch positioniert und so ist das heutige Programm erledigt. Morgen kommen noch ein paar Kleinigkeiten, wie Beleuchtung und „Deko“ dazu, aber für heute reicht es uns auch.
Wir gehen mit Fila eine Runde und machen es uns dann gemütlich.









Während wir uns die mitgebrachten Brötchen und ein paar Wiener schmecken lassen, genießen wir den Blick auf die Mosel, auf der immer mal wieder ein paar Boote, Ausflugsdampfer oder Transportschiffe vorbeikommen. Auch ein paar ambitionierte Ruderer fahren immer mal wieder vorbei.
Was für ein traumhaftes Plätzchen.
Der Campingplatz ist mittlerweile restlos belegt. Als ich zum Duschen gehe, bauen gerade die letzten Ankömmlinge ihre Vorzelte auf. Ein paar Dauercamper haben sich auch schon zusammengerottet. Der Geräuschpegel dort wird langsam lauter und die Sprüche derber. Der Pegel scheint dort wohl schon gestiegen zu sein. Na dann Prost.
Unser Nachbar, zwei Plätze weiter, der so interessiert an unserem Vorzelt war, ist mit seiner Frau und Hund auch gerade draußen. Ich schaue auf ein Schwätzchen vorbei. Er und seine Frau haben dort einen Dauercampingplatz und haben es sich richtig schön gemacht. Er wirft mit mir einen Blick zurück und erzählt von dem damaligen Hochwasser und wie (zum Glück nach rechtzeitig ausgebrachter Warnung) in Windeseile die Plätze geräumt wurden. Alle Camper haben sich gegenseitig unterstützt und so kam es zumindest nicht zu großen Eigentumsverlusten, wie anderenorts.
Die Beiden bekommen Besuch und ich verabschiede mich wieder.
Alt werden wir heute nicht. Der Aufbau hat zwar gut geklappt, war aber anstrengend. Beim Gang ins Sanitärhaus sind die Stellplätze teils schön beleuchtet und eine wohlige Atmosphäre macht sich breit. Alle sitzen im oder am Vorzelt und unterhalten sich. Die Kids tollen noch über den Platz. Ein bisschen wird die Stimmung vielleicht durch die mittlerweile ordentlich angetüttelten Dauercamper gestört, deren Sprachaussetzer zunehmen. Als ich auf dem Rückweg bei ihnen vorbeilaufe, wird gerade darüber diskutiert, wie lange man denn eigentlich so eine Unterhose am Stück tragen könne…
Ohne Worte.
Wir fallen dann bald in die Betten. Fila ist zunächst ordentlich am Hecheln aufgrund der angestauten Wärme. Wir haben aber Dachluken und auch Fenster teilweise aufgelassen und alsbald kühlt es sich angenehm herunter.
Samstag
Der Morgen ist erstaunlich kühl. Allerdings kommt bald die Sonne mit so viel Kraft um die Ecke, dass es verspricht, ein heißer Tag zu werden.
Tina fährt zum Einkaufen. Die Nahrungs- und vor allem die Getränkeaufnahme der nächsten Tage muss gesichert werden.
Ich gehe mit Fila auf die Morgenrunde. Wir laufen die Platzzufahrt entlang. Bevor die Straße einen Knick zur Richtung Straße nach Bernkastel macht, laufen wir die Treppen zur linken Hand hinunter. Dort gelangt man zum Wander- und Fahrradweg, der auch am Campingplatz entlangführt.
Nach der Runde wird Fila abgefüttert, die sich dann satt und zufrieden auf ihrem Platz zusammenrollt.
Ich schreibe mit ein paar Facebooknutzern, die Fragen zum Platz haben. Danach hole ich unser Camplightz heraus. Klar, dass sie aufgebaut wird. Als nächstes mache ich die Schnellanschlüsse an Gasschlauch und Kocher dran. So kann ich auch unseren Teekessel einweihen und mache mir für den Kaffee das Wasser heiß. Ganz gut, dass wir unsere Außenküche komplett auf Gasbetrieb umgestellt haben. Der Campingplatz verlangt tatsächlich horrende 1 Euro je Kilowattstunde.
Tina schickt mittlerweile auch eine Whatsapp aus dem „Globus“ mit samt eines Fotos vom Einkaufswagen. Dieser ist gut gefüllt und sie war noch nicht einmal im Getränkemarkt. Auf ihrem Speiseplan stehen heute Burger vom Grill. Tolle Idee, machen wir.
Nach einer ganzen Weile parkt sie wieder neben dem Wohnwagen. Wir schleppen die schweren Tüten ins Vorzelt und Tina bestückt den Kühlschrank. Bei dem tollen Wetter wird natürlich an den nächsten Tagen auch gegrillt. Heute gibt es, wie schon geschrieben, Burger vom Grill mit Salat.
Außerdem finden sich u.a. Zutaten für unsere Asia-Pfanne und die vegetarischen Frikadellen „a la Just Touring“ ein.
Während Tina mit dem Einräumen beschäftigt ist, lade ich die Getränke aus dem Auto aus. Zwei Kisten Wasser, eine Kiste mit Fruchtschorlen, Fassbrausen und Pepsi werden im Vorzelt verstaut.
Jetzt ist es Zeit für unser Frühstück. Also, fix noch einmal Kaffee machen und Tisch decken. Die mitgebrachten Brötchen schmecken gut und bald sind wir satt und zufrieden.
Die Sonne peitscht die Temperaturen ordentlich nach oben und es dauer nicht lange, da klopfen wir an den 30 Grad an. Bis zum Nachmittag sind wir der Sonne ausgesetzt und das Vorzelt heizt sich ziemlich auf. Bei der Hitze wird man ganz schön breiig im Kopf. Vor allen Fila ist ordentlich am Hecheln und bekommt von uns regelmäßig frisches Wasser hingestellt, was sie auch dankbar annimmt. Der abfallende Stress der letzten Wochen/Monate macht sich nun auch bei uns vollends bemerkbar und nehmen es dankbar an, am heutigen Tag nur vor uns hinzudümpeln. Wir bringen nur noch ein wenig Beleuchtung an – schließlich wollen wir es abends ja stimmungsvoll haben.
Dann, gegen 15:00 Uhr, ist die Sonne so weit herumgewandert, dass unser Wohnwagen und Vorzelt so langsam vom Baum beschattet werden. Da heute praktisch null Wind ging, bringt dies schon einmal eine erste Erleichterung und der Hitzestau unter dem Vorzelt nimmt langsam ab. Bevor wir den Grill anwerfen, gehe ich noch unsere ersten Dinge abwaschen. Vorher macht Tina uns aber noch ein paar Erdbeeren – auch immer wieder lecker.
Vom Abwasch zurückgekehrt baue ich unseren Cadac auf. Auch er bekommt einen der Schnellverschlüsse für den Gasanschluss verpasst. So ist der Wechsel zwischen Campingkocher und Grill immer fix erledigt. Eine gute Erfindung!
Tina hat in der Zwischenzeit schon die Zutaten für den Salat geschnippelt. So kann ich den Grill auch gleich auf Temperatur bringen und die Burger-Paddies grillen.
Unser Nachbar zur rechten, der auf Stellplatz 47a steht, schrubbt gerade sein Wohnmobil. Er fragt, wie wir denn an unseren Stellplatz gekommen sind. Eine ordentlich Portion Neid schwingt in der Frage mit. Dies sei der schönste Stellplatz des Platzes, da er einen guten Blick auf die Mosel bietet und nicht die Sicht durch Bäume oder Buschwerk eingeschränkt ist. Seinen Platz (47a) gab es früher gar nicht. Vor zwei Jahren war er schon einmal hier und unser Platz erstreckte sich auch über seine Stellplatzfläche.
Ich sagte ihm, dass wir im Oktober letzten Jahres bereits gebucht haben und vorher per E-Mail angefragt haben, ob wir diesen Platz beziehen können. Der Campingplatz gibt nur eine Garantie für die Stellplatzkategorie (z.B. wie bei uns: Ein Uferplatz) aber nicht für bestimmte Plätze.
Wir hatten Glück (und einen sehr netten E-Mail-Kontakt mit einer Platzmitarbeiterin).
Auf den Platz 47 kamen wir durch ein Youtube-Video, in dem über den Campingplatz berichtet wurde.
Da haben wir wohl ordentlich Glück gehabt. Aber – ich finde, wir haben es auch verdient.
Unsere Burger schmecken wirklich gut und auch der Salat ist sehr lecker. Ein guter Grill-Auftakt.

Mit Fila laufen wir anschließend nach Bernkastel-Kues. Wir verlassen den Platz und gehen am kombinierten Rad- und Fußweg entlang. Die Sonne hat doch noch ordentlich Kraft und Filas Zunge wird immer länger. Aber auch sie hat Lust auf Bewegung (und Schnüffeln) und läuft wacker weiter. Kurz nach dem Ortseingang lassen wir es aber gut sein. Sie muss ja schließlich auch noch zurück laufen. Wir beschließen, morgen den Buggy mitzunehmen und die Runde dann auszuweiten.
Zurück am Platz stürzt sich Fila auf ihr Futter. Nach einer Weile sind dumpfe Bässe zu hören, die langsam immer lauter werden.
Nanu?
Die Lautstärke nimmt immer mehr zu. Ein Ballermann-Hit nach dem anderen erschallt. Mit einem „Jonny Depp, Depp, Depp“ fährt die „Moselprinzessin“ um die Ecke.
Aha, es gibt die Ausflugsboote also auch als Partyversion.
Na, zum Glück gibt es an bestimmten Tagen immer nur eine Abendfahrt (Von Cochem aus und zurück). Das wäre ja gruselig, wenn die Moselflotte immer so unterwegs wäre.
Die Leute auf dem Schiff haben auf jeden Fall ordentlich Spaß und wir beim Zuschauen auch.
Tina geht zum Duschen und kommt nach einem kurzen Augenblick frustriert wieder. Es stehen schon diverse Damen an, das wird noch dauern.
Dies ist wirklich eines der negativen Dinge des Platzes. Bei den Damen und Herren gibt es je (ich glaube) 6 Duschkabinen. Bei den Toiletten verhält es sich ebenso. Wenn der Platz voll ausgelastet ist, wie jetzt gerade, ist dies viel zu wenig. Ein Lob muss man aber an das Reinigungsteam geben, dass mehrmals täglich unterwegs ist. Wenn eine Toilette oder Dusche mal versaubeutelt ausschaut, liegt es definitiv an den Gästen, die diese benutzt haben und nicht an der fehlenden Reinigung.
Tina holt also ihr Buch wieder heraus und versucht es später noch einmal. Ich bin, wie meistens am Abend, mit dem Schreiben unseres Reiseberichts beschäftigt. Aus der Ferne hören wir. „Vorne gute Laune, hinten gute Laune…..!“
Aha, das Partyboot ist auf der Rücktour. Und tatsächlich wummern die Bässe immer lauter und wir sehen wieder die tanzende Meute auf dem Schiff. Diese mal ist auch wesentlich mehr Bewegung unter den Gästen zu sehen und es wird gewunken, geschunkelt und performt.
Tina nimmt einen zweiten Anlauf und geht zum Duschen, dieses Mal mit mehr Erfolg.
Mittlerweile hat die Dämmerung eingesetzt und unsere solargeladene Beleuchtung schaltet sich so langsam nacheinander ein. So gefällt mir das.
Der Sensor unserer Lichterkette springt als letztes an. Von unseren Nachbarn höre ich nur ein „Oha!“ und gucke erstaunt auf. Man könnte meinen, das Partyschiff ist wieder da. Im imaginären Technobeat gibt die Lichterkette alles. Da würde ich mich als Nachbar auch freuen….
Ich gehe zum Solarmodul, wo man die verschiedenen Modi einstellen kann. Schließlich leuchtet die Lichterkette konstant. Geht doch.



Zur Nacht lassen wir das Vorzelt im Frontbereich im „Veranda-Stil“, so dass die kühlere Abendluft die Restwärme entfernt. Im Wohnwagen haben wir zwei kleine Ventilatoren rechtzeitg angeschmissen, so dass es dort heute zur Nacht angenehmer ist. Da Fila nicht wieder ins Hecheln verfällt, hat das wohl funktioniert.
Sonntag
Diese Nacht haben wir alle besser geschlafen. Die Sonne legt morgens schon kräftig los und es wird schnell bruttig.
Nach der Morgenrunde mit Fila hole ich eines unserer Schattennetze hervor und spanne es auf der einen Vorderseite. Man merkt recht schnell den Unterschied und so fangen wir nicht schon beim Frühstück an zu tropfen.
Vor dem Frühstück versuche ich mein Glück noch einmal bei den Duschen. Dieses Mal sind zwar gerade auch alle belegt, aber zumindest steht hier nicht wieder eine Warteschlange. Gestern am späteren Abend hatte ich auch wieder kein Glück. Nur die Kabine mit dem Waschbecken war frei. Heute muss ich aber nicht lange warten, bis die nächste Dusche frei wird. Während ich mich mit dem Duschen etwas beeile, es ist ja mit weiteren Wartenden zu rechnen, genießen die Herren links und rechts neben mir ihre ausgiebige Morgenroutine. Als ich den Duschraum wieder verlasse, ist von denen noch nichts zu sehen. Und ja, es warteten bereits die nächsten Camper auf ihre Dusche. Mitgedacht hätt was gebracht!
Nach dem wieder leckeren Frühstück hole ich noch zwei Teleskopstangen, ein paar Schraubheringe und unsere beliebten Seilaufhänger mit Ratsche. Schon bald steht unser zusätzlicher Schattenplatz in Form des jetzt nach vorne abgespannten Schattennetzes. Bei der Hitze eine gute Idee.

Wir setzen uns vor das Vorzelt und schauen dem Treiben auf der Mosel zu. Immer wieder kommen mal Kanuten, Motorboote, Ausflugsschiffe, Flusskreuzfahrtschiffe und Containerschiffe die Mosel entlang.
Fila wandert von einem Schattenplatz zum nächsten. Mal ist sie bei uns, mal im Vorzelt und dann wieder unter dem Tisch im Wohnwagen zu finden. Zwischendurch kommt sie immer mal wieder zum Trinken vorbei. Es ist aber auch eine Hundehitze…
Mittags genießen wir wieder ein paar Erdbeeren. Ich hole mir einen der mittlerweile gefrorenen Eisbälle (oder: großer Eiswürfel, nur rund) aus dem Gefrierfach. Im Glas schmilzt dieser in kürzester Zeit in sich zusammen und bringt daher nur eine kurzweilige Erfrischung. Gut, dass ich mein Fit-Flip dabei habe. Ein Tuch, dass mit Verdunstungskälte arbeitet und auch etwas Erfrischung bringt.
Als die Sonne wieder hinter den schattenspendenden Baum gewandert ist, bereiten wir wieder alles zum Grillen vor. Neben Holzfällersteaks landen noch zwei Würstchen und wieder ein paar Pilze auf dem Grill. Kräuterseitlinge vom Grill schmecken aber auch zu gut. Dazu gibt es wieder Salat.

Satt und zufrieden lassen wir uns in die Stühle fallen. Noch ein bisschen verdauen und dann laufen wir mit Fila noch einmal nach Bernkastel-Kues. Dieses Mal wollen wir bis zur Brücke laufen, die die beiden Stadtteile miteinander verbindet. Für Fila nehmen wir den Buggy und reichlich zu trinken mit.
Wir verlassen den Campingplatz über die Zufahrtsstraße und gehen entlang der Straße weiter – dies ist der uncharmante Teil der Strecke. Auf dem kombinierten Rad- und Fußweg lassen wir immer wieder Fahrradfahrer vorbei. Während bei uns im Norden ein „Danke“ in der Regel Gang und Gebe ist, schauen die Radfahrer hier meist nur stur geradeaus. In seltenen Fällen erntet man ein freundliches Nicken. Das soll die rheinische Frohnatur sein? Da sind die Nordlichter ja kommunikativer!
Netter wird es, wenn man nach Bernkastel hineinkommt. Man kann schön am Wasser entlanglaufen. Am Hafen hat eines der Flusskreuzfahrtschiffe festgemacht. Über Bernkastel thront die Burgruine Landshut. Das Bauwerk aus dem Mittelalter (um 1200 bis 1300) beherbergt ein Restaurant, das gut bürgerliche bis gehobene Küche anbietet. Bekannt ist es vor allem durch den Panoramablick auf das Moseltal.
Auf dem Weg Richtung Brücke gibt es viele schöne, große Bäume, die Schatten spenden. Eine Lokalität und ein Spielplatz sind dort auch zu finden, genauso wie eine Mini-Golf-Bahn.


Es sind noch viele Pingst-Ausflügler unterwegs und es ist ziemlich voll. Die Stadtbesichtigung wollen wir eh an einem der folgenden Tage machen. Von daher machen wir uns dann langsam auf den Weg zurück. Fila wird mittlerweile wie Queen Mum persönlich in ihrem Buggy chauffiert. Bei fragenden Blicken der Passanten sage ich immer: „Sie hat die Luxusreise gebucht.“
Zurück am Platz merken wir, dass wir von dieser kleinen Tour ganz schön kaputt sind. Es ist halt erst (oder zum Glück erst) Urlaubstag 3 an der Mosel. Zum Glück haben wir ja noch einige Tage vor uns, um uns zu regenierien. Wir freuen uns darauf.
Die umliegenden Dauercamper haben sich teils wieder zusammengerottet und sind bereits hart am Glas zugange. Was für ein Glück, dass sich diese Szenerien hinter unserem Wohnwagen abspielen. Wären wir mitten auf dem Platz untergekommen – ich glaube, wir hätten wieder unsere Sachen gepackt.
Wieder gehen wir nacheinander zum Duschen mit der spannenden Frage verbunden: Wie lange sind die Wartezeiten heute? Aber, wir beide haben Glück und sie hält sich in Grenzen.
Wir machen es uns noch im Vorzelt bequem und genießen die mittlerweile moderaten Temperaturen. Auch ein bisschen Wind ist aufgekommen. Nach einer Weile wummern wieder in der Ferne die Bässe. Ein lauter werdendes „Cordula Grüüüüüün, Cordula Grüüüüüün!“ kündigt den Rückweg des Partydampfers an. Seine Abfahrt in Bernkastel haben wir auf unserem Spaziergang live verfolgen dürfen.
Die Leute auf dem Schiff haben wieder viel Spaß und geben alles.
Wir erfreuen uns noch ein bisschen an unserer schönen Vorzeltbeleuchtung und gehen dann aber auch bald in den Wohnwagen und lassen den mittlerweile späten Abend ausklingen.
Pfingstmontag
Heute geht die große Abreisewelle los. Überall hört man die Menschen beim Abbau des Equipments. Auch die beiden Wohnmobile rechts und links von uns machen sich wieder auf die Fahrt.
Die Sonne knallt bald schon wieder erbarmungslos vom Himmel. Dank unseres Schattennetzes lässt es sich aber noch gut aushalten.
Wir gehe den Tag in aller Ruhe an. Heute holen wir auch mal wieder eine Fallakte heraus. In dem Spiel klären wir das mysteriöse Sinken eines Passagierschiffes nach New York und den Verbleib einiger Passagiere auf. Ein Spiel der Serie „Hidden Games“ (Achtung, durchaus gewollte Werbung, bzw. Empfehlung). Die Reihe der (Kriminal-) Fallakten von Hidden Games haben uns immer richtig Spaß gemacht, so dass wir sie guten Wissens empfehlen können.
Mit reichlich Getränken und Obst halten wir den Tag ganz gut aus.
Auf dem mittlerweile verlassenen Stellplatz neben uns, haben sich ein paar Dauercamper im Schatten eines Baumes niedergelassen. In großer Runde wird laut erzählt.
Da ist er wieder! Dieser bestimmte Blick meiner Frau, der nichts Gutes verspricht. „Nicht, dass ich heute Nacht noch lauter werden muss, wenn da nicht Ruhe einkehrt…“, grummelt sie vor sich hin. Zum Glück sind die Sorgen unbegründet. Der Pulk löst sich am späten Nachmittag auf und so haben wir einen entspannten Abend vor uns.
Tina hat bei Google Maps den „Skywalk“ entdeckt, der nur knapp 10 Minuten mit dem Auto entfernt ist. Dabei handelt es sich um eine Aussichtsplattform, die oben in den Weinbergen ist und einen schönen Blick über die Mosel und Bernkastel-Kues bietet. Sie schlägt vor, die abendliche Gassirunde dorthin zu verlegen.
Gesagt, getan. Über eine kleine Serpentienenstraße gelangen wir zu einem Parkplatz unweit vom Skywalk entfernt . Ein kleiner Fußmarsch (zum Glück im Schatten) folgt und wir sind da. Die Aussicht, gerade auch im Licht der tiefer stehenden Sonne, ist wirklich schön. Ja, es hat sich gelohnt hier einmal herzukommen. Fila ist natürlich auch ganz entzückt. Dies liegt aber eher an dem neuen Terrain, in dem es sooo viel zu erschnüffeln gibt. Die Weinberge erstrecken sich unter uns. Wenn man sich die Reben anschaut, scheint es ein recht ertragreiches Jahr zu werden. Man kann noch nicht von Weintrauben sprechen, aber es deutet sich durch die jungen Triebe an, dass der Ertrag wohl nicht schlecht wird.







Dienstag
Der Wecker klingelt um 7:00 Uhr. Ja, gewollt. Wir wollen heute, bevor die große Hitze beginnt, uns Bernkastel-Kues anschauen.
Wir starten mit Wasser für uns und den Hund und natürlich mit den Buggy. Es ist noch angenehm temperiert, aber schon auf dem Weg merken wir, was uns heute wieder an Hitze erwarten wird.
Unser erstes Ziel: „Cafe Zuruf“. Wer schon früh in die Gänge kommt, hat sich auch ein schönes Frühstück verdient. Auf dem Weg siniere ich über den Namen. „Ob man der Bedienung einfach FRÜHSTÜCK entgegenrufen muss? Das probiere ich mal aus.“
Ich empfange prombt den berühmten Das-meinst-du-doch-nicht-ernst-Blick.
Wir kommen beim Cafe an und freuen uns über Schattenplätze draußen. Fila erhält ihre erste Wasserration und ich bestelle drinnen das Frühstück.
Auf einem Schild über der Theke steht „Hier bedient die freundliche Selbstbedienung“.
Meine Frau lächelt mich an und sagt: „Frühstück!“. So hatte ich mir das nicht vorgestellt…
Das Frühstück und vor allem die Brötchen schmecken uns sehr gut. Hier werde ich morgen einmal hinscootern und uns für das Frühstück frische Brötchen holen.

Wir gehen noch weiter zu Edeka und zu Rossmann um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.
Dann gehen wir ein Stück zurück und biegen ab Richtung Brücke, die die beiden Stadtteile miteinander verbindet. Von der Brücke hat man schon einen schönen Blick auf die Anlegestellen und die alten Häuser.

Bernkastel-Kues ist eine wirklich schöne Stadt. (Sie kommt für mich gleich hinter Meersburg / Bodensee. Wobei beide Städtchen ihren eigenen Charme haben)
Viele alte Fachwerkhäuser, manchmal so schief und krumm gebaut (oder durch die Zeit geworden?), dass wir zwei Mal hinschauen müssen. Ist das so richtig?
Durch die diversen Gassen sind immer wieder englischsprachige Touristengruppen, meist mit einem Guide, unterwegs. Bestimmt sind das die Passagiere von den Flusskreuzfahrtschiffen, die an den Anlegestellen zu sehen sind. Ein paar ältere Damen bewundern Fila, die gerade wieder im Buggy durch die Gegend chauffiert wird. Ihr Kopf schaut oben aus der Öffnung heraus und sie schaut dem Treiben interessiert zu.
„So cute!“, schallt es von den Damen herüber. Mit einer von ihnen kommen wir ein bisschen ins Gespräch. Sie erzählt von ihrem Hund, der auch nicht immer ganz gut zu Fuß ist und findet die Idee mit dem Buggy ganz toll.
Fila legt ihr Köpfchen auf der Umrandung ab und schaut die ältere Dame mit großen Kulleraugen an. Schleimer!
Es gibt viele touristische Läden, die demselbigen mit irgendwelchen Spiddel die Geldbörsen erleichtern möchten. Natürlich sind auch einige Weinstuben und Gastros vorhanden. Wir sind ja eigentlich nicht die Wein-Trinker (generell ganz selten Alkohol), aber, wenn wir schon einmal an der Mosel sind, müssen wir doch abends auch einmal anstoßen. So gehen wir in eine Weinstube, die uns anspricht und lassen uns beraten. Unser Auftrag: Gerne etwas lieblich, fruchtig, süffig – lecker.
Anscheind weiß die junge Dame, was gemeint ist, denn sie stratzt zielsicher zu einem Regal. Wir erhalten in kleinen Gläsern eine Kostprobe. Schon der erste Wein spricht uns sehr an. Der ist schon einmal gekauft. Meine Holde möchte es gerne noch süßer. Schon steht die zweite Probe bereit. „Ein bisschen süßer. Wir haben aber auch bocke-süß“, sagt sie. Wir probieren und nehmen auch hiervon eine Flasche mit. Das war ja einfach. Ich bringe das Probierglas zurück und werde gleich aufgefordert es doch auszutrinken. Oh ja, gute Idee. Ich, der nichts verträgt, schraubt sich bei 30 Grad plus noch ein, zwei Gläschen rein und eskaliert dann mal so richtig.
Nein, das möchte niemand.
Da wir von Wein absolut keine Ahnung haben (außer: schmeckt mir / schmeckt mir nicht), befragen wir später die KI. Und siehe da – da haben wir uns wohl etwas feines aussuchen lassen. Preislich war es auch absolut in Ordnung.

















Zufrieden machen wir uns auf den Rückweg. Mittlerweile brennt die Sonne unbarmherzig vom Himmel. An schattigen Abschnitten läuft Fila immer mal wieder ein bisschen, ansonsten „fährt sie Buggy“.










In unserem Vorzelt merken wir auch, dass die Sonne heute noch einmal eine Schippe draufgelegt hat.
Da beide Nachbarplätze mittlerweile frei sind, können wir die Stellen nutzen, bei denen die Bäume etwas früher Schatten spenden, als bei uns. Wir räumen die Stühle und Filas Liege rüber und machen es uns im Schatten bequem. Nach einer Weile kommt ein Paar vorbei, die sich gerade ein paar Stellplätze anschauen, um zu überlegen, welchen sie nehmen werden. Ich will schon den Platz räumen, als mich der Mann zurückhält und meint: „Bleibt ruhig erst einmal hier. Wir wissen ja noch gar nicht, wo wir uns niederlassen.“. O.k., auch gut.
Sie scheinen einen anderen Platz gefunden zu haben, denn wir sehen sie nicht wieder. Dafür steht nach einer Weile das nächste Pärchen vor uns, dass sich ebenfalls die Stellplätze anschaut. Nach einer Weile kommt dann auch ein Wohnmobil angefahren. Sie haben sich wohl entschieden.
Wir räumen fix unsere Sachen beiseite und stellen sie auf die andere Vorzeltseite. Hier ist der Platz ja auch nicht belegt und auch hier wirft der Baum schon etwas früher seine Schatten. Außerdem ist das der eingerichtete „Notplatz“, der eher an den Feiertagswochenenden vergeben wird.
Sollte noch jemand kommen, um den Platz in Beschlag zu nehmen, wäre es ja auch kein Problem. Unsere paar Dinge sind schnell entfernt.
Dann trifft noch eine sehr gute Nachricht ein. Unsere Tochter hat einen Ausbildungsplatz. Wir freuen uns für sie wie Bolle und als wir mit Lea telefonieren fließen bei Tochter und Muddi ein wenig die Tränchen. Wir sind sehr froh und sehr stolz auf sie.
Das war noch das i-Tüpfelchen des Tages und wir merken abermals, dass wir ganz schön kaputt sind – aber mit einem guten Gefühl.
Nach Müde kommt Hunger, zumindest bei uns heute. Wir schnippeln das Gemüse und bereiten das Hähnchenfilet für die Asia-Pfanne vor. Auf unserem Kocher wird der Reis gekocht. Als dieser fertig ist, stöpsel ich die Gasflasche um und Tina macht in der Wok-Pfanne auf dem Grill das Asia-Gericht.
Das gemüselastige Pfannengericht ist bei der Wärme genau das Richtige und schmeckt hervorragend.

Wir bleiben noch etwas im Schatten sitzen und lesen. Wir hören einen Wagen näher kommen und es ertönt über die Außenlautsprecher: „Marina, Marina, Marina“ – das Lied von Rocco Granata. Der Eiswagen der täglich seine Runden fährt, kündigt sich an. Tina klärt erst einmal die verdutzt guckende Nachbarin auf und holt uns dann je zwei Kugeln Eis. Für uns das erste Eis des Jahres, fällt uns ein. Und: Das erste Camper-Eis überhaupt.
Später wird noch der Abwasch erledigt und während Tina mit Fila zur Abendrunde aufbricht, scooter ich noch einmal nach Bernkastel. Wir haben gar keine Weingläser an Bord. Und so ein bisschen Stil-echt möchten wir schon anstoßen.
Genau das machen wir dann auch zum Sundowner. Der Wein ist mittlerweile gut heruntergekühlt und schmeckt uns sehr gut.
Pur und als Schorle, geht beides.

Mittwoch
Heute ist ein Platz-Tag. Die Temperaturen drücken heute wieder mehr als gestern.
Während Tina mit Fila die Morgenrunde bestreitet, fahre ich mit dem Scooter zum Cafe Zufruf und hole uns Brötchen.
Die erste Wäsche wird gewaschen. Ansonsten spielen wir wieder ein Krimi-Spiel. Die Story und der Spielaufbau können uns aber nicht so begeistern und wir quälen uns eher in Etappen bis zum Ziel.

Zum Mittag gibt es Wraps mit Paprika, Karotte, Zwiebel, Salat, Salsa und Hähnchen. Sehr lecker.

Da wir heute faul am Platz waren, fahren wir gen Abend noch zum Walderlebnispfad Lieser. So hat Fila bei ihrer Abendrunde mal wieder etwas anderes zu erschnüffeln und wir lieben es eh im Wald spazieren zu gehen. Wieder eine nette, kleine Abwechslung.
Donnerstag
Heute fahren wir nach Trier.
Wir haben uns einen Wecker gestellt, damit wir wieder zeitlich loskönnen und den Rundgang in Trier bei moderaten Temperaturen beginnen können.
Noch bevor der Wecker klingelt, sind wir wach. Jetzt auf Toilette gehen und dann noch einmal eine halbe Stunde hinlegen, macht auch keinen Sinn. Also: auf, auf, ab ins Bad und fertig gemacht.
Tina dreht mit Fila eine kleine Morgenrunde, ich verstaue den Buggy und unsere Sachen und sammle sie bei der Platzzufahrt dann wieder ein.
In nicht einmal 45 Minuten sind wir in Tier. Wir erwischen den einsetzenden Berufsverkehr und es geht an den Knotenpunkten nur langsam voran. Wir parken im Parkhaus am Hauptmarkt. In den oberen Etagen gibt es ein paar XL-Parkplätze. Das Parkhaus zeigt auch durch an der Decke angebrachte Leuchtdioden an, ob ein Parkplatz frei ist. Parkt man unter der Diode, schaltet diese von grün auf rot. Ein System, dass wir schon kennen und die Suche erleichtert. Ansonsten sind die Parkplätze aber eher etwas enger. Als wir in einer Rezension von den XL-Parkplätzen lesen, wussten wir: Da fahren wir hin.
Trier, oder Augusta Treverorum, wie es zur Römerzeit hieß. Damals im Jahr 300 nach Christus mit rund 80.000 Einwohnern, die größte Stadt nördlich der Alpen.
Zahlreiche Zeugen dieser Epoche prägen noch heute das Stadtbild: Porta Nigra, die Kaiserthermen, das Amphitheater, die Barbarenthermen, die Thermen am Viehmarkt und die Igeler Säule.
Vom Parkhaus ist unser erstes Ziel ein Bäcker oder Cafe, bei dem wir frühstücken können. Wir hatten uns schon ein, zwei im Internet herausgesucht, diese machen aber erst um 9:00 Uhr auf.
Wir schlendern also die Fußgängerzone entlang, entdecken aber nur To-Go-Bäckereinen, wo man sich nicht hinsetzen kann (oder mag).


Als wir auf die Uhr schauen ist es dann schon viertel vor neuen. Dann gehen wir halt doch zum „Cafe 1900“, welches wir uns eh ausgeguckt haben.
Auf dem Weg dorthin sehen wir den „Handwerkerbrunnen“. Zunächst denkt man: „Oh zeitgenössische Kunst – kann ich nichts mit anfangen“, als man auf diese Schmiedearbeit schaut. Geht man jedoch näher heran, wird es interessant.
Der Handwerkerbrunnen wurde der Stadt Trier anlässlich der 2000-Jahrfeier von der Handwerkskammer als Geschenk überreicht. Zwischen den Blattwerk des stilisierten Baumes sind insgesamt 36 Figuren angeordnet, die verschiedene Handwerksberufe darstellen. Es lohnt sich eine genauere Betrachtung, da die Figuren und ihre Handwerke mit viele Liebe zum Detail dargestellt werden.

Im Cafe 1900 eingetroffen bestellen wir unser Frühstück und lassen es uns munden. Tina bringt uns zwei Karamel-Macciato mit. Gegen die Macht der Gewohnheit ist man manchmal machtlos. Wie in Trance lasse ich noch etwas Zucker in den Karamel-Macciato rieseln und wundere mich beim ersten Schluck, dass der Macciato so bocke-süß ist. Tina beobachtet die Szenerie und grinst über beide Backen. „Ich habe mich schon gewundert. Aber ich dachte, er wird schon wissen, was er tut“, sagt sie. Vielen Dank auch. Das Frühstück war lecker aber bislang gewinnt Bernkastel-Kues noch den Preis für den 1. Platz.


Als erstes gehen wir zu den Kaiserthermen, 1600 Jahre alt mit Warmbadesaal in Theatergröße und mit einem unterirdischen Tunnelsystem.
Eigentlich ist es eine römische Ruine, da der Bau niemals fertiggestellt wurde. Das begehbare Tunnelsystem ist herrlich kühl und die Therme ist durchaus sehenswert.








Weiter geht es zum kurfürstlichen Palais. Entlang des Palastgartens bekommt man einen sehr schönen Blick auf das Gebäude, das mit seinem renaissance- und rokoko-Stil eine Erscheinung ist. Der Park ist schön angelegt, Skulpturen und kleine Wasserspiele begleiten einen auf die andere Seite.

Im Park kommen wir noch mit einer anderen Hundebesitzerin ins Gespräch, die uns noch mit Tipps zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten versorgt.
Hinter dem Palais thront die Konstantin-Basilika. eine evangelische Kirche. Wer hier nach Prunk und Verzierungen oder ähnlichen auf der Suche ist, wird beim Eintritt ernüchtert sein.
Der Trierer Dom, der ein Stück weiter entfernt ist, haut hierbei einiges raus. Die Bischofskirche ist eine festungsähnliche Kirche mit Gewölbe, in der sich romanische, gotische & barocke Architektur und Kunst vereinen.




Wir schlendern weiter zur Porta Nigra, dem schwarzen Tor – von den Einwohner Triers nur „Porta“ genannt. Heute leider ein verhangenes Tor, da Restaurationsarbeiten im Gange sind. Das römische Stadttor ist eines der Wahrzeichen von Trier und Teil des UNESCO-Welterbes. Das Stadttor ist der nördliche Zugang zur Stadt, dessen Bau 170 n. Chr. begann.
Neben der Porta Nigra gab es noch die Porta Alba (Weißes Tor) an der Ostseite, Porta Media (Mitteltor) an der Südseite und die Porta Inclyta (berühmtes Tor) an der Römerbrücke.
Die Porta Nigra will erklommen werden. Ich schwinge meinen Kadaver die diversen Treppen hinauf und werde neben einer einsetzenden Kurzatmigkeit (schönen Gruß an meinen Fitness-Zustand!) mit einer Aussicht über die Fußgängerzonen und den Dächern von Trier belohnt.






Bevor wir wieder zum Auto gehen, stärken wir uns noch bei „Hans im Glück“ mit Burger, Bowl und Durstlöschern.

Fila hat den Tag wieder prima mitgemacht. Teils lief sie mit uns durch die Stadt, teils wurde sie wieder im Buggy chauffiert. Es hat alles prima geklappt, sie macht das echt gut.
Zurück beim Wohnwagen lüften wir erst einmal ordentlich durch und machen es uns dann im Vorzelt, bzw. Schatten gemütlich. Fila verkriecht sich als erstes wieder unter den Wohnwagen, der wahrscheinlich kühlste Platz, den sie finden kann.
Wir spielen später noch eine Fallakte durch, ansonsten entspannen wir einfach und lassen es uns gutgehen.
Unser Fazit zu Trier:
Trier ist schon einen Besuch wert. Wir haben allerdings schon andere Stadttouren gemacht, bei denen die Städte etwas mehr Charme hatten.
Was uns nicht gut gefallen hat, ist, dass es teilweise ziemlich dreckig war. Die Einkaufs- und Fußgängerzonen sind groß und es gibt viele Möglichkeiten irgendwo einzukehren. Ein bisschen Kultur kann man auch mitnehmen, wenn man möchte.
Dies ist natürlich nur unser subjektiver Eindruck.
Zurück am Platz schnappe ich mir in der Abenddämmerung noch einmal den Scooter und fahre nach Bernkastel-Kues. Ein paar schöne Aufnahmen bei und auf der Brücke möchte ich noch machen. Bernkastel sieht mit seiner Abendbeleuchtung wieder sehr schön aus. Ist schon ein schnuckeliges Städtchen.


Freitag
Platztag.
Tina fährt morgens noch einmal einkaufen. Der Getränkevorragt wird aufgefüllt und auch wieder alles für unseren Burger vom Grill mitgebracht.
Den Tag verbringen wir mit Lesen und Spielen.
Die Dauercamper trudeln nach und nach auch wieder ein und wir kommen ein bisschen ins Gespräch.
Ich lasse meine Drohne außerhalb des Platzes noch einmal steigen, um ein paar Luftaufnahmen vom dem Platz zu machen.



















Zum Abend fahren wir noch einmal kurz nach Bernkastel-Kues, dieses Mal mit dem Auto. Wir besuchen erneut die Vinothek und stocken unseren Weinvorrat etwas auf.
Tina kauft sich noch eine Spätlese, die so bockesüß ist, dass sich mir die Fußnägel aufkrempeln.
Dann fahren wir weiter zum Wasserfall von Bernkastel. Dieser liegt auf halbem Weg zur Burg Landshut. Er ist nicht sonderlich groß, aber einen kleinen Ausflug wert. Vor allem, da wir mit Fila ein bisschen abseits des Platzes laufen können. Die Luft ist gleich merklich kühler, was uns allen gut gefällt. Leider sind auch ordentlich Mücken und Bremsen unterweges. Die Viecher haben mich bestimmt wieder an der Stimme erkannt.

Samstag
Wetterwechsel. Für gestern Abend war schon Gewitter angesagt, passiert ist jedoch nichts. Trotzdem haben wir sicherheitshalber die Fronten vom Vorzelt hochgezogen und nur oben etwas offen gelassen. Eine gute Entscheidung, wie sich in der Nacht zeigt.
Gegen 4:30 Uhr fängt es draußen ordentlich an zu krachen und zu blitzen. Regen setzt ein. Ich schwinge meine alten Knochen aus dem Bett und hole noch fix den Grill und die noch hängenden Handtücher von der Wäscheleine ins Vorzelt. Dann noch schnell das Camplightz in Sicherheit gebracht und die dazugehörige Angel auf den Boden gelegt. Bei Gewitter wollen wir ja nicht gerade den höchsten Punkt neben den Bäumen dem Gewitter anbieten.
Als ich zurück in den Wohnwagen komme, hat Tina schon die Luken geschlossen und die Fenster etwas rangemacht. Ich dachte, sie verschläft das Gewitter. Denn als ich aufgestanden bin, schnorchelte sie tapfer weiter.
Wir legen uns wieder in die Kojen und schlafen weiter.
Als wir aufwachen, schauert es immer mal wieder, aber es ist meist dann doch trocken. Die Temperaturen sind auf ein wohliges und gut aushaltbares Maß zurückgegangen.
Heute probieren wir mal die Brötchen aus, die man am Platz bestellen und morgens an der Rezeption abholen kann.
Beim Vorbereiten des Frühstücks gibt es ein paar Schrecksekunden. Ich habe unseren 2-Flammen-Kocher angemacht und gewartet, dass Kaffee- und Eier-Wasser kochen. Plötzlich steht der Gasschlauch in Flammen, oben am Auslass. Nach einer kurzen Schrecksekunde drehe ich die Gasflasche zu.
Wie sich herausstellt, hat sich oben vor der Schnellkupplung das Gewinde gelockert. Nachdem es wieder festgezogen ist, funktioniert alles wieder. Trotzdem habe ich mit dem Gasschlauch kein gutes Gefühl mehr. Zum Glück haben wir damals beim Kauf des Grills einen weiteren Gasschlauch mitgekauft (ohne an den Gasschlauch vom Kocher gedacht zu haben). Was uns damals im nachhinein geärgert hat, freut mich jetzt. So kommt der Ersatz-Gasschlauch zum Einsatz. Einmal die Schnellkupplung noch angebracht, fertig – und, ich habe wieder ein besseres Gefühl.
Sowas…. Gerade bei Gas bin ich eigentlich immer so vorsichtig. Immer wenn ich die Flasche zwischen Kocher und Grill hin und her bewegt habe, habe ich geprüft, ob die Anschlüsse fest sitzen. Beim letzen Anschließen war ich wohl nachlässig. Wieder eine Lernerfahrung…
Mit wechselndem Wetter plätschert der Tag vor sich hin. Wir spielen wieder ein bisschen und lassen es uns sonst gutgehen.
Tina hat sich eine Schürfwunde am Fuß zugezogen. Ich scooter noch fix nach Bernkastel zur Apotheke, bevor sie zu macht. Eine Salbe und ein paar Flaster später bin ich wieder auf dem Rückweg. Etwas Sorge macht mir die Ladeanzeige des Scooters, den ich bislang noch nicht nachgeladen habe. Bei der Ausfahrt Bernkastel fängt die Anzeige an zu blinken… Ich gehe etwas vom Gas und drücke mir die Daumen.
Es hat geholfen, mit den letzten Atemzug des Akkus komme ich bei Kai-Uwe an. Unser Scooter kommt dieses Mal gut zum Einsatz und erhält jetzt auch seine verdiente Stromladung.
Abends sitzen wir mit einem Glas Wein gemütlich im Vorzelt, da wummern in der Ferne die Bässe. Ah ja, es ist Wochenende und das Partyboot ist wieder unterwegs. Als kleinen Gag hole ich mir die das Solarpanel, an dem die Bedieneinheit der Lichterkette ist, ins Vorzelt. Am Panel kann man verschiedene Leucht-Modi einstellen. Wir haben natürlich ein stetes Leuchten der Lichterkette eingestellt. Ich spiele an den Modi herum und finde eine rhytmische Disco-Beleuchtung. Die Lichter blinken und tanzen abwechselnd zum imaginären Beat. Ich lasse den Disco-Modus aktiviert, stelle aber die Lichterkette wieder aus.
Als sich das Partyschiff auf der Rücktour befindet und auf gleicher Höhe mit uns ist, mache ich den Disco-Modus an. Dies wird von ein paar Tanzwilligen auch mit Klatschen honoriert. Spaß muss sein.
Über den Tag schauen wir uns immer mal wieder die Wetterentwicklungen und -prognosen an. Wir wollen auf jeden Fall noch einen Ausflug nach Cochem machen. Der Montag scheint dafür gut geeignet zu sein. Nicht zu warm und meist trocken. Wird schon einmal vorgemerkt.
Wenn Tina morgen wieder besser laufen kann, werden wir noch einmal nach Bernkastel-Kues laufen. Bei den mittlerweile moderateren Temperaturen kommt das auch Fila entgegen. Schauen wir mal.
Montag
Gestern gab es nicht viel zu berichten. Das Wetter war zum Glück besser als angesagt und wir sind auch noch einmal nach Bernkastel-Kues hinein. Dort haben wir unseren Wein-Vorrat aufgestockt. Trotz Sonntag hatten viele Geschäfte auf und in der Stadt war wieder einiges los.






Heute machen wir unseren Ausflug nach Cochem.
Wir stehen wieder zeitig auf und machen uns auf den Weg. Auf dem Hinweg nehmen wir die Autobahnstrecke, Fila dankt es uns.
Wir kommen gut durch und sind nach etwa einer Stunde am Ziel.
Wir parken auf dem Parkplatz „City Parken Cochem“. Achtung! Tipp!: Der Parkplatz hat drei Parkzonen, P1, P2 und P3. P1 ist direkt bei der Zufahrt des Parkplatzes, dann folgt P2 und ganz hinten ist P3. Wer nicht lauffaul ist, dem sei P3 empfohlen. Warum?
Das Tagesticket kostet auf P1 12,- Euro, auf P2 kostet es 10,- Euro und auf P3 3,- Euro.
Warum? Keine Ahnung. Es ist einfach so.
Vom Parkplatz geht man nur knapp 10 Minuten ins Zentrum. Auf dem Weg schauen wir bei der „Bäcker Lutz“ vorbei und frühstücken dort. Frühstück gibt es hier zum wirklich fairen Preis. Wir entscheiden uns heute für bereits belegte Brötchen und eine Scheibe Brot, die mit Omelett, Frischkäse und gebratenen Speck belegt ist. Wirklich sehr lecker.

Über der Stadt thront übrigens die „Reichsburg“, die das Wahrzeichen der Stadt ist und selbst aus der Ferne sehr imposant ausschaut.

Gut gestärkt kommen wir ins Zentrum und finden uns beim Stadttor, dem „Enderttor“ ein.
Es befindet sich im Norden der Stadt beim Stadtausgang zum Enderttal. Dieser damals nördliche Durchgang der Stadtmauer wurde von Kurfürst Balduin errichtet. Das Tor schirmte die Stadt vor Angriffen aus dem Enderttal ab. Es war unter Reisenden sehr bekannt, da sich die Fahrgäste der Postkutschen nach Köln und Frankfurt hier bzw. vor der benachbarten Torschenke zur Abreise versammelten.



Auch in Cochem sind einige Touristengruppen unterwegs, die mit ihrem Guide die Stadt erkunden. Teils mit Bussen, teils mit den Flusskreuzfahrtschiffen, strömen die Gäste in die kleinste Kreisstadt Deutschlands.
Wir lassen der Touristenhorde etwas Vorsprung und gehen dann gemütlich hinterher. In Cochem gibt es ein Netz aus Gassen, in denen verschiedene Geschäfte beheimatet sind. Geprägt vom Hauptthema, was die Region einfach kann: Wein. Natürlich sind aber auch die typischen Touri-Läden vorhanden.







Gesehen haben wir sogar einen Laden, in dem man nur diese kleinen (meist) gelben Quietscheentchen kaufen kann. Das so ein Laden überlebt….



Wir schlendern durch die Gassen Richtung Marktplatz und darüber hinaus. Fila thront mittlerweile wieder in ihrem Buggy und schaut sich die Szenerie interessiert an. „Soooo cuuute“, ertönt es mal wieder von einer Touristin. Wir kennen das ja schon.
Obwohl – man muss sagen, dass wir hier in der Mosel-Gegend recht häufig Hunde in Fahrradanhängern oder auch in Buggys gesehen haben. Von den Einheimischen wundert sich auch niemand, wenn auf einmal ein pelziger Kopf oben aus der Luke schaut.
Im Cafe Flair machen wir später dann noch einen Halt. Was wir unterwegs schon ein paar Mal gesehen haben: Hier an der Mosel kann man nicht nur Wein, sondern auch Torte / Kuchen. Die Auslagen in den Cafe´s sahen immer toll aus.

Als wir uns auf den Rückweg machen, gehen wir noch bei „Göbels Weinlounge“ vorbei. Mittlerweile interessiert an weiteren, alternativen Tröpfchen, sprach mit dieses Geschäft an, da zu den Weinen sehr ausführliche Informationen geschrieben wurden. Ich gehe in die Weinlounge und lese mir eine Beschreibung durch, die mich angesprochen hat. Nach kurzer Zeit steht schon die kompetente Angestellte neben mir und wir kommen ins Gespräch. Ich frage noch fix, ob ich meine Frau samt Hund dazuholen kann. Dies ist kein Problem.
Es dauert gar nicht lange, da steht bereits eine kleine Auswahl an Flaschen vor uns und uns werden die Proben angeboten.
Uiui, man muss hier echt aufpassen, gerade wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Ich halte mich daher natürlich zurück und probiere nur kleines bisschen. Tina meint, dass sie mehr süßere Weine mag. Mit einem „Ich kann auch süß“, stehen schnell weitere Flaschen auf dem Tresen. Unsere Wahl ist dann aber schnell getroffen und wir entscheiden uns für einen eher süßen Wein, der aber sehr süffig ist, keinen so großen Alkoholgehalt hat und bei dem wir so richtig die Frucht herausschmecken können. Man, man, wo soll das noch hinführen?
Wir verlassen die Fußgängerzone wieder und spazieren etwas an der Mosel entlang.



Fila kann sich auch noch einmal ordentlich die Beine vertreten, bevor wir wieder fahren. Sie hat alles mal wieder mit bravour mitgemacht. Jetzt steht ihr aber auch die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben.
Das ist auch gut so. Denn zurück wollen wir nicht die Autobahnstrecke nehmen, sondern -nennen wir es- die romantische Strecke. Wir fahren eine Zeit lang neben der Mosel her, an den Moseldörfchen und den diversen, steilen Weinhängen vorbei. Wir sehen auch tatsächlich die Weinanbaugebiete von dem Wein, den wir bereits erworben haben: Das „Erdener Treppchen“ und den „Ürziger Würzgarten“. Ein toller Anblick. Dann geht es irgendwann links weg und wir fahren diverse kurvige Serpentienenstraßen rauf und runter (gut, dass Fila schon weggedimmert ist). Spontan machen wir noch einen kleinen Abstecher Richtung Zell an der Mosel und fahren auch noch zum Campingausstatter „Berger“, der auf dem Weg liegt, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.
Auf der Fahrt sprechen wir viel über diese tolle Gegend und über das, was wir schon gesehen haben. Das uns die Mosel-Gegend so gut gefällt, hätten wir nicht erwartet. Wir sind ein bisschen schock-verliebt.
Wieder am Platz gut angekommen, bereitet Tina unser Essen vor. Es gibt heute vegetarische Frikadellen a´ la Just Touring. Wer unsere Vorberichte kennt, weiß wovon ich schreibe. Das Rezept von den beiden Youtubern von „Just Touring“ hat es längst in unser Standardrepertoire geschafft. Wer es nicht kennt: Unbedingt mal ausprobieren. Rezept und Video findet ihr auf der Homepage oder dem Youtube-Kanal von Just Touring.
Heute Abend gibt es sicherlich noch ein Gläschen Wein, es muss ja noch einmal gekostet werden.
Es wird nun zum Abend recht frisch und wir beschließen nachher in den Wohnwagen zu gehen und es uns dort gemütlich zu machen. Da ertönt ein „Marina, Marina, Marina“. Der Eiswagen kommt. Ich schauen meine Holde an und erhalte sofort ein Nicken zur Bestätigung. Also, schnell etwas Geld geholt und dem Eiswagen hinterhermarschiert. An der Parallel-Straße hält er endlich an und auch andere Camper sind schon auf dem Weg. Zwei (vermutlich) polnische Herren kommen zeitgleich mit mir an und deuten an, dass ich als erstes bestellen solle. Ich sage artig danke und gebe die Bestellung auf. In der Zeit unterhalten sich die beiden über das Angebot. Verstehen tue ich nichts, außer wenn die Eissorten genannt werden. „Oh, Amarena, Mmmmmmmmmh!“
Das finde ich so putzig, dass ich ein „Mmmmmmmmmh!!“ hinzufüge. Wir lachen alle und wünschen uns einen guten Appetit. Als ich gehe höre ich, wie einer von beiden die Bestellung aufgibt: „Einmal lecker Amarena-Becher“. Wohl bekommts.
Mittwoch
Gestern und auch heute ist das Wetter noch unbeständiger geworden. Bislang gab es glücklicherweise immer eine Schauer-Lücke, wenn ich zum Brötchenholen nach Bernkastel scooter.
Wir verbringen viel Zeit mit Spielen. Heute fahre ich zum „Zylinderhaus“, einem Museum in dem vorwiegend alte Autos, Motorräder und andere Fortbewegungsmittel ausgestellt sind. Hund haben leider keinen Zutritt, daher bleibt Tina mit Fila am Platz.
Das Museum ist wirklich sehr schön gestaltet. Nicht nur wirklich schöne Autos sind dort zu finden, sondern es wurde auch das Leben von „damals“ nachgestellt. Geschäfte, eine Tankstelle, eine Post usw. kann man sich anschauen. Alles mit entsprechenden Waren ausgestattet. Vor mir geht eine 4er Frauen-Gruppe, dem Akzent nach aus Sachsen. In jedem der Geschäfte wird anscheinend die Kindheit vorgeholt, denn mit einem Jauchzen werden Kindheitserinnerungen geteilt, als man die alten Inhalte der Geschäfte betrachtet. Im Museum sind sowohl Ost- als auch Westprodukte zu finden. Dies setzt sich übrigens auch bei den Fahrzeugen fort. Wirklich eine schöne Sammlung und mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Der Rundgang verläuft über drei Stockwerke und es gibt viel zu sehen.
Auch ich sehe immer wieder Produkte oder Fahrzeuge, die Erinnerungen wachrufen. Was ich auch lustig finde Es gibt einen Raum, in dem alte Flipper aufgestellt sind, die man auch unentgeltlich nutzen kann. Eine alte Musikbox dudelt hier auch Hits aus der damaligen Zeit.














Als Schlecht-Wetter-Alternative kann ich das Museum sehr empfehlen (aber auch bei gutem Wetter).
Nach dem Rundgang folgt der übliche Souvenierverkauf. Allerdings ist auch dieser schön gestaltet, im Stil eines Marktplatzes. Hier gibt es auch nicht nur den üblichen Touri-Ramsch, sondern auch interessantere Exponate zu erwerben.
Als ich zum Platz zurückkehre, ist Tina schon mit den Essensvorbereitungen fertig. Heute gibt es Linsencurry mit Gemüse. Auch ein Gericht, das wir erstmals beim Camping ausprobiert haben und das es in unser Repertoire geschafft hat.
Anschließend gehen wir mit Fila auf die Abendrunde. Als wir den Platz über den Wohnmobilstellplatz verlassen wollen, sehen wir, wie zwei E-Scooter-Fahrer eine Gruppe Nil-Gänse „jagen“ und verscheuchen. Eine Frau, die auf der Wiese des Zweltplatzes zeltet, regt sich darüber auf. Auch ich kann nicht an mich halten. Der Ältere von beiden kommt zu mir gerollert. Wie sich herausstellt, ist er der Chef des Platzes. Er sagt: „Die scheißen hier alles voll und sind eine wahre Plage. In bestimmten Zeiten sind sie sogar zum Abschuss freigegeben. Es gibt auch Gebiete hier in der Gegend, da dürfen sie hin. Wir müssen sie immer mal wieder verscheuchen, dann hälts ne Weile“.
Ich entgegnete, dass ich nicht glaube, dass man einem Wildtier erklären kann, wo es sich niederlassen darf und wo nicht. Verscheuchen finde ich zwar besser als abknallen, aber dann vielleicht auch konsequent? In der Woche nach Pfingsten, wo der Platz sich wieder geleert hat, waren immer kleine Gänsegruppen hier unterwegs – völlig unbehelligt. Jetzt, wo der Platz sich wegen den kommenden Feiertags füllt, wird die Scheuch-Saison eröffnet. Eine „Lernkurve“ bei den Tieren ist da ja wohl eher unwahrscheinlich. Wir verabschieden uns und gehen weiter unserer Wege. Tina ist mit Fila schon leise vor sich hin fluchend vorgegangen. So etwas ist nichts für meine ambitionierte Tierschützerin.
Zurückgekehrt bei Kai-Uwe wird Fila erst einmal abgefüttert. Sie weiß ja was nach dem Abendspaziergang kommt und zieht uns beim Rückweg geradezu über den Platz. Dann spielen wir ein begonnenes Spiel weiter. Es regnet und windet immer mal wieder, daher haben wir das Vorzelt geschlossen. Mit einem „klopf, klopf“ macht unsere Nachbarin auf sich aufmerksam. Auf dem Platz läuft ein herrenloser Hund herum und sie fragt, ob es unsere Hündin ist. Fila liegt jedoch brav auf ihrer Liege neben uns und macht auch gleich durch ein Bellen auf sich aufmerksam.
Einer der Dauercamper nimmt sich der Sache an und will auf dem Platz fragen, wem der Hund gehört. Da er aber nicht so erfolgreich ist, was das Locken des Hundes angeht, greift Tina mit ein. Sie schnappt sich kurzerhand Filas Leine und beide versuchen den Besitzer zu ermitteln. Zunächst war dies erfolglos, aber die Beiden geben nicht auf und wollen mal vorne an der Rezeption fragen.
Es dauert dann auch eine ganze Weile bis Tina zurückkehrt. Letztendlich konnte der Hund zugeordnet werden. Die Dauercamper haben eine Whatsappgruppe, in der auch versucht wurde, den Besitzer zu ermitteln. Wie sich herausstellt, ist der Hund gerade zu Gast bei einer Dauercamperin, die aber gerade nicht auf dem Platz war. Sie hatte den Hund im Vorzelt gelassen und wunderte sich, wie er denn dort herausgekommen ist. Die Lösung war: Hunde können buddeln. Dieser hier anscheinend besonders gut. Nach gewonnener Freiheit erkundete „Hank“, so heißt er, den Platz. Wer kann es ihm verdenken?
Donnerstag
Das Wetter ist weiterhin sehr wechselhaft und es regnet immer mal wieder. So vertreiben wir uns meist die Zeit mit Spielen.
In Rheinland-Pfalz ist heute Feiertag: Fronleichnam. Der Campingplatz hat sich wieder ordentlich gefüllt. Das hat zur Folge, dass die kargen Toiletten- Dusch- und Abwaschmöglichkeiten wieder völlig überlaufen sind. Bei uns setzt langsam der Lager-Koller ein. Wir müssen mal wieder raus.
Daher beschließen wir heute Nachmittag zur Reichsburg zu fahren, die über Bernkastel thront.
Auf der Fahrt nach Bernkastel sehen wir, wie sich in der Ferne eine dunkle Wolkenwand in unsere Richtung bewegt. Uiui, wir sollten zusehen, dass wir fix dort ankommen, bevor wir dann die Beine in die Hand nehmen müssen. War ja ne prima Idee, bei aufziehenden Gewitter ausgerechnet zu einem der höchsten Ausflugspunkte in der Umgebung zu fahren.
Nachdem wir die Serpentienstraße hochwärts erfolgreich absolviert haben, parken wir auf dem nur mäßig gefüllten Parkplatz.
Von dort laufen wir eine Kopfsteinpflasterstraße herunter zur Burg. Schon von weitem sieht die Burg sehr majestätisch aus. Die Wetterszenerie gibt ihr fast einen mystischen Touch.
Der Blick auf die Mosel, die Weinberge und Bernkastel ist wirklich großartig. Ich treibe trotzdem Tina und Fila an, da das Gewitter immer näher kommt.







Kleiner Geschichtsausflug: Im 4. Jahrhundert befand sich an der Stelle der späteren Burg Landshut ein spätrömisches Kastell zur Sicherung des militärischen Nachschubs entlang der Mosel an die Rheingrenze des römischen Reichs. So erlangte die Stadt Bern“kastel“-Kues ihren Namen.
Das Restaurant, das sich hier niedergelassen hat und einen tollen Panoramablick bietet, hat sich, wie wir finden, wirklich gut in die Burgruine eingefügt. Altes trifft auf Modernes.
Auf die Begehung des Turmes verzichten wir heute, da das Grollen des Gewitters weiter zunimmt. So sehen wir auch zu, dass wir wieder zum Auto kommen. Wir schaffen es noch rechtzeitig, bis der Regen einsetzt. Dieser plattert dann auch ordentlich als wir auf der Rückfahrt sind. Es ist weiter merklich abgekühlt, so dass wir uns in den Wohnwagen zurückziehen.
Als ich mich später auf dem Weg zur Toilette im Sanitärhaus mache, kommt mir „Hank“ in Begleitung zweier Damen entgegen.
Ich sage: „Hank, alter Ausbüchser, hallo!“.
„Ja, das ist Hank.“, sagt die eine Frau. „Er ist ja mittlerweile platzbekannt“. Dann lacht sie. Wir unterhalten uns noch einen Moment und dann geht Hank seinem Fresschen entgegen.
Im Wohnwagen beenden wir eine weitere Fallakte (für Interessierte: Die Fallakten der „SOKO Unvergessen“ sind neben den Hidden Games unsere Favoriten. Es gibt mittlerweile drei Fälle, die sich vor allen durch ihre Interaktion auszeichnen. Sehr zu empfehlen.)
Zum Ende des Spiels kommt dann doch noch einmal die Sonne hervor. Aber – wir hören auch noch den Regen. Da muss doch ein Regenbogen zu sehen sein. Und tatsächlich – genau gegenüber mit „Start“ am Weinberg zieht der Regenbogen seinen Halbkreis.

Freitag
Heute Nachmittag fahren wir noch einmal mit dem Auto zum 1. Parkplatz (von unserem Campingplatz ausgesehen) und laufen dann mit Fila und Buggy nach Bernkastel hinein. Der Parkplatz ist übrigens der Einzige in Bernkastel, der noch kostenfrei ist – so weiß eine Einheimische zu berichten.
Fila ist gut drauf und kommt erst auf der Brücke in den Buggy. Die volle Altstadt wollen wir ihr nicht zumuten und sie ist auch glücklich darüber, sich das Geschehen aus ihrem Buggy heraus anzuschauen.






Wir schlendern wieder durch die Gassen und lassen uns noch bei einem Eiscafe´ nieder. Hier bestellen wir je einen Eiskaffee, der es ganz schön in sich hat. Mit dem Vanilleeis vermischt ist er aber gut trinkbar.
In dem Laden des Weinguts Stettler-Söhne gehen wir noch vorbei, da wir uns für zu Hause noch ein bisschen Nachschub der uns empfohlenen Weine besorgen möchten.
Heute ist ein älterer Herr hinter dem Tresen, vermutlich der Chef. Er macht gerade einen Angestellten rund.
Ich frage nach den beiden Weinen und bekomme nur ein mürrisches: „Welcher denn? Trocken oder lieblich?“ entgegnet.
Wir deuten im Weinregal auf die beiden Flaschen. Als Mitbringsel wollen wir meiner Mutter noch einen trockenen Wein besorgen. Hierzu frage ich nach einer Empfehlung.
„Den gibt auch als Trockenen“, meint er und damit endet seine Empfehlung.
Als ich es dann noch wage nach einem weiteren lieblichen Wein zu Fragen und abermals eine Empfehlung von ihm möchte, zückt er kurzerhand eine Flasche. Ein Angebot, den Wein zu probieren bleibt aus, bis ich ihn darauf hinweise.
Was für ein Grantel.
In unserer späteren Rezension zu dem Laden loben wir ausdrücklich die junge Kollegin, die wirklich einen guten Job gemacht hat und geben die Empfehlung ab, dass hier das Alter von der Jugend durchaus lernen kann.
Hätten wir beim ersten Mal solche Erfahrungen dort gemacht, hätte uns der Laden nicht wiedergesehen.
Samstag
Wir sind wieder früh auf den Beinen. Die grünen Hügel sind heute morgen wolkenverhangen.


Heute wollen wir uns Traben-Trarbach einmal ansehen. Wir fahren die schöne Strecke an der Mosel entlang und bewundern immer wieder die Masse an Weinanbau, der zu sehen ist. Auf der Strecke sehen wir auch wieder die Hochmoselbrücke. Fast 160 m thront sie über dem Moseltal und ist ein faszinierender Anblick.


Wir kommen beim anvisierten Parkplatz an. Dieser ist jedoch heute gesperrt, weil sich hier die Liebhaber der Smart-Roadster treffen. Dutzende von den kleinen Roadstern treffen dort ein. Auch ein Autokennzeichen aus Lübeck haben wir dort gesehen.
Wir laufen an der Mosel entlang zur Brücke. Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Cafe´ oder Bäcker, was sich irgendwie schwierig gestaltet. Entweder treffen wir auf einen recht kleinen Laden, der innen nur ein. zwei Stehtische hat und draußen vor dem Laden eine einzige Bank oder auf Läden, die noch gar nicht auf haben. Bei der Suche sehen wir auch recht schnell, das Traben-Trarbach nicht das zu bieten hat, was wir uns erhofft haben. Für ein kein Ort, an dem wir verweilen möchten und so machen wir uns dann doch recht bald wieder auf dem Weg.









Auf der Fahrt zurück machen wir noch einen kleinen Umweg nach „Bengel“. Wie ich telefonisch erfahren habe, hat der dortige Fritz-Berger-Shop (ein großer XL-Shop) ein Tarp vorrätig, dass man auch in den Keder einziehen kann.
Dies habe ich bei uns auf dem Platz bei einem Fendt gesehen und die Besitzer gleich angequatscht, da ich die Idee echt gut finde. Wir haben eigentlich immer unser Sonnensegel an Bord. Wenn die Tage des Abbaus nahen, beobachten wir schon die Wetter-App genauer, da wir das große Vorzelt trocken abbauen wollen. Wenn an den letzten ein, zwei Tagen Regen angesagt ist, wechseln wir dann immer etwas früher auf das Sonnensegel. Das können wir in der Garage im Zweifelsfall einigermaßen gut trocknen.
So ein Tarp hat natürlich den Vorteil, dass man es noch einfacher trocknen kann. Entweder man zieht es in der Garage in den Keder ein und lässt es aushängen und trocknen. Oder man schmeißt es zu Hause über die Wäscheleine.
Da dieses Tarp auch wasserdicht ist, wird es auch später bei unserem Sonnensegel Verwendung finden, wenn wir eine Seite bei schlechteren Wetter trocken halten wollen, weil z.B. die Küche dort aufgebaut ist. Durch das vorgespannte Tarp kann es dann nicht von vorne hineinregnen.
Eine gute Ergänzung zu den Schattennetzen, die wir auch immer dabei haben.
Auf der weiteren Rückfahrt fahren wir in Bernkastel noch beim Cafe´ Zuruf vorbei und ich hole uns ein paar Brötchen heraus. Unser Frühstück steht ja noch aus. Heute wird es eher ein später Brunch.
Unsern Brunch lassen wir uns auch richtig schmecken. Danach machen wir ein bisschen Siesta – also zumindest Fila und ich. Tina holt sich ihr Buch und versucht bei unserem Geschnarche die Konzentration hoch zu halten.
Nach dem Powernapping schlägt Tina vor, nach Lieser zu laufen. Dies ist der nächste Ort (entgegengesetzte Richtung zu Bernkastel). „Was machen wir in Lieser?“, frage ich. „Dort gibt es ein Weingut, das einen Besuch wert sein soll“, sagt meine kleine Weindrossel.
Also, auf gehts.
Der Buggy ist fix zusammengebaut und wir starten.
Der kombinierte Fahrrad- und Fußweg führt direkt an der Mosel entlang.
Für Fahrrad-Enthusiasten ist die Moselgegend echt zu empfehlen. Hier finden sich viele, schöne Fahrradwege.

Auch unser Weg ist stark frequentiert und wir laufen fast nur hintereinander als nebeneinander. Wir machen immer brav Platz und einige Radfahrer bedanken sich auch ganz nett. Es gibt aber auch viele Muffelköpfe. Einer fährt kopfschüttelnd an uns vorbei. Ich rufe ihm hinterher: „Tut mir leid, dass ich nicht sofort in die Büsche gesprungen bin. Einfach mal klingeln, du Ochse!“
Bei solchen Idioten werde ich auch unentspannt.
Nach rund 50 Minuten erreichen wir unser Ziel. Fila ist fast die ganze Strecke im ordentlichen Tempo gelaufen, was uns echt erstaunt hat.
Wie immer folgt die obligatorische Frage, ob Hund mit ins Lokal dürfen. Fila darf.
Mittlerweile thront sie in ihrem Buggy und ist wieder einmal ganz brav.
Vor dem Weinlokal gibt es ein paar Plätze, die schon ziemlich voll sind. Es gibt aber auch einen kleinen Innenhof, in dem wir unseren Platz einnehmen. Die Tische sind alte Weinfässer – eine schöne Idee. Überhaupt ist das Weinlokal auch innen schön gestaltet.
Ein junger Mann fragt nach unseren Wünschen. Wie immer können wir nichts konkretes nennen, nur unsere Vorliebe für eher lieblichen Wein (Tina = kann gerne richtig süß sein; Ich = irgendetwas in der Mitte zwischen Lieblich und Trocken).
Mit einem „Ich habe da schon eine Idee“, verschwindet er auch schon wieder.
Nach kurzer Zeit stehen zwei Gläser auf dem Tisch, äh… Fass, die genau unseren Vorstellungen entsprechen. Prima.
Der Wein ist sehr lecker, klingelt bei mir aber recht schnell im Kopf. Ich bin halt nichts gewohnt. Tina ist wohl schon geübter am Glas. Sie schlägt vor, eine Kleinigkeit zu bestellen. Gute Idee. Für mich gibt es Käse und Cracker für Tina Brot und Schmalz.





Im Innenhof trudelt noch eine Gruppe ein. Einer der Männer hat eine gehandicapte Frau dabei und gibt ihr lautstark Anweisungen, bis sie sich gesetzt hat. Er erinnert mich stark an den Comedian Hans Werner Olm (Wer kennt ihn noch, den legendären Dialog beim Kauf eines 7er BMW?).
„Hans Werner“ erzählt den bei ihm sitzenden der Gruppe ungefragt, was „sie“ für eine Medikation erhält. Keine Ahnung, warum. Mir ist auch unschlüssig, warum er über die Frau redet, als wäre sie gar nicht präsent. Im weiteren Verlauf wird recht schnell klar, „Hans Werner“ weiß alles, kann alles und hat alles schon einmal erlebt. Puh, was für ein anstrengender Zeitgenosse.
Zeit für uns zu gehen. Tina verschwindet noch fix auf Toilette. Als sie zurückkommt, erzählt sie, dass sie schon gezahlt hat und vorne der Wein auch bereit steht.
Äh, was?
Ja, sechs, teils verschiedene Flaschen warten in einem kleinen Karton auf uns.
„Sechs?“, frage ich.
„Ja, gab Rabatt, war billiger“, meint sie.
Billiger als was? – denke ich, spreche es aber nicht laut aus. Ich weiß auch, wann man die Klappe halten sollte.
Fila hat glücklicherweise nichts dagegen, den Platz im Buggy mit dem Wein zu teilen. Beide haben gut Platz und wir laufen wieder los.
Auf dem Rückweg fängt es leicht an zu tröpfeln, hört aber recht schnell wieder auf. Als wir Kai-Uwe erreichen sind wir froh, uns kurz in die Stühle fallen lassen zu können.
Unsere Wäsche, die Tina heute vormittag noch gewaschen hat und die auf der Wäschespinne verteilt ist, ist auch wieder trocken. Wir haben, bevor wir losgelaufen sind, kurzerhand die Wäschespinne ins Vorzelt verfrachtet. Eine gute Idee, wie sich herausstellte.
Morgen soll es nicht regenen und wir haben uns den Tag für den Vorzeltabbau vorgemerkt. Ob wir dann das Sonnensegel aufbauen oder ob das Tarp seine Premiere feiert, machen wir von den weiteren Prognosen abhängig. Schauen wir mal.
Sonntag
Der Sonntag ist tatsächlich trocken, wenn auch bedeckter als angesagt.
Nach unserem Frühstück freunden wir uns mit dem Gedanken an, so langsam den Abbau zu beginnen.
Abbautag ist immer scheiße. Ich kann es leider nicht anders ausdrücken.
Zum einen weiß man, dass die Tage im Urlaub gezählt sind und zum anderen ist es immer ein Chaos-Tag.
Man merkt erst jetzt so richtig, was man alles dabei hat, was ja auch wieder verpackt werden muss. Ich möchte damit nicht sagen, dass wir unnütze Sachen dabei haben, im Gegenteil. Klar, würden wir auch mit weniger zurecht kommen, aber alles, was dabei ist, ist auch in Benutzung.
Zuerst machen wir uns ans Interieuer. Da Tina aufgrund ihrer „Tetris-Erfahrung“ die Chefin im Wohnwagen ist, wenn es um das Verstauen geht, mache ich die Zuarbeiten, wie Müll wegbringen, abwaschen und Co..
Gerade beim Abwasch waren wir gestern etwas faul und es hat sich doch schon einiges angesammelt. Wie gut, dass heute wieder die große Abreisewelle auf dem Platz im Gange ist und jetzt die Abwaschplätze komplett frei sind.
Der Abbau des Vorzelts ist dann die nächste Hürde. Gut ist, dass wir wirklich trocken abbauen und es in aller Ruhe auch sauber machen können. Die Kunst ist es dann, die Seiten- und Frontteile so zusammenzufalten, dass sie auch in die dafür vorgesehene Tasche passen. Es gelingt fast auf Anhieb. Dann ist noch der übrig gebliebene „Pavillion“ dran. Wieder werden wir von unseren Dauercamping-Nachbarn neugierig beäugt, wie wir das so hinkriegen. Als die große Tasche auf Anhieb von uns gefüllt wird, ernten wir wohlwollendes Lob von ihnen. Zu recht, wie ich finde.

Die Taschen kommen in den Kofferraum und alles noch Kleinteilige wird (irgendwie) im Wohnwagen verstaut. Aufgrund der doch eher durchwachsenen Wetteraussichten, entschließen wir uns dafür, dass das Tarp seine Premiere feiern darf. Es ist fix in die Kederleiste eingezogen und auch das Abspannen geht schnell von der Hand. Wirklich eine prima Alternative. Wenn es noch regnen sollte, bekommen wir das wesentlich schneller und besser getrocknet, als unser Sonnensegel.

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht beim Abbau. Als wir fertig sind, schwingen wir uns erst einmal unter die Dusche.
Danach gibt es Ofenkartoffeln aus dem Omnia mit Gemüse und Dips.
Obwohl uns der Abbau ziemlich geschlaucht hat und unser Bewegungsapparat „Mayday“ schreit, soll natürlich auch Fila zu ihrem Recht kommen. Sie hat den ganzen Abbau brav bei uns verbracht. Entweder auf ihrer Liege oder irgendwo im Gras in unserer Nähe. Jetzt möchte sie Bewegung.
Wir möchten das nicht (!), machen uns aber natürlich trotzdem mit ihr auf den Weg. Mit dem Auto fahren wir zu einem Waldstück, in dem man schön spazieren gehen kann. Fila freut sich und schnüffelt wieder eifrig durch die Gegend. Ihr kleine Rute ist ordentlich in Bewegung und der kleine Arsch wippt von einer Seite auf die andere. Da hat jemand gute Laune.
Zurück auf dem Platz setzen wir uns noch ein bisschen unters Tarp. Abends wird noch eine Flasche Wein geöffnet. Das haben wir uns verdient.
Montag
Das Wetter ist wieder durchwachsen. Unser Tarp hält brav die Schauer ab und trotzt auch den Windböen. Bislang macht es einen guten Eindruck, vor allem, da es gefühlt nach ein paar Minuten ohne Regen schon wieder durchgetrocknet ist.
Unsere Nachbarn mit ihrem Wohnmobil machen sich auch wieder auf den Weg. Das freut Tina insbesondere. Denn, immer wenn Bianca (so hieß unsere Nachbarin) Tina verbal in ihre Fänge bekam, ließ sie nicht so schnell wieder los. Sie hatte zudem das Talent, sich im Gesprächsverlauf so zu positionieren, dass sie genau im Weg zum rettenden Wohnwagen stand. Das muss sie über die Zeit perfektioniert haben.
Am Nachmittag fahren wir zum Kloster Machern, das ganz in der Nähe ist.
Im dortigen Brauhaus wollen wir heute etwas essen.
Das Kloster ist ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster. Heute beherbergt es eine Klosterbrauerei, ein Brauhaus, einen Weinkeller (natürlich!) und ein Museum.
Wir laufen zunächst durch den schönen Klostergarten, der schön angelegt ist. Die dortigen Rosen verbreiten einen starken, aber angenehmen Duft.
Im Gewürzgarten werden verschiedene Kräuter angebaut.



Dann setzt leichter Regen ein und wir gehen fix zur Außengastronomie. Dort sind große Schirme gespannt, die nicht nur vor Sonne sondern auch vor diesem Wetter gut schützen.
Eine Kellnerin weist im leichten Feldwebelton gerade ein paar ankommende Gäste darauf hin, dass die Tische, an denen sie sich niederlassen wollen, reserviert sind. Obwohl nicht viel los ist, scheint sie etwas überfordert zu sein. Als sie an unseren Tisch kommt, fragt sie, ob unsere Getränke denn noch nicht gebracht wurden. Ich weise sie freundlich darauf hin, dass wir vielleicht erst einmal etwas bestellen sollten. Sie fragt, ob wir auch etwas essen möchten. Dies können wir nur bejahen, denn der Hunger meldet sich mittlerweile recht deutlich.
Aufgrund des Wetters bittet sie uns nach Innen zu gehen. Fila kann in ihrem Buggy problemlos mit. Na dann. Auf gehts.
Die Brauhausstube wird von einem mittigen, großen Tresen- und Ausschankbereich dominiert. Große Lampen hängen von den hohen Decken, genauso wie einige Hopfenreben. Rings herum auf kleinen Podesten sind die Tische arangiert. Im hinteren Bereich gehen zwei Treppen hinauf zu weiteren Plätzen und einem größeren Raum für Festlichkeiten. Die Stube ist ebenso rustikal wie beeindruckend.
Wir bekommen Zeitungen gereicht. In der „Brauhaus-Postille“ befindet sich u.a. die Speisekarte. Auch eine witzige Idee. Unsere Wahl ist schnell getroffen. Wir bestellen beide das Braumeister-Schnitzel mit Klosterbiersauce und Pommes.





Das Schnitzel ist etwas trocken, wahrscheinlich in der Fritte zubereitet. Aber mit reichlich Sauce, die wirklich großartig schmeckt, kann man es gut essen. Mit einem kleinen Hüngerchen ist man hier falsch, da die Portionen ganz schön groß sind. Das kommt uns heute gerade recht. Ins Brauhaus kommt dann noch eine Busladung Touristen. Lärmend gehen sie an uns vorbei und besiedeln die oberen Plätze. Zum Glück sind wir mit dem Essen fertig, denn bislang angenehme Geräuschpegel potenziert sich jetzt schnell nach oben.













